Archiv für Juni 2010

Zur Sonne. Zur Freiheit! Nummer 2

EDITORIAL.

Jubel, Trubel, Heiterkeit. Der Rote Stern Nordost ist mit doppelter Warpgeschwindigkeit durch die Liga gerauscht, hat Tore am laufenden Band geschossen, den Kasten meistens sauber gehalten und somit die Niederungen des Berliner Freizeitfußball nach nur einem Jahr Verweildauer verlassen… Goldfüße, wir sind stolz auf Euch!

Staffelmeister in der Bezirksliga, darauf ein kleines Lübzer! Das erste interplanetarische Etappenziel ist erreicht. Nun gilt es die nächsten Sternzeichen zu setzen! Eins steht fest: Wir wollen mehr Pokale, und wir woll‘n die Schale…

Aber zurück auf den Boden der Tatsachen. Aber bitte nur mit Sahne: Es gibt Tage, an denen geht alles schief. Dann gibts es welche, an denen fällt einem der Himmel auf den Kopf. Und schlußendlich gibt es Tage da wäre man am liebsten gar nicht erst aufgestanden. Der Produktionstag der ersten Ausgabe unseres Zines war alles in Einem. Wer stolzer Besitzer der Papierausgabe ist, sollte dies immer zu würdigen wissen…

In einigen Kreisen gibt es komische Gerüchte bezüglich unserer Einstellung zu dem Fußballverein St. Pauli aus Hamburg. Das böse Wort Haß ist hier und dort gefallen und manch einer redet gar von einer unversöhnlichen Feindschaft. Was sollen wir dazu sagen? Am besten nix, rät unser Anwalt. Die staatlich subvensionierte Therapheutin will unsere innere Stimme zum Reden bringen. Die Bullen auch. Dabei wollen wir nur ein wenig auf den Putz hauen. Doch dazu mehr auf Seite 8.

Winter im Sommer, keine Sonne im Winter. Man kann einfach sagen was man will, der Fuchs steckt im Bau, wie die Gans im Federkleid. Geteert, gefedert und vom Hof gejagt werden aber auf jeden Fall die Anderen. Ihr wißt was wir meinen! Wer Fragen hat: Das komplette Interview mit dem Trainer des Roten Stern Nordost ist ab Seite 3 nachzulesen.

Viele Plattitüden, volle Plastiktüten, wir müssen um die Ecke biegen. Also, wir mach`n nen Schuh…

Wir lieben Euch doch Alle! Ultras Roter Stern (B)

INHALTSVERZEICHNIS

Seite 3
Ultimate Barrikadenkampf
Das komplette Interview mit dem Trainer

Seite 8
Aus aktuellem Anlaß.
Coole Kids tragen kein St. Pauli- Merchandise

Seite 12
Pro Regionalliga-Reform 2012.
Gerechtigkeit muss erkämpft werden!

Seite 14
Der rasende Reporter.
Egon Erwin Kisch. Einer von uns!

URL:

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Who says elephants can‘t dance?

Es ist äußerst selten, dass ein linkes Projekt sich und seine Arbeit kritisch unter die Lupe nimmt. Dazu braucht es meistens externe Kritiker, und diese sind nicht gerade gerne gesehen. Sie sind ja extern, sie können gar nicht all die mythischen Geheimnisse vom Gegenstand der Kritik wissen und machen aus einer kleinen Mücke den berühmten Elefanten. So ist häufig die Wahrnehmung, wenn man eingeschlossen im linken Porzellanladen lebt…

Die Kollegen von Tatort Brandis sehen das anders. Sie wollen den Job des Kritikers selbst übernehmen, und lesen deshalb einigen Fans der BSG Chemie sowie vom Roten Stern Leipzig gehörig die Leviten:

Beim RSL ist … nicht alles Gold was glänzt, mensch findet hier sogar im Vergleich zur BSG mehr Alkoholleichen am Rand (auch wenn es Besserungen gibt), was hier durch Gesang die Kehle nicht verlässt kommt durch Freund Alkohol in sie hinein. Dies hat nicht nur eher anstrengende Zuscher_innen zur Folge, sondern führt meist für gegnerische Spieler und den Schiedsrichter zu vielen diskriminierenden Pöbeleien. Auch das bis heute fast kein Mensch bei den Prozessen zum Naziüberfall in Brandis zu gegen ist, ist für die sich meist doch als politisch verstehende Fans des RSL, ein Armutszeugnis. Damit werden die Verletzten des Vorfalls und auch die Menschen die dort immer wieder vor den Nazis/Hools aussagen müssen im Stich gelassen. Wichtig wird es jetzt besonders bei den kommenden Prozessen in Grimma, bei denen auf jeden Fall mit Nazipräsenz zu rechnen sein wird. Für all diejenigen, die Fans des RSL sind und sich auch nicht als politisch begreifen, hätten wir eine Frage: Was macht ihr hier dann eigentlich? Bei einem Verein der sich ganz klar als antifaschistisch bezeichnet und ein linkes Projekt ist.

Und wie sieht es bei der BSG Chemie Leipzig aus?

Was dem RSL zu viel nachgesagt wird (politisches Engagement), kann bei der BSG und auch bei den Ultras bemängelt werden. Hier ist es gerade in letzter Zeit häufiger zu Aktionen gekommen, wo mensch sich ein engagierteres Vorgehen, der früher als antirassistisch geltenden Ultras, gewünscht hätte. Wir schreiben früher, weil wir uns da nicht mehr so sicher sind. Es gab zwar diese Saison eine Choreo mit ‚LOVE FOOTBALL, HATE RACISM‘, aber auch ganz viele Ereignisse bei denen geschwiegen wurde und nichts passierte. Wenn dann sind es immer die sogenannten ‚Politleute‘ oder ‚Antifas‘ die reagieren, während der Rest es einfach zu ignorieren scheint. Ereignisse die wir meinen und die uns ärgern, auf die es, bis auf besagte Menschen, kaum Reaktionen aus der Ultrakurve gab: Nazis (sogar Lokist) am Grillstand mit Thor Steinar-Scheiß, der„Zecken“ und auch Chemiker in Grimma angreift. Weitere Nazigäste wie die Metastasen, die ihre scheiß Lieder singen können. „Juden Jena“ Rufe beim Magdeburgspiel, die Kurve schweigte dazu, applaudierte dann aber direkt danach über die „Lok und Halle Hurrensöhne“ Gesänge. Auch auf die „Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher“ Schals am Merchandisestand, keine Reaktion.

Wir fordern eine Reaktion aus der Kurve, eine Ultrakurve, die sich mit einem antirassistischen Konsens gegründet hat. Es kann nicht sein, dass mensch dort jetzt Diskussionen über Fußball sei doch „unpolitisch“ führen muss. Also kommt mal wieder aus dem Arsch.


Die Antwort: „Fußball bleibt Fußball. Politik bleibt Politik.

Womit wir auch schon bei einem der größten Problemen in beiden Vereinen wären, der Konsumhaltung. Beide Vereine sind außergewöhnlich in dem Positiven was sie auszeichnet. Gemeinsam ist ihnen, dass daran nur wenige Personen beteiligt sind. Hier fragt sich, wenn ihr schon für beide Vereine auch körperlich angegriffen werdet und ihr dennoch immer wieder kommt. Warum macht ihr so wenig dafür, dass der Verein erhalten bleibt? Und lasst die wenigen Menschen, die dafür sorgen, dass ihr euch jede Woche im Stadion so gut fühlen und entspannen könnt, so alleine?

Darauf mal eine vernünftige Antwort von den regelmäßigen Zaungästen zu erhalten, dass wäre doch kein schlechter Anfang für eine für beide Seiten aufschlussreiche Debatte…

RSC: 12 auf einen Streich.

