Archiv für Oktober 2010

Fans wollen die Regionalliga Reform

Fans und Vereine wollen die Regionalliga Reform – die Verbände sträuben sich. Das Demokratieverständnis von DFB & DFL ist gefordert!

Zehntausende von Unterschriften, Protestbanner in dutzenden von Stadien, Demonstrationen und Info-Veranstaltungen: Die deutschen Fußballfans zeigen seit Wochen und Monaten, was sie wollen: Eine Reform der Regionalliga, inkl. einer eigenen Staffel für die zweiten Mannschaften. Mit im Boot sind alle selbst betroffenen Vereine, sowie viele nicht direkt betroffene, die sich solidarisch erklären. Alle Argumente gegen dieses Modell (z.B. Nachwuchsförderung) wurden mittlerweile entkräftet – Fans und Vereine haben Lösungen erarbeitet und Kompromisse vorgeschlagen.

Am Freitag am Rande des Länderspiels gegen die Türkei, berieten sich DFB und DFL erneut über den Reformvorschlag – ohne, dass die direkt Betroffenen selbst am Tisch gesessen hätten. Im Nachgang ist zu erfahren, dass diese Diskussion erneut ergebnislos blieb, man konnte sich nicht einigen.

Einig sind sich dagegen die Fans: Egal, wo derzeit eine Umfrage zum Thema Regionalliga-Reform läuft, stets ergeben sich Werte zwischen 80-95% der Zustimmung für das oben angesprochene „2+1 Modell“. Von solchen Umfragewerten können die Politiker nur träumen.

Im Grunde geht es aber um (Sport)-politiker: Ein DFB-Bundestag wird über die Reform entscheiden – das klingt sehr demokratisch. Wenn es sich dabei wirklich um eine demokratische Institution handelt, bedarf es keiner ergebnislosen Diskussionen mehr. Klarer kann sich das (Fußball)-Volk nicht positionieren.

Informationen zur Faninitiative Pro Regionalliga Reform 2012:
Die Initiative wird von 282 Fanclubs von 91 Vereinen bundesweit unterstützt. Ebenfalls bekennen sich mehr als 18.000 Einzelpersonen sowie viele Amateurvereine zur Unterstützung.

Erste Eindrücke von der Demonstration.

Schönes Wetter. Viele Teilnehmer. Teilweise getrübte Stimmung.




Ticker auf Sankt Pauli Mafia.
Bericht auf RBB.
Bericht und Fotos auf SPON.
Artikel und Fotos auf stadionwelt.de
Fotos von www.seit1894.de
Fotos von Fürth.
Fotos vom BFC Dynamo.
Interview auf 11.Freunde.
Reportage auf der-betze-brennt.de

Scheiß Rassisten, Nazipack!

Am gestrigen Mittwoch traf der Bezirksligist VfB Einheit Pankow in einem Nachholspiel auf den Regionalligisten Türkiyemspor Berlin. Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, auf dem kleinen Rasenplatz, spielten beide Mannschaften um den Einzug in die dritte Runde des Berliner Pilsner-Pokals. Doch das spielerische Ergebnis wurde im Verlauf des Spieles ziemlich zweitrangig…

Auf der Seite des VfB versammelten sich rund 30 Anhänger des Pankower Vorortvereins. Während der gesamten ersten Halbzeit riefen einige aus dieser Gruppe wiederholt die Songzeile „Wieder einmal kein Tor für Türkiyemspor“ von der rechtsterroristischen Band Landser. Ebenfalls wurden wiederholt „Scheiß Türkiemspor“-Sprechchöre angestimmt. Nur ein paar ältere Einheit-Fans intervenierten dagegen und versuchten die jüngeren Fans davon abzuhalten weiterhin diese menschenverachtenden Parolen.

Nachdem ein Fan von Türkiyemspor die Sprechchöre dokumentieren wollte, wurde er mit den Sprüchen „Hau ab du rotes Gesindel“, „geh lieber arbeiten“ und „du willst wohl später mal Che Guevara werden“ belegt. In den Gesprächen während der Halbzeitpause kamen als Reaktion nur die üblichen Beschwichtigungsfloskeln: von wegen „Fussball hat mit Politik nichts zu tun“ über „seht das alles mal nicht so eng“ bzw. „bei uns gibt es sogar Albaner und Türken in der Mannschaft“.

