Archiv für März 2011

Arbeiterfußball in Deutschland. Teil III.

Die Jahre 1920 bis 1923

Drei Formen des friedlichen Klassenkampfes kannte die Arbeiterbewegung bis 1933 (zumindest in der Theorie): Den von Gewerkschaften und Genossenschaften geführten ökonomischen Kampf, den politischen Kampf durch die linken Parteien und schließlich den Kulturkampf, der die gewünschte Weltanschauung befördern sollte. Zur dritten Kategorie gehörte wegen der mit ihm verbundenen Agitation der Arbeitersport. Sport diente im linken Lager also nicht nur der Ablenkung von den oft bedrückenden materiellen Verhältnissen.

Darüber hinaus sollte er gesundheitlichen Schäden vorbeugen, die sich aus einseitiger Belastung bei der Lohnarbeit, schlechten Wohn- verhältnisse, Armut und Unterernährung ergaben. Arbeiterfußball steigerte bei fairer Spielweise Lebenskraft und Lebensfreude und diente dadurch dem Erhalt der Arbeitskraft, dem einzigen Kapital des Proletariers.

Mengenverhältnis von ATSB- und DFB-Kickern

Der Arbeitersport boomte wie das bürgerliche Lager in den 1920er Jahren, konnte seinen Rückstand in der Mitgliederentwicklung aber nicht aufholen. Der bürgerliche Deutsche Reichsausschuss für Leibesübungen (DRA) gab am 5. Mai 1925 bekannt, dass den ihm angeschlossenen 46 Sportverbänden (darunter DFB, Deutsche Turnerschaft usw.) 41.751 Vereine 5,6 Mio. Mitglieder angehörten. Dieser Masse standen immerhin 1,2 Mio. proletarisch organisierte Sportler gegenüber. Die Diskrepanz zwischen dem Stimmanteil der Linken bei Reichstagswahlen und ihrer prozentualen Unterstützung der linksgerichteten Sportbewegung war im Fußball besonders krass. Die Mitgliederzahl im DFB lag während der Weimarer Zeit immer etwa zehnmal höher als im Arbeiter-Turn- und Sportbund, der auch nicht umhin kam, dies zuzugeben. In der ATSB-nahen Sportpolitischen Rundschau vom 15. April 1928 wird der Anteil an Proleten und kleinen Angestellten in bürgerlichen Vereinen auf 80 geschätzt, bei den Spielern sogar auf 95 Prozent!

Interessanter Weise nahmen also die allermeisten links wählenden Fußballfreunde lieber bürgerliche Angebote wahr, also die des vorgeblichen Klassengegners. Vielleicht identifizieren sie sich nicht restlos mit ihrer Klasse, litten sogar an ihrer Zugehörigkeit, hegten im Stillen den verständlichen Wunsch nach gesellschaftlichem Aufstieg. Oder sie genossen einfach den höheren Unterhaltungswert im DFB-Liga-Zirkus, der durch Starkult, Ansätze von Merchandising sowie eine aktuelle und gut aufgemachte Sportpresse zusätzlich befeuert wurde.

Obwohl es keine Vergleiche zwischen hochklassigen Vereinen der beiden Verbände gab, darf man wohl annehmen, dass die führenden DFB-Mannschaften klar besser waren, als die führenden ATSB-Teams. Im bürgerlichen Fußball bekamen die Spitzenkönner für ihre Bemühungen heimliche finanzielle Zuwendungen, Anstellungen bei wohlhabenden Mäzenen oder eigene Geschäfte. Im Kicker fanden sich damals Inserate wie diese: „Tüchtiger Maschinenmeister und Schriftsetzer für größere Druckerei nach Norddeutschland gesucht. Guter Fußballspieler (Innenstürmer) bevorzugt.“ Oder: „Erstklassiger Spieler sucht Laden oder Stellung als Filialleiter (Zigarrengeschäft)“. Im Arbeiterfußball waren diese Formen verdeckten Berufssports verpönt und auch gar nicht möglich. Den proletarischen Ballathleten blieb konsequenter Weise nur übrig, weiter in den Betrieben ihrer Ausbeuter zu arbeiten – wenn sie ideologisch sattelfest waren.

