Der Moses Südafrikas

Die FIFA ist böse. Eine Fußball-Weltmeisterschaft nur ein gespielter Krieg zwischen Nationen. Und am Ende gewinnen doch nur die fiesen Konzerne. So ungefähr hört es sich an, wenn man keine Ahnung, aber dafür ne Menge blödsinniger Ideologie im Gepäck hat. Das heutige Spiel zwischen Australien und Deutschland ist dafür ein eindeutiger Beleg. Und zwar nicht deshalb weil Australien gewinnen wird, wie schon im Zweiten Weltkrieg, sondern weil das Spiel in einem Stadion stattfindet, welches nach einem südafrikanischen Kommunisten benannt ist, und somit an sein Leben erinnert:

Es geschieht selten daß ein Volk eine einzelne Person hervorbringt die so sehr ihre Hoffnungen und ihre Gemeinsamkeiten ausdrücken kann wie es Moses Mabhida tat.”- Oliver Tambo auf Moses Mabhidas Beerdigung.

Samora Michel bekannte: “Männer die kämpfend sterben, die sich weigern zu kapitulieren, die dem Volk und ihren Idealen mit dem letzten Atemzug dienen, sind Sieger. Mabhida ist ein siegreicher Kämpfer

Moses Mabhida wurde am 14. Oktober 1923 in Thornville, in der Nähe von Pietermaritzburg, geboren. Seine Familie war arm und wurde später von ihrem Land vertrieben.

Mabhidas frühe Vorbilder waren zum einen sein Vater, ein engagiertes Mitglied der Clements Kadalie’s Industrial and Commercial Arbeitergewerkschaft(ICU), und zum anderen Harry Gwala, ein Lehrer in Mabhidas Schule, der seine Schüler mit sozialistischem Gedankengut bekannt machte.

Mabhida, der viele Ungerechtigkeiten erlebte denen Arbeiter ausgesetzt waren, wurde früh von der Gewerkschaftsbewegung angezogen und trat 1942 der Kommunistischen Partei bei. Viele Gewerkschaften wurden 1952 verboten und deshalb verließ Mabhida seine Arbeitsstelle um sich fortan voll der Gewerkschaftsarbeit im Untergrund zu widmen. Innerhalb der nächsten 10 Jahre half er den ‘South African Congress of Trade Unions’ (SACTU) aufzubauen und schließlich wurde er 1955 auf dem ersten Kongreß zum Vizepräsidenten von SACTU gewählt. Ab Mitte der fünfziger Jahre arbeitete er ebenso im Parteibüro in Pietermaritzburg als Sekretär für den ANC (African National Congress) und hatte eine enge Beziehung zu Chief Albert Luthuli (Luthuli wurde 1952 Präsident der ANC und erhielt 1960 den Friedensnobelpreis). abhida wurde Mitglied des ANC’s National Executive Committee (NEC) und von 1958 bis 1959 war er stellvertretender Vorsitzender des ANC in Natal.

Mabhida verbrachte drei Jahre in Prag, wo er Massenkundgebungen organisierte, um Unterstützung von der ‘World Federation of Trade Unions’ (Weltvereinigung der Gewerkschaften) zu bekommen. Seine Begabung, Kontakte herzustellen, egal ob mit anerkannten Führungspersönlichkeiten oder mit einem einfachen Arbeiter, brachte ihm überall enormen Respekt ein.

Im Jahr 1963 übereugte Oliver Thambo Mabhida nach Südafrika zurückzukommen um dort den bewaffneten Flügel der ANC, den ‘Umkhonto we Sizwe (MK), aufzubauen. Er absolvierte militärisches Training und wurde der politische Hauptunterweiser für militärische Rekruten. Später wurde er Kommandant des MK.

Mabhida war maßgeblich daran beteiligt die ANC-Abteilung des Sicherheits- und Geheimdienstes aufzubauen und wurde im November 1979 zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei gewählt. Auf seinen Reisen durch den afrikanischen Kontinent kam er eng in Kontakt mit dem Führer der Frelimo in Mozambique, Samora Machel. Die beiden wurden enge Freunde und Verbündete.

Moses Mabhida

1985 während eines Aufenthaltes in Mozambique, erlitt Mabhida einen Schlaganfall und nach einjähriger Krankheit erlag er in Maputo einem Herzinfarkt. Er wurde dort im März 1986 beerdigt.

Zwanzig Jahre nach seinem Tod, wurden Mabhidas sterbliche Überreste im November 2006 exhumiert und in seiner Heimatstadt Pietermaritzburg endgültig zur Ruhe gelegt. Seine Tochter, Nokuthula Mabhida, sagte während der Zeremonie: „Dies ist für uns alle ein bewegender Augenblick. Die Tränen die sie sehen sind nicht Tränen des Schmerzens sondern Tränen der Freude, denn seit Jahren haben wir versucht unseren Vater in Südafrika zu beerdigen.Quelle.


2 Antworten auf „Der Moses Südafrikas“


  1. 1 altona93fan 13. Juni 2010 um 23:02 Uhr

    Ich werde am 03. Juli lieber mich ins entfernte Berlin machen um den Cup zu gucken und gemeinsam zu lachen, anstatt das Fifa Spektakel zu verfolgen. Gegen den Mainstream!
    Forzà Roter Stern

  2. 2 stehplatzfanatiker 19. Juni 2010 um 20:26 Uhr

    der rote stern ist eh besser als jede weltmeisterschaft

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