Am 03. Juli 2010 wird der erste bundesweite Rote Stern Cup (RSC) in Berlin ausgetragen. An diesem Tag werden neben den Vereinen Türkiyemspor Berlin, FC Internationale, THC Franziskaner vor allem 12 Roter Stern Vereine (Altenburg, Nordost Berlin, Flensburg, Halle, Hofheim, Leipzig, Lübeck, Pankow, Senftenberg, Wehringhausen und ein Fanclub von den Berliner Eisbären) diejenige Mannschaft auszuspielen, die am Ende den Roter-Stern-Wanderpokal mit nach Hause nehmen kann.

Bereits in den Jahren 2007 und 2008 veranstaltete der Rote Stern Altenburg einen lokalen Roter-Stern-Cup, der aber leider im letzten Jahr ausfiel. Der Rote Stern Nordost möchte mit dem diesjährigen Cup diese Tradition wieder aufleben lassen und hofft damit ein Zeichen zu setzen, dass in Zukunft jedes Jahr solch ein Event stattfindet.

Einige der Roter Stern Vereine werden auf der Kampagnenseite ‚love sport – hate neonazism!‘ vorgestellt. Dort erklärt zum Beispiel der Präsident vom Roten Stern Wehringhausen, Uli Schäfer, seine Motivation einen eigenen Sportverein zu betreiben: „Mit 17 Jahren sind wir fast erwachsen, aber immer noch Rot, immer noch anders, immer noch kritisch und immer noch nicht verdorben. Wir sind ein Sportverein und wollen ein gutes Beispiel sein, wie man ohne allzu viel Vereinsmeierei dennoch für eine breite Gruppe Menschen viel erreichen kann. Spielen muss Spaß machen ist unsere Devise und ganz wichtig dabei ist: Sport ohne Spacken“. Noch Fragen?

Los geht das ganze Spektakel am 03. Juli um 10 Uhr im Stadion Buschallee. Hier findet Ihr noch das Plakat, den Jingle und die Internetwerbung

Something is rotten in the state of Germany

Die aktuellen Entwicklungen in den Regionalligen sind mit Sicherheit auch an euch nicht vorbei gegangen. Woche für Woche hört man von neuen Lizenzentzügen, von Vereinen, die um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen. Der Abstieg in der Weststaffel wurde diese Saison rein wirtschaftlich entschieden, im Süden schaut es nicht viel besser aus und auch im Norden musste ein Traditionsverein aus finanziellen Gründen das Handtuch werfen.

Allesamt leiden wir unter dem gleichen Problem: Eine unattraktive Liga, in der weder sportliche noch wirtschaftliche Gerechtigkeit herrscht. Der maßgebende Grund dafür findet sich in den U23-Mannschaften, bzw. Zweitvertretungen der Lizenzvereine. Nicht nur, dass sich durch die Fluktuation in deren Kadern Wettbewerbsverzerrung ergeben und sie nicht das wirtschaftliche Lizenzierungsverfahren durchlaufen müssen – nein: Es will sie schlicht und ergreifend auch niemand sehen. Die Zuschauerresonanz schwindet bei Spielen gegen diese Gegner Zusehens. Von Partien untereinander (z.B. Wehen II – Fürth II vor 87 Zuschauern) ganz zu schweigen.

So schnell es passieren kann aus sportlichen oder wirtschaftlichen Gründen aus der Regionalliga zu verschwinden, so schwierig ist es, sie nach oben hin zu verlassen. Viele Vereine spielen aufgrund der Totengräberwirkung, die diese Liga durch ihre hohen Kosten bei geringem Ertrag hat, mit der Existenz ihres Clubs. Da es schwierig ist, sich in der Liga zu halten, lockt die höhere Klasse mit höheren Einnahmen. Dafür wird investiert und die Pleitenspirale beschleunigt. Schließlich kann dieses Ziel pro Jahr maximal ein Team erreichen.

Diese Sätze stammen nicht aus der Feder eines Fans aus der Fußballkneipe um die Ecke, sondern vom Präsidenten des SV Darmstadt 98, Hans Kessler. Und folgendes schlägt er vor:

Diese Problematik ist euch mit Sicherheit nicht neu. Das Thema ist aktueller denn je und am gestrigen Mittwoch trafen sich Vertreter von 24 Regionalligavereinen (Anmkg.: Ohne die U23-Teams gibt es gerade mal 28 Vereine in den Regionalligen) auf Einladung des SV Darmstadt 98 und des KSV Hessen Kassel in Darmstadt, um sich auf einen gemeinsamen Vorschlag zur Reform der Regionalligen zu einigen und diesen beim DFB-Bundestag im Oktober in Essen vorzubringen.