Ein Arbeiterfußballer, der das nötige Können hatte, konnte zu einem DFB-Verein wechseln – und viele taten das auch, um ihre ökonomische Stellungen zu verbessern – ging dadurch aber seiner ursprünglichen Bewegung verloren. Und es gab noch einen gewichtigen Grund für DFB-Fußball: Er bot eine patriotische, aber wohltuend unpolitische Nische in einer Zeit, die durch Klassenkämpfe und politische Instabilität gekennzeichnet war.

Zudem steckten bürgerliche Vereine ihre Einnahmen vor allem in die Anschaffung von Sportplätzen, Spielgeräten und vielleicht auch in das Gehalt eines Sportlehrers. Arbeitervereine mussten von ihrem ohnehin schmalen Budget auch noch etwas für politische Propaganda abknapsen. Die meisten Proleten wollten wahrscheinlich einfach mal abschalten und nicht auch noch im Sportverein agitiert werden. Von den Mitgliedern der ATSB-Vereine wurde aber politisches Engagement erwartet, wenigstens die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft, besser noch aktive Beteiligung bei Wahlkämpfen, Demonstrationen und Agitationen. Das schmeckte gerade den freiheitsliebenden Fußballern nicht so besonders. In der Presse des Arbeitersports wird immer wieder beklagt, dass die eigenen Kicker für politische Arbeit zu undiszipliniert seien, bei Großkundgebungen durch Abwesenheit glänzten und lieber gleichzeitig auf dem Fußballplatz herumtollten, wo sie die böse Welt um sich herum ausblendeten. Tatsächlich finden sich unter den heute noch bekannten Namen von Antifaschisten, die aus dem Arbeitersport hervorgingen (Werner Seelenbinder, Paul Zobel, Bruno Plache, Willi Sänger, Hanns Zoschke, Paul Greifzu etc.), vor allem Turner und Zweikämpfer, aber kaum Fußballer!

Fast ein neuer Zuschauerrekord in Leipzig

Im vorigen Teil unserer Serie holte der TSV Fürth 1920 die erste ausgetragene Bundesmeisterschaft im deutschen Arbeiterfußball. In der darauf folgenden Saison konnte er sich nicht für die Titelverteidigung qualifizieren. Und auch im Bereich der Märkischen Spielvereinigung MSV kam es zu Wachablösungen. Der vorjährige Lausitz-Meister TuS Süden Forst wurde vom Ortsrivalen Tasmania Forst entthront, in Berlin siegte im Norden der BFC Nordiska von 1913 und im Süden der Neuköllner SC „Rüstig Vorwärts!“ von 1913.

Im Osten des MSV-Gebiets holte sich der Turnverein Jahn Landsberg/Warthe (heute Gorzów Wielkopolski) das Krönchen. Aus dem Kreise dieser vier Bezirksmeister holte der auf dem Exerzierplatz „Einsame Pappel“ (heute Jahn-Sportpark) ansässige BFC Nordiska den MSV-Titel von 1921, anschließend auch die Ostdeutsche Meisterschaft durch ein 3:2 gegen die Freie Turnerschaft Breslau-Süd, schließlich zog Nordiska sogar ins Endspiel um die Meisterschaft des ATSB ein.

Hier aber unterlagen die Nordost-Berliner am 10. Juli 1921 dem Arbeiter-Turn und Sportverein Stötteritz aus Leipzig glatt mit 0:3. Das Finale fand in Dresden an der Saalhauer Straße vor 4.500 Zuschauern statt. 1922 hieß der MSV-Meister Lichtenberger SC Brandenburg von 1902. Das Gründungsjahr, nach alter deutscher Sitte praktischerweise im Vereinsnamen stehend, zeigt an, dass der Verein schon vor Einführung des Arbeiterfußballs existierte. Tatsächlich trat der in Rot-Weiß auflaufende LSC Brandenburg 02 zunächst im Verband Brandenburger Ballspielvereine VBB (heute Berliner Fußballverband) an, ehe er im Schwung der Novemberrevolution mit dutzenden anderen Clubs zur MSV übertrat. Auch in der Ostdeutschen Meisterschaft triumphierten die Lichtenberger, wobei die Gegner wie üblich aus Stettin und der Lausitz kamen und nicht ganz an das Berliner Leistungsniveau heranreichten.

