Die Ereignisse überschlagen sich! Zuerst war da eine völlig berechtigte Forderung, nämlich die Regionalliga zu reformieren. Nichtsdestotrotz waren zwei Transparente mit genau jener Forderung ein Dorn im Auge der Rasenballsport Leipzig Security. Woraufhin ein offener Brief geschrieben wurde, der jetzt endlich von einem verantwortlichen Mitarbeiter für Organisation & Spielbetrieb beantwortet wurde:
„Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Kritik an organisatorischen Punkten bei der Austragung des DFB Pokalspieles von dem HFC und Union Berlin. Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass wir bei diesem Spiel keinerlei Einfluss in Bezug auf die Organisation und auf den Ablauf hatten, da wir, wie Sie wissen, kein teilnehmender Verein waren. Der Umstand, dass dieses Spiel in der Red Bull Arena ausgetragen wurde steht in diesem Fall nicht mit unserem Verein in Zusammenhang, sondern ist an den HFC zu richten, der austragender Verein war.
Bezüglich Ihrer angeführten Kritikpunkte kann ich Ihnen aus den oben beschriebenen Gründen leider nicht behilflich sein und kann Ihrer Forderung nach Aufklärung nicht dienlich sein. Wir haben uns Ihre Kritik aber zu Herzen genommen und werden dies bei unseren Spielen mit einbeziehen. Sofern es sich um Spiele des RB Leipzig handelt stehen wir absolut hinter Ihrer Ansicht der freien Meinungsäußerung und werden ein derartiges Banner, sofern es bei uns rechtzeitig angemeldet wird, auch ohne Probleme präsentieren lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Horst Eckstein
RB Leipzig
Organisation & Spielbetrieb„
DFB-Pokalspiel? HFC gegen Union Berlin? War da was? Also wir waren auf jeden Fall nicht da! Die Transparente auch nicht, Herr Eckstein. Wir besuchten das ersten Regionalligaspiel zwischen ihrem Karnevalsverein Rasenballsport Leipzig und Türkiyemspor Berlin. Können Sie nicht lesen? In der Hoffnung, dass sie es vielleicht doch können, hier die Antwort der Faninitiative Pro-Regionalliga-Reform:
„Sehr geehrter Herr Eckstein,
wie Sie bei erneutem Lesen unseres Schreibens mit Sicherheit feststellen werden, sprechen wir NICHT vom DFB-Pokal, sondern vom Spiel RB Leipzig – Türkiyemspor Berlin.
Daher bleiben unsere Aufklärungsforderungen weiterhin bestehen. Erstrecht, nachdem Sie nun eingeräumt haben, dass Sie diese Banner bei Ihren eigenen Spielen zulassen würden.
Mit freundlichen Grüßen
Alex Lehné
Faninitiative Pro Regionalliga Reform 2012„
Nun heißt es wohl warten. Wobei es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass Herr Eckstein seinen Fauxpas noch irgendwie weiter kommentieren wird. Wer die Wartezeit sinnvoll überbrücken will, der stimmt hier für die Reform, und kann sich dann noch zum Abschluss einen kleinen Beitrag mit bewegten Bildern zu Gemüte führen.
Die Begriffe ‚Hinfort RasenBallsport‘, ‚Karnevalsverein‘ und ‚Aufklärungsforderungen‘ sprechen nicht gerade für das ernsthafte Suchen eines klärenden Gesprächs.
Witzigerweise liegt bei der MDR-Umfrage derzeit der Kandidat vorne, der die derzeitige Regelung minus x Reservemannschaften bevorzugt (ja, ich weiß, nicht repräsentativ).
Noch witzigererweise ist das lesen können hier auch nicht sehr ausgeprägt, denn die Antwort des Herrn Eckstein spricht ja davon, dass Transparente rechtzeitig angemeldet werden müssen. Was wohl nicht geschah?
Grundsätzlich finde ich die Praxis der Transpikontrolle eher zweifelhaft, andererseits gab es in den letzten Jahren auch genug Unsinn in den Stadien, den man sich vereinsseitig (das Stadion als Raum, in dem das Hausrecht gilt) zurecht vom Hals halten möchte.
Aber, ich denke auch, dass man beim Spiel RB gegen Türkiyemspor sehr viel entspannter mit der Situation hätte umgehen können bzw. müssen. Die Tansparente harmlos, die Gruppe klein, nichts sprach dagegen, sie da einfach sitzen und in Ruhe zu lassen. Zumal die Gruppe aus meiner Sicht sowieso wirkte, als wären Sie eher auf der Suche nach dem ‚Skandal‘ bzw. besser Aufhänger, als nach einem Spiel, in dessen Rahmen sie ihr Anliegen thematisieren können.
Womöglich kannst Du nicht lesen: „Dann kamen die Ordner von Rasenballsport Leipzig. Nach einigem Hin und Her, musste eines der beiden Transparente eingerollt werden, weil Türkiyemspor angeblich nur eins angemeldet hatte. Nach weiteren 10 Minuten kam der Chef der Ordnungskräfte wieder zu uns, und erklärte das auch das letzte Banner verschwinden müsste, da auf diesem der DFB kritisiert wird. Das Motto „Aufwachen DFB“ konnte man an diesem Wochenende in dutzenden Stadion der Republik lesen. Niemand störte sich daran, außer die Verantwortlichen von RBL.“ Quelle.