Die Inhalte dieses Antrags gestalten sich wie folgt:
Es soll eine Regionalliga mit zwei Staffeln (Nord/Süd) installiert werden. Alle U23-Mannschaften werden in eine eigene, dritte Staffel versetzt.

Die Meister der Nord- und Südstaffel sowie einer der beiden Tabellenzweiten (--> Relegationsspiel) steigen in die 3.Liga auf. Aus der dritten Liga steigen die letzten drei Teams ab.

Aus der U23-Liga steigt das beste Team auf. Unabhängig vom Tabellenplatz steigt das schlechteste U23-Team in der 3.Liga in die U23-Liga ab. So wird auch gleichzeitig sichergestellt, dass es nicht mehr als vier U23-Teams in der 3.Liga geben kann.

Die Vereine wie auch wir sind der Meinung, dass sich daraus deutlich attraktivere Ligenzusammensetzungen ergeben. Dies sollte sich sowohl in Zuschauerzahlen als auch Medienpräsenz positiv auswirken. Des Weiteren ist ein möglicher Aufstieg deutlich realistischer und eine größere Spannung auch in der Saisonendphase gegeben. Eine komplette Ausgliederung der U23-Mannschaften aus dem Spielbetrieb wird nicht für durchsetzbar gehalten. Die Aufstiegsregelung zur Regionalliga soll erhalten bleiben.

Schön und gut, aber wie fragte Lenin schon richtig: Was tun?

Während nun unsere Clubs dieses Anliegen zum Verband und in die Medien tragen, haben wir beschlossen es unserem Verein gleich zu tun und die Initiative zu ergreifen, dieses Vorhaben auch von Fanseite vereinsübergreifend zu unterstützen. Wir beabsichtigen dadurch eine noch größere Resonanz in den Medien zu erreichen und somit den Druck auf den DFB und die Lizenzvereine zu erhöhen. Einzeln können wir in der Größenordnung unserer Clubs nur wenig erreichen, zusammen sind wir aber die große, breite Basis des deutschen Fußballs, dieses Pfund sollte uns bewusst sein!

Als ersten Schritt haben wir eine Homepage (www.pro-regionalliga-reform-2012.de) eingerichtet. Dort könnt ihr aktuelle Infos zur Aktion abrufen, euch als Einzelpersonen in eine elektronische Unterschriftenliste einschreiben und eure Fangruppe (egal ob Dachverband, Ultragruppe, Fanclub o.ä.) als Unterstützer eintragen lassen. Selbstredend dürft und sollt ihr den o.g. Link gerne überall verbreiten.

Als weiteren Schritt planen wir eine ligen- und vereinsübergreifende Aktion am ersten Spieltag der neuen Saison. Dies soll mit Spruchbändern, Plakaten u.ä. geschehen. Natürlich sind wir auch offen für jede Anregung aus eurem Kreis. Wichtig ist nur, dass dies alles koordiniert abläuft, damit wir den größtmöglichen Erfolg daraus erzielen können.

Ausdrücklich sind alle Fanszenen aufgerufen sich zu beteiligen. Primär richten wir uns an die direkt Betroffenen der Ligen 3 bis 5. Da bekanntermaßen auch Fans der Bundesligavereine der aktuellen Regelung kritisch gegenüber stehen, sind diese natürlich auch gerne eingeladen uns zu unterstützen!

Damit wir bald damit beginnen können weitere Maßnahmen zu organisieren, erhoffen wir uns nun, möglichst viele Antworten von Fangruppen mit der Zusage ihrer Unterstützung zu erhalten. Bitte gebt dabei den Namen der Gruppe, den Bezugsverein und einen Ansprechpartner inkl. Email-Adresse an.

Also los ihr Faulpelze. Ihr wisst was zu tun ist!