Die ATSB-Endrunde kam diesmal im Rahmen des I. Arbeiter-Turn- und Sportfestes in Leipzig zur Austragung. Auf dem Vorwärts-Platz in Connewitz schied Berlins Hoffnung gegen Vorjahres-Champion Stötteritz nach 0:3 Toren aus. Während des Endspiels auf dem Turnfestplatz (in der Nähe der Deutschen Bücherei) befanden sich etwa 50.000 Arbeiterturner und –sportler auf dem Gelände. Da es aber nur Tribünenplätze für wenige Tausend gab, werden die meisten Anwesenden nicht so viel vom Spiel gesehen haben. Andernfalls wäre es der damalige Zuschauerrekord im deutschen Fußball gewesen. Wie auch immer, der ATSV Stötteritz gewann 4:1 gegen Kassel 06 und verteidigte damit die höchste Fußballkrone des ATSB.

Hattrick für Stötteritz

1923 gab es mal wieder einen neuen Meister in der Märkischen Spielvereinigung. Diesmal setzte sich der erst im Vorjahr gegründete BFC Alemannia von 1922 durch, errang auch ungefährdet die Ostdeutsche Meisterschaft, schlug anschließend in der ATSB-Vorrunde Komet Altona-Klein Flottbeck 1:3 – übrigens im Stadion Altona, heute steht an jener Stelle das HSV-Stadion – und ehe die Alemannen sich versahen, standen sie auch schon im Bundesfinale. Hier lauerte erneut Branchenprimus ATSV Stötteritz. Doch vor dem Anpfiff musste man sich noch für einen Spielort entscheiden. In Berlin wurde als solcher das Stadion Lichtenberg annonciert, dann aber auf Weisung der in Leipzig ansässigen ATSB-Führung ein Platz im dortigen Eutritzsch angesetzt. Dort fand das Endspiel am 1. Juli 1923 auch statt. Stötteritz siegte vor immerhin schon 7.500 Zuschauern 1:0 über Alemannia. Die legte aber Protest gegen den Spielort ein, und so kam es eine Woche später zur Wiederholung in Berlin auf dem Platz von Norden-Nordwest.

Stötteritz bestritt noch am Vortag der Revanche ein Freundschaftsspiel, der Gegner aus Aussig zählte zur Spitze des sudetendeutschen Arbeiterfussballs, verlor aber in Leipzig-Stötteritz 0:5. Nach der Feier mit den Gästen, bei der sicher auch die Kehlen gut geölt wurden, ging es nach kurzer Nachtruhe per Zug in die deutsche Hautstadt und von dort, um Geld zu sparen, zu Fuß vom Anhalter Bahnhof zum NNW-Platz in Gesundbrunnen. Die Märkische Spielvereinigung hatte als Veranstalter auf bis zu 15.000 Zuschauer gehofft, doch bei Temperaturen um 40 Grad im Schatten fanden sich nur 3.700 ein. Die Wiederholung begann mit allen Feierlichkeiten wie das Spiel vor einer Woche, doch aus der Revanche wurde nichts, denn der ATSV Stötteritz nahm seine Rolle als Hecht im Karpfenteich des Arbeiterfußballs ernst und gewann diesmal sogar 3:1. Das Ehrentor für Alemannia 22 resultierte auch nur aus einem Elfmeter.

Während es damals in den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft des DFB immer wieder zu wahren Schlachten mit Fouls und Verletzten bis zum Abwinken kam (im Vorjahr fiel wegen solchen Umständen die reguläre Entscheidung zwischen Nürnberg und dem Hamburger SV aus), zeugt die folgende Zeitungsnotiz von einer anderen Ethik: Siegen ja, aber nicht um jeden Preis!

Alemannia spielte durchaus anständig und gab ebenfalls einen Beweis von echtem Arbeitersportgeist. Der sonst sehr gute, umsichtige Schiedsrichter, Genosse Bühring-Magdeburg, fällte einmal eine zu scharfe Entscheidung.

Einem Stötteritzer Spieler war die Hose heillos geplatzt. Er sprang hinaus, zog eine Reservehose über und trat wieder ein, sich beim Schiedsrichter meldend. ‚Sie haben sich nicht abgemeldet, ich kann Sie nicht mehr spielen lassen‘, sagte dieser. Er protestierte selbstverständlich in höflichster Form – der Stötteritzer Spielführer. Der Schiedsrichter befragte den Alemannia-Spielführer, ob er den Mann weiterspielen lassen wollte. Ohne Besinnen sagte dieser ‚Ja!‘ Bravo! Das zählt mehr als ein Sieg!

