Archiv für Juni 2010

Haste den Ball, haben die anderen ihn nich.

Der Trainer des Roten Stern Nordost Berlin im Interview

ZSZF: Zuerst einmal Gratulation zum Aufstieg vier Spieltage vor Ende der Saison.

Trainer: Danke, und herzlichen Glückwunsch an die Mannschaft die sich durch ihre Leistung erarbeitet hat. Aber unsere Saison ist noch nicht beendet, noch haben wir nämlich nicht alle Ziele erreicht. Wir wollen auf jedenfall noch Staffelmeister werden und die Saison als Erster beenden…

ZSZF: Wie ist das jetzt eigentlich mit dem Aufstieg? Man munkelt von einer neuen Liga. Wissen wir jetzt schon wohin es genau geht?

Trainer: Planmäßig geht es in die Freizeit-Landesliga von Berlin. Allerdings hat der Vorstand darauf hingewiesen, dass der Berliner Fussball-Verband (BFV) eine zusätzliche Liga etablieren will. Wo diese dann genau eingeschoben wird, ist noch nicht ganz klar.

Wenn es aber dazu kommen sollte, dass wir diese Liga vor die Nase gesetzt bekommen, werde ich mich persönlich, mit Unterstützung des Vorstandes, beim BFV dafür einsetzen, dass wir den sportlichen Erfolg nicht am grünen Tisch nachträglich verbaut bekommen…

ZSZF: Du hast ja erst mitten in der Saison das Traineramt übernommen, wie weit konntest du bisher deine Vorstellungen mit der Mannschaft umsetzen?

Trainer: Teilweise. Bisher war zu wenig Zeit, um meine Philospohie komplett umzusetzen. Dazu variiert die Trainingsbeteiligung zu sehr. Aber das Grundgerüst denke ich ist schon zu sehen: Ich möchte, das wir hinten geordnet stehen, im Spiel der Ball laufen gelassen wird, dann schnell der Pass gespielt wird. Ganz einfach: Haste den Ball, haben die anderen ihn nich.

Um dieses Konzept umzusetzen, muß jeder für jeden rennen und das selbe Zeil verfolgen. Hauptsächlich konditionelle Rückstände und das fehlende gemeinsame Training stehen dem derzeit im Weg.

ZSZF: Meistens stehst du selbst mit auf dem Platz. Wie kommst du mit der Doppelbelastung als Spieler und Trainer zu Recht?

Trainer: Prinzipiell ist es als Trainer leichter vom Spielfeldrand aus das Spiel zu begleiten, aber dadurch das man auf dem Feld steht, kann man direkt vor Ort taktische Anweisung geben oder moralische Schützenhilfe…

ZSZF: Was wäre dir lieber? Trainer, Spielertrainer oder nur Spieler?

Trainer: Was der Mannschaft und dem Verein am meisten weiterbringt! Aber mir juckt es immer noch in den Zehen. Und das Potenzial der Mannschaft verlockt so lange wie möglich die Töppen zu schnürren…

ZSZF: Wer war, bzw. wer ist dein Vorbild als Trainer?

Trainer: Mein ehemaliger Jugendtrainer. Und international van Gaal.

Das gesamte Interview wird in der zweiten Ausgabe unseres Zines ‚Zur Sonne. Zur Freiheit! erscheinen. Die erste Ausgabe findet ihr hier

Nichts und niemand ist vergessen!

Nur fünf Monate, nachdem die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 den Tag der nationalen Erhebung feierten, gewann am 9. Juni der Boxer Johann Trollmann in Berlin die Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht. Tage später wurde ihm jedoch der Meistertitel wieder aberkannt, denn Trollmann war ein Sinto und passte nicht in das rassistische Weltbild der Nationalsozialisten. Sie werteten seinen Boxstil als „zigeunerhaftes Herumflitzen“ und „undeutsch“ ab und verschleppten Trollmann 1938 in das Arbeitslager Hannover-Ahlem.

1944 wurde er im KZ Neuengamme ermordet. Damit seine Geschichte nicht in Vergessenheit gerät und die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma aufgearbeitet wird, hat die Künstlergruppe BEWEGUNG NURR und Florian Göpfert, unterstützt von der Amadeu Antonio Stiftung, ein temporäres Denkmal im Viktoriapark in Kreuzberg initiiert.

Eingeweiht wird es am 9. Juni ab 18 Uhr. Bis Mitte Juli informiert ein Begleitprogramm über Trollmann und über den Völkermord an den Sinti und Roma. Mehr Informationen im Internet findet Ihr hier…