Freiheit stirbt mit Sicherheit!

Das Bundeskanzleramt machte die Sache eilig. Ohne Diskussion im Bundestag sollte der Bundesrat noch schnell vor der Fußballweltmeisterschaft eine Rechtsverordnung abnicken, welche die heute schon umfangreichen Karteien des Bundeskriminalamtes auf ein rechtliches Fundament stellt.

Dabei weiß die Regierung schon seit anderthalb Jahren, dass etwa die polizeiliche Datei “Gewalttäter Sport” rechtswidrig ist. Verwaltungsgerichte hatten klargemacht, dass die Datensammlung ohne entsprechendes Gesetz oder Verordnung keine wirksame Rechtsgrundlage hat.

In der “Hooligan”-Datei waren zuletzt etwa 11.000 Personen gespeichert. Darunter auch viele, deren Namen am Rande von Sportereignissen von der Polizei erfasst wurden – obwohl sie selbst nichts gemacht hatten. Teilweise wurden auch gleich Zeugen von Vorfällen mit in die Datei eingetragen. Mit teilweise katastrophalen Folgen für die Betroffenen. Unter anderem wurden auf Grundlage der Hooligan-Datei sogar Ausreiseverbote verhängt. Die gerichtlichen Schlappen handelten sich die Polizeibehörden auch meist auf Klagen von Personen ein, die ohne vernünftigen Grund in der Gewalttäter-Kartei gelandet waren.

Der Bundesrat winkte die Verordnung durch – zu groß dürfte die Sorge gewesen sein, das Public Viewing könne zum Bürgerkrieg mutieren. Ob den Verantwortlichen aber wirklich klar war, was sie verabschiedet haben? Ich bezweifle es. Es geht nämlich keineswegs nur darum, die bereits bekannten Dateien (Gewalttäter Sport, Gewalttäter links und rechts, Anti-Terror-Datei) zu legalisieren. Vielmehr ist die Regelung (PDF) ein Blankoscheck für die Einrichtung von Dateien zu praktisch jeder Thematik. Es gibt künftig eine Schublade für jeden von uns.

Hier geht es weiter…

Der Moses Südafrikas

Die FIFA ist böse. Eine Fußball-Weltmeisterschaft nur ein gespielter Krieg zwischen Nationen. Und am Ende gewinnen doch nur die fiesen Konzerne. So ungefähr hört es sich an, wenn man keine Ahnung, aber dafür ne Menge blödsinniger Ideologie im Gepäck hat. Das heutige Spiel zwischen Australien und Deutschland ist dafür ein eindeutiger Beleg. Und zwar nicht deshalb weil Australien gewinnen wird, wie schon im Zweiten Weltkrieg, sondern weil das Spiel in einem Stadion stattfindet, welches nach einem südafrikanischen Kommunisten benannt ist, und somit an sein Leben erinnert:

Es geschieht selten daß ein Volk eine einzelne Person hervorbringt die so sehr ihre Hoffnungen und ihre Gemeinsamkeiten ausdrücken kann wie es Moses Mabhida tat.”- Oliver Tambo auf Moses Mabhidas Beerdigung.

Samora Michel bekannte: “Männer die kämpfend sterben, die sich weigern zu kapitulieren, die dem Volk und ihren Idealen mit dem letzten Atemzug dienen, sind Sieger. Mabhida ist ein siegreicher Kämpfer

Moses Mabhida wurde am 14. Oktober 1923 in Thornville, in der Nähe von Pietermaritzburg, geboren. Seine Familie war arm und wurde später von ihrem Land vertrieben.

Mabhidas frühe Vorbilder waren zum einen sein Vater, ein engagiertes Mitglied der Clements Kadalie’s Industrial and Commercial Arbeitergewerkschaft(ICU), und zum anderen Harry Gwala, ein Lehrer in Mabhidas Schule, der seine Schüler mit sozialistischem Gedankengut bekannt machte.