Freie Sportwoche vom 25. Juli 1923

Ein Tatort nur für Szeneautisten.

Pünktlich zum Sonntag wollen wir das Wort an einen anderen Blogger abgeben, der die aktuelle Tatort-Ausstellung genauer unter die Lupe genommen hat:

als ich erfuhr, dass in kreuzberg die ausstellung ‚tatort stadion 2′ bis anfang april noch diese rassistische, sexistische, homophobe usw. ausfälle in stadien dokumentiert war ich erst erfreut und gespannt. als ich jedoch las, dass das missy magazin (nichts gegen oldschooligen bummbummfeminismus als linderung der gesamtscheissesymptome!) als partner gewonnen wurde, war ich etwas enttäuscht: also wieder eine jener selbstvergewissernden kulturlinken veranstaltungen für gebildete mittelstandskinder, moralautismus mit fussibezug.

und so war es dann leider auch. tatort stadion 2 hat alles richtig gemacht: nebenwidersprüche thematisiert, schön aufgearbeitet, nebenbei noch der neuen dfb-linie gefolgt. dennoch: wer sich halbwegs für fussball respektive fanszenen interessiert und einigermaßen vernunftbegabt ist, erfährt hier nicht viel neues. es gibt einige widerliche kuriositäten zu sehen, bei denen man nicht so recht weiß, ob man lachen oder weinen soll und natürlich auch die positivbeispiele (überraschung! jena, babelsberg, pauli, bremen blablabla).

ich möchte die ausstellung nicht völlig abwatschen, denn rassismus, misogynie, homophobie etc. sind nach wie vor in den stadion (über-)präsent, auch wenn sich manches zum besseren gewandelt hat und es ist absolut begrüßenswert, dass es das alternativfussballmilieu gibt, allerdings wäre es vielleicht schick gewesen mal über den eigenen tellerrand hinauszuschauen und sich nicht nur an die bauchlinken studentenfussballfans mit 11-freunde- oder missy-abo zu wenden.

so hat diese ausstellung ziemlich viel richtig gemacht, verharrt aber mit ihrer konzeption im moralszeneautismus und schafft es nicht die eingangs exemplarisch beschriebene, völlig irrationale komponente des fussballfantums und einer durchmischten kurve (da gehören eben auch bollos dazu) mitzudenken. schade eigentlich.

Martens im Märchenland.

Aus dem radikalen Außenseitertum, aus der Verweigerung jeglicher Kooperation mit dem etablierten Herrschaftsapparat, spricht freilich nicht der Wille zum grundsätzlichen und bedingungslosen Verzicht auf Macht, sondern der Unwille, sie mit anderen Gruppen zu teilen.“ W. Pohrt, Brothers in Crime

Manche Menschen dieseln sich extra mit Parfüm ein, kurz bevor sie den Müll runter bringen. Andere wiederum denken ‚Gute Zeiten-Schlechte Zeiten‘ wäre eine realistische TV-Dokumentation über junge Erwachsene in Deutschland. Einige ganz bescheidene Gemüter wollen gar die Sozialromantik in der ersten Fußball-Bundesliga wieder etablieren. Dazu fällt uns nur die Aufzählung einiger prägnanter Adjektive, Adverbien und anderer Füllwörter ein: Sinnlos, völlig überflüssig und komplett realitätsfern.

Okay, es gibt nicht wenige die es durch ihre rosa-rote Brille etwas anders sehen. In der März-Ausgabe der konkret z. B. durfte ein bekennender Paulianer namens René Martens nicht nur die sozialdemokratischen Sozialromantiker abfeiern sowie die bösen „Egotripper“ von der Vereinsführung denunzieren, nein, unter zur Hilfenahme kritischer Theorie verbricht er auch noch eine viel größere Peinlichkeit:

Gibt es einen richtigen Fußball im falschen? Unter den Fans des FC St. Pauli gibt es nicht wenige, die diese andernorts selten gestellte Frage mit einem zögernden Ja beantworten würden. Noch. Die relativ richtige Idylle ist in Gefahr, und deshalb hat eine Initiative, die sich Sozialromantiker nennt, Debatten und Proteste angezettelt.