Die Anmeldung von Türkiyemspor erfolgte. Punkt.
„Zumal die Gruppe aus meiner Sicht sowieso wirkte, als wären Sie eher auf der Suche nach dem ‚Skandal‘ bzw. besser Aufhänger, als nach einem Spiel, in dessen Rahmen sie ihr Anliegen thematisieren können.“
Das erkläre doch mal Bitte! Wie sieht man denn aus, wenn man einen Skandal provozieren will? Hat man lange Haare, blaue Jeans an und eine Kippe in der Hand? Man kann gar nicht soviel Essen, wie man Kotzen möchte, Sie Arschloch!
Reihen Sie das wort A… einfach in die Reihe der anderen Wörter ein. Stichwort Gespräche sehen anders aus.
Zum Thema ‚Suche nach dem ‚Skandal‘ (Anführungsstriche sind hier ganz wichtig): Die Transpigruppe wirkte aus der Außensicht ein wenig konspirativ. Schnellen Schrittes durchs Stadion eilend, von der Spitze der Gruppe mit den Worten ‚Tempo jetzt‘ angefeuert, war man doch sichtlich hektisch beim Transparent auspacken. Das spricht einerseits dafür, dass die Aktion mit dem gastgebeneden Verein nicht abgesprochen war und dass die Gruppe damit rechnete, dass sie mit ihren Transparenten nicht lange sitzen bleiben dürften. Heißt in der Logik auch, dass man die Absprache mit dem gastgebenden Verein nicht suchte und lieber darauf setzte, die Aktion unabgesprochen durchzuziehen. Heißt aus meiner Außensicht auch, dass man um die Varianten der Folgen wusste. Es hätte auf 90 Minuten mit Transparent in der Hand hinauslaufen können, aber auch auf das Wiedereinpacken. In dem Sinne war das Einpackenmüssen und der ‚Skandal‘ aus meiner Sicht durchaus eingeplant.
Aber, um das auch noch mal deutlich zu machen: Ich denke immer noch, dass ein fußballbezogenes, DFB-kritisches Transparent – und das war es und kein politisch, religiös oder irgendwie verunglimpfendes – auf jedem Fußballplatz der Republik seinen Platz haben müsste.
Ich glaube, das Problem ist, dass Sie von RasenBallsport Leipzig eine 100%ige Korrektheit im Handeln erwarten, die Sie mit Ihrer eigenen Wortwahl nicht im mindesten einhalten können. Glauben Sie, Sie Administrator Sie, denn wirklich, dass viele Leute mit Ihnen reden wollen, wenn Sie andere als Karnevalsverein oder A…löcher bezeichnen? Vielleicht ist Ihnen das auch egal, was aber wiederum eher für die Interpretation des provozierten ‚Skandals‘ spricht. Sei es drum, vielleicht wird die Regionalligareform ja besser als diese kleine Auseinandersetzung..
Wenn man alles durch eine rosarote Brille sieht, dann ist natürlich jeder komische Move eine Verschwörung gegen den Leipziger Karnevalsverein…
„Die Transpigruppe wirkte aus der Außensicht ein wenig konspirativ. Schnellen Schrittes durchs Stadion eilend, von der Spitze der Gruppe mit den Worten ‚Tempo jetzt‘ angefeuert, war man doch sichtlich hektisch beim Transparent auspacken.“
Wenn Du jetzt noch der Wahrheit zu liebe nicht verschweigen würdest, dass zu diesem Zeitpunkt das Spiel schon längst angepfiffen war, dann könnten wir vielleicht auch auf das A…-wort verzichten. „Tempo jetzt“ war also einfach nur der Tatsache geschuldet, dass man pünktlich zum Start mit den Transparenten im Block sein wollte. Auch anzumerken bleibt die Tatsache, dass wir die Transparente nicht an der Einlaßkontrolle vorbeigeschmuggelt haben… Sprich die Ordner schon längst Bescheid wussten.
„Heißt in der Logik auch, dass man die Absprache mit dem gastgebenden Verein nicht suchte und lieber darauf setzte, die Aktion unabgesprochen durchzuziehen.“
Absprache? Wenn man die Banner mit ins Stadion nehmen kann, weil die Ordner nix dagegen haben, mit wem soll man sich vorher noch absprechen? Die Verantwortlichen von Türkiyemspor wussten ja Bescheid. Und mal ganz unschuldig gefragt: Warum muss man denn solche Banner überhaupt vorher anmelden? Wir sind doch nicht mehr in der DDR!