Mabhida, der viele Ungerechtigkeiten erlebte denen Arbeiter ausgesetzt waren, wurde früh von der Gewerkschaftsbewegung angezogen und trat 1942 der Kommunistischen Partei bei. Viele Gewerkschaften wurden 1952 verboten und deshalb verließ Mabhida seine Arbeitsstelle um sich fortan voll der Gewerkschaftsarbeit im Untergrund zu widmen. Innerhalb der nächsten 10 Jahre half er den ‘South African Congress of Trade Unions’ (SACTU) aufzubauen und schließlich wurde er 1955 auf dem ersten Kongreß zum Vizepräsidenten von SACTU gewählt. Ab Mitte der fünfziger Jahre arbeitete er ebenso im Parteibüro in Pietermaritzburg als Sekretär für den ANC (African National Congress) und hatte eine enge Beziehung zu Chief Albert Luthuli (Luthuli wurde 1952 Präsident der ANC und erhielt 1960 den Friedensnobelpreis). abhida wurde Mitglied des ANC’s National Executive Committee (NEC) und von 1958 bis 1959 war er stellvertretender Vorsitzender des ANC in Natal.

Mabhida verbrachte drei Jahre in Prag, wo er Massenkundgebungen organisierte, um Unterstützung von der ‘World Federation of Trade Unions’ (Weltvereinigung der Gewerkschaften) zu bekommen. Seine Begabung, Kontakte herzustellen, egal ob mit anerkannten Führungspersönlichkeiten oder mit einem einfachen Arbeiter, brachte ihm überall enormen Respekt ein.

Im Jahr 1963 übereugte Oliver Thambo Mabhida nach Südafrika zurückzukommen um dort den bewaffneten Flügel der ANC, den ‘Umkhonto we Sizwe (MK), aufzubauen. Er absolvierte militärisches Training und wurde der politische Hauptunterweiser für militärische Rekruten. Später wurde er Kommandant des MK.

Mabhida war maßgeblich daran beteiligt die ANC-Abteilung des Sicherheits- und Geheimdienstes aufzubauen und wurde im November 1979 zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei gewählt. Auf seinen Reisen durch den afrikanischen Kontinent kam er eng in Kontakt mit dem Führer der Frelimo in Mozambique, Samora Machel. Die beiden wurden enge Freunde und Verbündete.

Moses Mabhida

1985 während eines Aufenthaltes in Mozambique, erlitt Mabhida einen Schlaganfall und nach einjähriger Krankheit erlag er in Maputo einem Herzinfarkt. Er wurde dort im März 1986 beerdigt.

Zwanzig Jahre nach seinem Tod, wurden Mabhidas sterbliche Überreste im November 2006 exhumiert und in seiner Heimatstadt Pietermaritzburg endgültig zur Ruhe gelegt. Seine Tochter, Nokuthula Mabhida, sagte während der Zeremonie: „Dies ist für uns alle ein bewegender Augenblick. Die Tränen die sie sehen sind nicht Tränen des Schmerzens sondern Tränen der Freude, denn seit Jahren haben wir versucht unseren Vater in Südafrika zu beerdigen.Quelle.

Neulich in Neukölln.

Irgendetwas liegt in der Luft! Und Liebe ist es gewiß nicht…

Bezirksmeister Staffel 1

Jubel, Trubel, Heiterkeit!

Ein Schal für den Sommer!

Am letzten Wochenende ist dank der blamablen Leistung der letzten Verfolger etwas äußerst ungewöhnliches passiert. Der Rote Stern Nordost ist – obwohl er spielfrei hatte – Meister in der Freizeit-Bezirksliga Staffel 1 geworden. Mit 51 Punkten und 87:24 Toren liegen unsere Goldfüße uneinholbar auf Platz Eins der Tabelle. In den nächsten drei Spielen geht es deshalb nur noch um die goldenen Ananas… Die Schale haben wa ja schon sicher!

meisterschal2010

Alle Fans, die sich ein, nein halt, das Souvenir von der ersten Meisterschaft des RSNOB sichern wollen, können den hier abgebildeten Bezirksmeisterschal ab sofort bei uns bestellen: urs-berlin@gmx.net

Außerdem kann nun auch wieder ein neues Aufklebermotiv geordert werden! Das Motto: „Ob Teheran, oder Pankow. Gegen Neonazis sowieso!“

teheran

Und niemals vergessen: Scheiß SFV!