Liebe Genossen, kann es wirklich einen richtigen Fußball im ganz und gar Falschen geben? Denkt doch bitte noch einmal kurz nach! Während jeder andere Fußballfan diese Frage mit einem fragendem Blick beantworten würde, setzen FC St. Pauli-Fans wie Martens eine ernste Miene auf und fangen an über Fußball im Allgemeinem und ihren Verein ganz im Besonderen zu philosophieren. Dabei kommt immer das selbe heraus: St. Pauli ist spitze weil irgendwie auch kritisch und genau deshalb sowieso!

Wirklich erklären, wie eine millionenschwere Unternehmung zur Belustigung der Massen (siehe Kulturindustrie), das Richtige im falschen darstellen soll, kann niemand. Wie auch? Wenn es nichts richtiges im falschen gibt, dann gilt dies natürlich ebenso für die gesellschaftliche Sphäre des Sports. Der krampfhafte Versuch von René Martens einen Fußballclub aus der ersten Bundesliga zum Flaggschiff der Revolution um zu dichten endet dementsprechend in der reaktionären Feststellung, dass es mal wieder an einzelnen Personen liegt, weshalb das richtige Schiff auf dem falschen Kurs durch die Weltmeere segelt:

Auf einem anderen Blatt steht, ob sich dadurch das strukturelle Problem lösen läßt, daß zu viele zentrale Posten mit Leuten besetzt sind, die an einem richtigen Fußball im falschen gar kein Interesse haben.

St. Pauli, MC Donalds und die CDU!

Die Sehnsucht nach einer „relativ richtigen Idylle“ mündet in dem Hass auf einzelne Personen die angeblich genau diese Idylle zu verhindern versuchen. Das kennen wir doch schon zur Genüge. Aber was hat solcher Unsinn in der konkret zu suchen? Strukturelle Probleme auf „Egotripper“ abzuwälzen dachten wir bisher ist eigentlich der Job der Boulevard- presse?

Es bleibt nur eins festzustellen: Das Journalisten, ebenso wie Redakteure, wenn es um den FC St. Pauli geht, schnell romantisch werden, macht also auch nicht vor der letzten Bastion der kritischen Linken halt. Unter den Bloggern war dieses Übel ja schon lange weit verbreitet:

Sein Kollege Momo Rulez proklamiert, es gelte zu verhindern, daß der FC St. Pauli in einem Atemzug genannt wird mit „Queen Mary, Hafengeburtstag, Schlagermove“. Ideologiegeographisch gesagt: „Laßt uns Rand bleiben statt Mitte werden“.

Das Bedürfnis nach Randständigkeit offenbart noch ein weiteres tiefsitzendes Problem der braun-weißen Sektenanhänger. Wenn man seine ganze Identität darauf aufbaut, dass man einer coolen Avantgarde angehört, hat man kein Interesse an Konkurrenz oder einer grundlegenden Veränderung der Verhältnisse. Man nistet sich in der Nische ein und verteidigt mit harter Hand sein Revier gegen die ‚Anderen‘. Das man beim FC St. Pauli schon untereinander soweit ist, offenbart Martens in seinem Artikel nur zu deutlich.

Nicht zuletzt gibt es ein Unbehagen über neu hinzugekommene Fans, die offenbar so werden wollen wie die Partyelite aus der ‚Wo ist der Deinhard?‘ Werbung.

Anstatt ‚Deinhard für Alle‘ zu fordern, bzw. den neu hinzugewonnen Fans den Kampf um das Ideal einer Gesellschaft ohne sozialer Diskriminierung ans Herz zu legen, macht sich Unbehagen unter den autohochtonen Fußballfans breit. Da hat Herr Steinkamp, Mitglied, Fan und Kunde des FC St. Pauli, schon vollkommen Recht wenn er in seinem Leserbrief an die konkret formuliert:

Statt wie Revolution fühlt sich das eher an wie Zoff im Kleingartenverein, und die Forderungen der Protestler klingen so fortschrittlich wie der Ruf nach dem guten alten rheinischen Kapitalismus, in dem es bekanntlich ja nicht nur und noch nicht ganz so sehr um den Profit ging. Vielleicht sollte Heiner Geißler zum Vermitteln kommen.

1:0 für Don Quichote

Frau kämpft gegen viele Windmühlen, wenn man den linken Mythos FC St. Pauli kritisch ins Visier nimmt. Die angebliche Liebe für diesen alternativen Verein schlägt alternativlos in Hass auf seine Kritiker um, wenn diese den Fans mal wieder aufzeigen, dass ihr Objekt der Liebe keineswegs so alternativ ist, wie sie glauben bzw. halluzinieren.