Zur Krönung sagte dann ein Jugendtrainer: „ich bin selbst Jugendtrainer einer C-Jugend-Mannschaft und war früher mal so drauf. Bis 14 hab ich solche Musik auch noch gehört, doch dann irgendwann hat es klickt gemacht.“ Was da genau in seinem Kopf klick gemacht hat, kann man schwer sagen…

Fakt ist, das es nach der Halbzeit – zwar etwas leiser und nicht mehr so inbrünstig – mit den „wieder mal kein Tor für Türkiyemspor“-Sprechchören weiterging. Glücklicherweise gab die Mannschaft ihre Antwort auf dem Platz. Am Ende fegte Türkiyemspor die Einheit mit 5:0 vom Platz…

Ultras Roter Stern (B) * Oktober 2010


PS:
Wir wissen nicht ob das Schiedsrichtergespann Philipp K., Roman R. und Stephan S. etwas über die Vorfälle im Spielbericht notiert haben. Weshalb eine genauer Nachforschung bestimmt äußerst interessant wäre.

Auf die Straße für unsere Fankultur!

Nach einem konstruktiven Gespräch mit den örtlichen Sicherheitsbehörden, wurde der Startort der Demo um wenige hundert Meter verlegt. Die Demo startet somit am Roten Rathaus Ecke Spandauer Straße. Am Auftaktplatz stehen zahlreiche Helfer bereit, die bei Unklarheiten gefragt werden können.

An dieser Stelle wollen wir noch darauf hinweisen, dass ein Glasflaschenverbot herrscht. Außerdem dürfen keine Seitenbanner genutzt werden.

Hier noch folgen ein paar weitere grundlegende Verhaltensregeln für kommenden Samstag:

Getrennt bei den Farben – Vereint in der Sache

Auch bei dieser Demo gilt das Motto. Rivalitäten sollen weder auf der Demo noch auf Hin- und Rückreise eine Rolle spielen. Wer sich nicht leiden kann, der geht sich aus dem Weg!

Zurückhaltung auf An- und Abreise

Dazu gehört nicht nur, dass es zu keinen Zusammenstößen zwischen den Gruppen, sondern auch, dass es nicht zu irgendwelchen sonstigen Vorfällen in Bahnen, Bahnhöfen oder auf Raststätten kommt. Malereien, Aufkleber, zerkratze Scheiben oder „Angeprolle“ von sonstigen Reisenden sind absolut fehl am Platz!

Keinen Bock auf Nazis

Wir dulden weder Nazis noch Nazikleidung wie Thor Steinar o.ä. auf oder rund um die Demo. Wer das nicht akzeptiert kann zu Hause bleiben!

Verzicht auf Pyro und Böller

Böller sind ein „No Go“ bei der Demo. Weiterhin bitten wir euch alle auf jegliche Art von Pyrotechnik zu verzichten. Es ist ein Thema, welches den meisten Gruppen sehr am Herzen liegt und auch ein unverzichtbarer Teil unserer Fankultur darstellt. Dieses Thema ist aber ebenso sensibel und daher wollen wir an dem Tag auf Pyrotechnik gänzlich verzichten.

Es liegt in unserer Hand, ob diese Demonstration ein Erfolg wird. Daher lasst uns gemeinsam alles dafür tun! Blödes Rumgeprolle, Machtdemonstrationen oder Alkoholleichen haben auf der Demo nichts zu suchen.

Weitere Infos findet ihr unter Ablauf.

Real besiegt. Reinickendorf geentert!

Am 5. Spieltag der Freizeit-Bezirksliga II des BFV gastierte der Rote Stern Nordost Berlin beim SV Real Reinickendorf. Der am Borsigpark beheimatete Gastgeber startete mit einem Sieg und drei Niederlagen in die neue Saison und befand sich somit in der unteren Tabellenhälfte der Liga und sollte für uns daher keine allzu große Hürde im Kampf um den Aufstieg darstellen.