„Aber, um das auch noch mal deutlich zu machen: Ich denke immer noch, dass ein fußballbezogenes, DFB-kritisches Transparent – und das war es und kein politisch, religiös oder irgendwie verunglimpfendes – auf jedem Fußballplatz der Republik seinen Platz haben müsste.“
Vorschlag: Anstatt uns hier auf den Sack zu gehen, setze doch mal genau das bei deinem öden Retortenverein durch! Dazu sind die Fans nämlich bei einem normalen Verein da. Nicht nur zum Konsumieren von Eventfußball und ekliger Brause.
„Ich glaube, das Problem ist, dass Sie von RasenBallsport Leipzig eine 100%ige Korrektheit im Handeln erwarten, die Sie mit Ihrer eigenen Wortwahl nicht im mindesten einhalten können.“
Wie süß, Du vergleichst gerade Äpfel mit Birnen. Du diskutierst hier mit Ultras und keinem offiziellen Vereinsverantwortlichen. Unsere Aufgabe ist es nicht 100% korrekt zu sein. Aber ein Verein wie Rasenballsport, der sich z.B. als einziger Verein nicht der IG Regionalliga angeschlossen hat, der sollte, wie es Herr Eckstein so freimütig formuliert, wenigsten die freie Meinungsäußerung im Stadion akzeptieren. Aber um solche eklatanten Unterschiede zu verstehen, muss man sein Hirn einschalten, anstatt dumm einer roten Rinderherde hinterherzulaufen…
Ach stimmt, ich diskutiere ja hier mit Ultras. Huch, das sind dann wohl die, die sich wie die Axt im Walde benehmen dürfen, aber an andere „Aufklärungsforderungen“ meinen stellen zu müssen? Naja, meinetwegen.
Eine klare Empfehlung von mir an URS, wenn ich dessen Ergüsse lese: Geh zum Arzt und lass Dich gegen Tollwut impfen. Geifernder Haß-Schaum vor dem Mund ist ein klares Symptom!
Erst eine große Welle schieben, wie ein wilder Elefant auf die Mücke drauf los gehen, überall und an allen Orten eine Verschwörung bzw. Konspiration vermuten um sich dann mit einem einfachen „meinetwegen“ zu verabschieden! Wow, ganz großes Tennis, RoteBrauseBoy.
Apropo Tennis, das ist für Euch Brausepulveropfern genau der richtige Sport. „Einfach nur Fußball gucken“, ohne Sinn und Verstand, dass wollten die Deutschen übrigens auch zwischen 1933 und 45. Scheiß drauf was so in der Gesellschaft passiert. Scheiß drauf, wenn aus einem Arbeitersport eine nationale Pflichtveranstaltung wird. Und Scheiß drauf, wenn Unternehmen den Totengräber für eine Massensportbewegung spielen. Hauptsache man muß sein Hirn nicht anschalten und kann Fußball sehen!
Naja, aber sorry mein lieber Ex-Administrator-nun-Urs, Du hattest doch darauf bestanden Ultra mit nicht 100%iger Korrektheit sein zu wollen. Worüber sollten wir zwei denn dann noch reden? Über mein Hirn? Och nö. Darüber, ob Transparente nach 55 oder nach 155 Spielsekunden wirkungsvoller sind? Auch nö. Oder darüber, wie 33-45 und die ‚Massensportbewegung‘ zusammenpassen könnten? Erst recht nö. Außer, Du kannst mir glaubhaft machen, warum das hier mit uns und einem Gespräch(!) noch was werden könnte.
Ein klärendes Gespräch? Mit Dir? Wozu?
Weder bist Du Herr Eckstein, noch sind wir hier bei einer Therapiesitzung. Du bist der selbsternannte Rotebrauseblogger, ergo parteiisch, und wir sind nicht bereit uns öffentlich dafür zu entschuldigen, dass wir etwas gemacht haben, was in allen Stadien dieser Republik ohne Problem vonstatten gehen konnte!
Du streust Gerüchte über unsere Aktion, spekulierst über unlautere Motive unsererseits und das nennst Du ein Gespräch? Als Du damals während deiner Studentenzeit zum Rhetorikkurs gegangen bist, mag diese Taktik der letzte Schrei gewesen sein, aber uns langweilst Du nur…
In Berlin sagt man Tschüß!
Erstens suche ich kein klärendes Gespräch, eher Ansätze von Gesprächskultur.
Zweitens habe ich im Zusammenhang mit den Transparenten nie darum gebeten, dass Ihr Euch entschuldigen sollt.
Drittens streue ich keine Gerüchte, sondern stelle meine subjektive Wahrnehmung der Gruppe und Ihrer Aktion dar.
Viertens halte ich selbst meine Interpretation, dass der ‚Skandal‘ des Transparent-Einpackens durchaus eingeplant war nicht für ein unlauteres Motiv.
Fünftens gab es zu meiner Zeit noch gar keine Rhetorikkurse.
Und sechstens sage ich – um im Klischee zu bleiben – leise Servus.
Nur mal so am Rande. Gibt es eigentlich noch eine weitere Antwort von dem Herrn Eckstein oder ist die Angelegenheit nun mit seiner falschen Stellungnahme erledigt?
Danke und viele Grüße aus Leipzig
Sieht leider nicht mehr danach aus!