Hermetisch in der eigenen St. Pauli-Identität abgedichtet, wird Kritik immer als Angriff auf die eigene Person missverstanden. Doch auf Dauer geht das nicht gut: Der gerne gegen uns erhobene Vorwurf, wir würden St. Pauli hauptsächlich aus Gründen des Neides kritisieren, fliegt nämlich derzeit wie ein Bumerang zurück zum Absender. Worauf sollen wir den überhaupt neidisch sein? Auf die Stripperinnen im Showroom? Die ätzende LED-Leuchtwerbung? Auf den derzeitigen Tabellenplatz? Oder womöglich die wahnsinnig brillante Idee den FC St. Pauli nach englischem Vorbild neu zu gründen?

Dazu haben wir im letzten Jahr eigentlich alles schon gesagt:

Aber es gibt auch verdammt gute Alternativen als weiterhin stumpf jeden zweiten Samstag zum Millerntor zu pilgern. Viele lokale Vereine haben ihre Wurzeln in der sozialistischen Arbeiterbewegung. Diese werden heutzutage zwar in den seltensten Fällen gepflegt, aber das sollte für uns ja kein Grund sein, solch einen wertvollen Schatz weiterhin unter der Erde liegen zu lassen! In Hamburg wäre da zum Beispiel die Freie Turn- und Sportvereinigung Lorbeer Rothenburgsort von 1896 e.V.

Oder man geht noch ein Stück weiter beim Abschied vom modernen Fußball und beschreitet komplett seinen eigenen Weg: Und unterstützt einen in der Region verankerten Roter-Stern-Verein! Falls diese zu weit entfernt liegen sollten, dann ist es an Dir die Initiative zu ergreifen, in deiner Region mit Deinen Freunden, endlich einen zu gründen! Also worauf wartest Du?

Coole Kids gründen Rote-Stern Vereine!

Ultras Roter Stern (B) *AG Hooligans und Philosophen

Zwischen Zwangsheirat und Liebe zum Spiel

Der dritte Teil der SPOX-Themenwoche beschäftigt sich mit Frauenfußball in Pakistan. In Teilen des Landes gelten Frauen nach wie vor als Eigentum des Mannes, Zwangsehen und „Ehrenmorde“ inklusive. Viele dürfen alleine noch nicht einmal das Haus verlassen – geschweige denn öffentlich Sport machen. Bei gemischt-geschlechtlichen Sport- veranstaltungen kam es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen durch islamistische Gruppen. Trotzdem hat sich in den letzten Jahren eine Frauennationalmannschaft organisiert. Die Kapitänin Sana Mahmud erzählt über die Probleme in ihrer Kultur – und ihre große Liebe zum Sport.

Quelle: SPOX

Nach 2 Stunden und 16 Minuten überquerte Tseko Mpolokeng die Ziellinie im Gaddafi-Stadion und riss erschöpft die Arme nach oben. Er hatte soeben die haushohen Favoriten aus Kenia und Äthiopien geschlagen – und den ersten internationalen Marathon-Lauf in Lahore, der mit 8 Millionen Einwohnern zweitgrößten Stadt Pakistans, gewonnen. Am 30. Januar 2005 schrieb der Südafrikaner damit ein kleines Stück Sporthistorie.

Knapp vier Monate später, an gleicher Stelle: eine neue Geschichte. Diesmal eine ganz andere; geschrieben von rund 50 pakistanischen Frauen und Mädchen. Wieder stand in Lahore ein Marathon auf dem Programm. Doch die kleine Gruppe feierte ihren Sieg nicht erst im Ziel – sie triumphierte bereits in dem Moment, als sie die Startlinie überquerte.

Auf Intervention der Mullahs hatte die Stadtverwaltung den Frauen nämlich die Teilnahme an den Laufwettbewerben kurzfristig untersagt. „In unserer Kultur will kein Vater sehen, wie seine Tochter zusammen mit Jungs auf der Straße herumläuft, und das auch noch in kurzen Hosen“, ließ Hafiz Hussain Ahmed, der stellvertretende Vorsitzende von Pakistans größter konservativ-islamischen Partei (MMA), wissen.