Die Partie fand an einem frischen frühen herrlich herbstlichen Samstagvormittag statt. Der Gastgeber aus Reinickendorf begann mit einer sehr defensiven Ausrichtung. Der Rote Stern hingegen geprägt von vereinzelter morgendlicher Trägheit. Folgend also ein zähes Spiel ohne große Torchancen, viel Mittelfeldgeplänkel und wenig Tempo. Wie bei einem solchen Spiel nicht anders zu erwarten fiel das erste Tor durch eine Standardsituation. Nach einem Freistoß von Martin P. sind sich Torwart und Abwehrspieler nicht einig und schenken den Roten Stern mit einem Eigentor die 1:0-Führung. Das Spiel blieb weiterhin unverändert und schleppte sich unansehnlich in die Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit änderte sich nicht viel: kaum Spielfluss, einige Fouls, einige Freistöße, der Gastgeber stets tiefstehend. So war es wieder ein Freistoß von Martin P., der das nächste Tor einleitete. Der hereingebrachte Ball, noch von einem Abwehrspieler abgefälscht, fiel Martin L. direkt vor die Füße, der problemlos zum 2:0 einschenken konnte. Das Spiel blieb weiterhin frei von viel Sehenswertem bis sich Martin Ö. den Ball schnappt, die gesamte Abwehr der Reinickendorfer schwindelig spielt und nur noch durch ein Foul zu stoppen ist. Den folgenden Elfmeter verwandelte unser Torwart Erik S. im Doppelpass mit dem Pfosten. 3:0. Den glanzlosen Schlusspunkt setzte ein Spielertrainer des Roten Sterns, welcher mit gelb-rot vom Platz flog.

Quelle.

Infos zum Ablauf der Demo am 09. Oktober

Hinweise zum Ablauf der Fandemonstration in Berlin am 09. Oktober 2010:

Als allgemeiner Treffpunkt für alle teilnehmenden Fans dient die Weltzeituhr am Alexanderplatz. Wir bitten alle Teilnehmer sich bis 13 Uhr dort einzufinden.

Die Busparkplätze befinden sich am Olympiastadion, Ostbahnhof und an der Storkower Strasse. Es wird vorgeschlagen die Busbesatzungen am Alexanderplatz aussteigen und nach der Demo dort durch die Busse wieder abholen zu lassen. Es werden von allen teilnehmenden Szenen die mit dem Bus anreisen eine Rückmeldung an die demo@profans.de benötigt, dann wird euch ein Parkplatz zugewiesen. Eine Anfahrtsbeschreibung von den Autobahnen bis dorthin, sowie eine Wegbeschreibung innerhalb Berlins zum Alexanderplatz folgt in Kürze.

In der Übergangszeit bis zur Eröffnungskundgebung um 14 Uhr ist dann erst mal genügend Zeit lautstark und kreativ zu zeigen was uns Fankultur bedeutet und das wir ALLE GEMEINSAM unsere Stimmen für mehr Fanrechte erheben und uns nicht nur als Sicherheitsrisiko abstempeln lassen!

Bei der Eröffnungskundgebung werden dann die Haupt- organisatoren ProFans, BAFF, sowie Unsere Kurve ein paar begrüßende Worte halten und nochmal näher erläutern wie und warum es überhaupt zur diesjährigen Fandemo als Auftakt zu einer langfristig angelegten Kampagne ZUM ERHALT DER FANKULTUR gekommen ist. Weiterhin wird es eine ganze Anzahl an Redebeiträgen geben, sowohl von Fanseite, aber auch von anderen Organisationen.

Anschließend beginnt dann der Demonstrationszug durch Berlin mit folgender Route: Gestartet wird am Alexanderplatz. Die Route verläuft dann durch die City Ost: Es wird dann über die Torstraße, Friedrichstraße und Unter den Linden wieder zum Alexanderplatz zurück gelaufen!

Bei der Demo wird in einzelnen Blöcken gelaufen, diese Vorgehensweise hat sich schon bei der letzten Fandemo in Frankfurt 2005 bewährt.

Hierzu folgt noch eine Einteilung der teilnehmenden Fanszenen nach Vereinen und anhand des Themenschwerpunkts, den sich die Fans innerhalb ihres Bereichs annehmen werden. Hierzu findet ihr auf dieser Homepage unter der Rubrik „Themenschwerpunkte“ eine paar Vorschläge für die angedachten Bereiche, die jedoch gerne erweitert und ergänzt werden können.

Wir bitten alle teilnehmenden Fangruppen um Abstimmung und wenn ihr ein Thema aufgreifen wollt um Mitteilung an demo@profans.de.