Das Sächsisches Sportgericht hat mal wieder gesprochen. Ob es Recht war, bzw. ist, darüber lässt sich vortrefflich streiten. Unsere Kollegen vom Tatort Brandis berichten:

Am heutigen Tag hat das Sportgericht gleich 2 Entscheidungen bzgl. des RSL fällen müssen. Zum Ersten die Berufung von Ablass-Mügeln und zum Zweiten den Spielerausschluss beim Heimspiel der RSL’er gegen Oschatz. Und nun zu den Urteilen:

1. Ablass-Mügeln
Das Urteil wurde bestätigt. Also 2:0 Wertung für den RSL. Rassismus, Antisemitismus und Homophobie bleiben also nach wie vor Gründe für einen Spielabbruch und Grundlage für die sportgerichtliche Niederlage für den Verein der dies zulässt. Vielleicht denkt ja Mügeln mal wieder darüber nach, dass sie vielleicht doch mehr tun müssten und stellen fest, das sie und die Einstellungen IHRER Zuschauer_innen das Problem sind.

2. Spielerausschluss Oschatz
Das Gericht hat entschieden: Jeder Verein muss 200€ Strafe zahlen. Des weiteren wird das Spiel für BEIDE Vereine als 2:0 (bzw. als 0:2) verloren gewertet. Und das in Anbetracht der UEFA Richtlinien, die diese vor einigen Jahren festgesetzt hat, das Rassismus im Fußballstadion nichts zu suchen hat. Der Stern bekommt die Strafe, weil es mit dem Hausverbot dafür gesorgt hat, dass der Spielbetrieb nicht ordentlich laufen konnte. Zudem wurde gesagt, dass der Stern nicht der Veranstalter sei und damit den Spieler nicht hätte hindern dürfen zu spielen. Dies könne nur der Verband.

Zudem gäbe es wohl noch einige Probleme mit einigen Texten in den Statuten, in Sachsen heißt es wohl, dass Personen ausgeschlossen werden können und in anderen Verbänden ist genau aufgeführt, das Zuschauer, Spieler, Schiedsrichter usw. ausgeschlossen werden können. Die Frage ist nur, ist ein Spieler nicht auch eine Person? Das Urteil ist in einigen Argumentationen recht schwammig. Wir hoffen, dass der Stern in Berufung geht, damit genau solche Fragen und Probleme noch mal thematisiert werden. Oschatz bekommt die Strafe, weil es nicht zum Spiel antrat und dies hätte es, so das Gericht, auch mit 10 Spielern gekonnt.

Komisch ist, dass es beim Berufungsprozess zu Mügeln genau darum ging, dass der Verein Mügeln als Veranstalter alles dafür zu tun hat, dass es zu keinen Störungen und Unterbrechungen kommt und bei der Oschatzverhandlung gesagt wird, dass der Stern nicht der Veranstalter sei, sondern der Verband.

Das ist erstmal nur ein kurzer Bericht und wir sagen hiermit, dass wir vielleicht nicht alles genauso wieder gegeben haben, wie es das Gericht vielleicht gemeint hat. Wir warten noch auf die mitgeschriebenen Berichte von Zuschauer_innen und die Meldungen vom Stern und vom Verband. Vielleicht werden so die Urteile klarer. Die Aussagen die wir Momentan zu der Oschatzverhandlung haben, sind doch recht verwirrend.

Tatort Brandis. Sächsisches Sportgericht vs UEFA feat. DFB

Torgauer Zeitung. Mügeln/Ablaßer Berufung abgewiesen

Leipziger Volkszeitung. Sportgerichtsurteil im Fall Roter Stern gegen Oschatz steht: Null Punkte für beide

Zu dem ganzen Wahnsinn in und um Leipzig hat Bruno im Conne Island Newsflyer (CEE IEH) einen äußerst lesenswerten Artikel geschrieben. Also nix wie ran an die Buletten…