Nach dem Demonstrationszug finden wir uns nochmal alle zusammen zur Abschlusskundgebung am Alexanderplatz ein, wo zum Abschluss nochmal einige Vertreter von ProFans, BAFF und Unsere Kurve zu Wort kommen. Bei weiteren Fragen könnt ihr euch natürlich weiterhin an uns wenden!

Macht im Vorfeld Werbung für die Demo!
Fertigt Choreografien und Spruchbänder für die restlichen Spiele unserer Mannschaften an!
Verteilt die Flyer und nutzt die Aufkleber!

KOMMT ALLE ZUR DEMO AM 09. OKTOBER NACH BERLIN!
ALLE GEMEINSAM ZUM ERHALT DER FANKULTUR!

Scheiß DFL!

Wir stehen vor der Zielgeraden. Der Versuch die Regionalliga zu reformieren ist in sein Endstadium eingetreten. Die Gegner der Reformierung wetzen schon die Messer und genau deshalb müssen wir Alle noch einmal den Arsch hoch bekommen! Beim kleinen Lokalderby zwischen Türkiyemspor und die Zweitvertretung von Hertha BSC waren wir wieder mit unseren Banner für die Regionalligareform am Start. Wer, wie, was – wieso, weshalb, warum – könnt Ihr hier nachlesen:

Hallo liebe Unterstützer!

Es geht langsam auf die Zielgerade, am 21./22. Oktober fällt die Entscheidung über eine RL-Reform.

Leider sah es schonmal besser für unser Gesamtziel aus. Es scheint tatsächlich so, als könnte es die DFL schaffen ohne großartige Argumente, dafür mit Macht und Geld eine Reform der Regionalliga zu verhindern, bzw. mit einigen Kompromissen davonkommen.

Zwar würden solche Kompromisse (wir können sie nur erahnen, aber es wird wohl um niedrigere Lizenzauflagen und strengere Regeln für die U23-(U21?)-Kader gehen) auch einen Teil unserer Ziele abdecken und das Ergebnis unserer Mühen sein – dennoch wären sie nach all‘ dem Aufwand einfach zu wenig um wirklich zufrieden sein zu können.

Deshalb möchten wir mit unsere letzten Aktionen vor dem Bundestag auf die DFL abzielen und dazu nutzen, dass in dieser Ecke nochmals Kompromissbereitschaft „erzwungen“ wird. Zwar sind wir was die mediale Macht angeht unterlegen, durch die aktuelle Ruhe um das Thema aber in der glücklichen Lage, dass auf uns geantwortet werden muss, wenn wir nun die Diskussion anfangen.

Daher rufen wir euch auf, an den Oktoberspieltagen nochmals mit Spruchbändern zu arbeiten, die gezielt die DFL und ihre Weigerung ohne wirkliche Argumente (siehe auch die letzte Email, in der zu allen Argumenten Stellung genommen wurde) ins Visier nehmen. Für den Text hat jeder freie Hand – da wir aber dummerweise von der DFL „abhängig“ sind, was die Entscheidungen angeht, muss ein gesunder Mittelweg gefunden werden. Wir denken z.B. nicht, dass „Scheiß DFL“ die Herren unbedingt kompromissbereiter macht. Vielmehr sollte im Vordergrund stehen, dass wir mit dem 2+1 Modell schon eine Kompromisslösung bieten, und damit eben auch die Nachwuchsförderung sichergestellt wird.

Kritik kann dahingehend geäußert werden, dass es dem Profiligaverband egal scheint, dass der Amateurfußball vor die Hunde geht. Mögliche Beispiele: „Aufwachen DFL! Für das 2+1 Modell!“ – „Wenn die Amateure vor die Hunde gehen, haben die Profis nicht nur wegzusehen!“ etc. – wie gesagt: Werdet ruhig selbst kreativ.

Ausgefüllte Unterschriftenlisten sollten nun möglichst schleunig zu uns kommen, Mitte Oktober werden wir diese in Frankfurt übergeben. Nicht aufstecken, sondern immer weiter machen. Es liegt jetzt auch an uns nochmal Druck auf die DFL auszuüben.

Beste Grüße

Faninitiative Pro Regionalliga Reform 2012