„Wir sind gelaufen. Und die Polizei hinterher!“

50 Frauen aber liefen trotzdem. Zwar nicht in kurzen Hosen sondern in der Schalwar Kamiz, der landesüblichen Tracht, bestehend aus einem knielangen Hemd, weiten Stoffhosen, einem breiten Schal über Kopf, Hals und Schultern sowie zum Laufen reichlich ungeeigneten Schuhen. Die Gruppe lief auch nicht die volle Distanz, sondern nur einen einzigen, symbolischen Kilometer vom Liberty Square bis zum Stadion. Aber sie lief.

In den Augen von Bushra Aitzaz, einer der Mitorganisatorinnen des verbotenen Laufs, blitzt noch heute ein verschmitzter Stolz, wenn sie sich an die Szene erinnert: „Wir haben damals beschlossen, uns zu widersetzen. Wie konnten sie es wagen, uns das Laufen zu verbieten! Also sind wir einfach los gelaufen. Und die Polizei hinter uns her.“ Der Gedanke an das skurrile Bild bringt die selbstbewusste und sympathische Frau heute selbst zum Lachen.

Dabei hat die Episode einen geradezu beklemmend ernsten Hintergrund. Im Diskurs um die religiöse Identität des Landes wurden gemischt-geschlechtliche Sportveranstaltungen mehrfach zu einem Politikum. Immer wieder kam es bei vergleichbaren Aktionen zu gewalttätigen Übergriffen auf Frauen durch islamistische Gruppierungen und Anhänger der MMA.

„Könnte das Todesurteil bedeuten“

Es gibt Familien in Pakistan, in denen es für die Töchter schlichtweg das Todesurteil bedeuten kann, wenn sie in der Öffentlichkeit Sport treiben würden“, beschreibt Britta Petersen, Leiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in Lahore, das grundsätzliche Klima in bestimmten Milieus.

Vor allem in den ländlich geprägten Gebieten im bevölkerungsreichen Nordwesten entlang der afghanischen Grenze gelten Frauen – wie das Land oder das Vieh – nach wie vor oft als Eigentum des Mannes. Zwangsehen sind gängige Praxis. Fast täglich gibt es Berichte über ‚Ehrenmorde‘, von denen weniger als zehn Prozent zu einer Festnahme oder einer Verurteilung des Täters führen.

Der traditionelle Gesetzeskodex der paschtunischen Stämme, der „Paschtunwali“, ist oft noch konservativer als die von Militärdiktator Zia ul-Haq (Regierungszeit: 1977-86) eingeführte islamische Familiengesetzgebung.

Vergewaltigt – und dafür ausgepeitscht

Dessen sogenannte Hudood Ordiances sorgten nach grotesken Urteilen vor allem in den 80er Jahren auch in westlichen Medien zumindest anekdotisch für Schlagzeilen. Wie der Fall der 13-jährigen Jehan Mina. Das Waisenkind wurde 1983 mutmaßlich von ihrem Onkel und dessen Söhnen mehrfach vergewaltigt und erwartete schließlich selbst ein Kind. Um die Täter zu verurteilen, verlangt die Scharia allerdings vier, selbstredend männliche, muslimische Augenzeugen, die die Vergewaltigung mit angesehen haben und die Geschichte des Opfers im Detail bestätigen.

Jehan Mina aber konnte natürlich keine vier Zeugen benennen. Also wurde ihre Schwangerschaft als Beweis gegen sie verwendet. Wegen Ehebruchs wurde sie zu hundert Peitschenhieben und drei Jahren Einzelhaft verurteilt.

Solche Fälle gibt es auch heute noch, das Thema ist nach wie vor relevant“, sagt Petersen. In konservativen Umgebungen in Pakistan hat sich die Stellung der Frau langfristig nicht verbessert: „Der Vater oder der Ehemann entscheiden dort alleine, was die Frau darf oder nicht darf. Und in vielen Familien können sie ohne männliche Begleitung noch nicht einmal das Haus verlassen.

Die Frage, ob sie öffentlich an Sportveranstaltungen teilnehmen, stellt sich entsprechend erst gar nicht.

Petersen geht davon aus, „dass da draußen etliche Mädchen davon träumen, einen Marathon zu laufen, Cricket oder Fußball zu spielen, aber ganz genau wissen, dass die Väter das nie zulassen würden. Wenn sie aus der falschen Familie kommen und sich dagegen auflehnen, könnten schreckliche Dinge passieren…

Sana Mahmud: Fußball in aller Öffentlichkeit

Sana Mahmud kommt, gemessen daran, aus der ‚richtigen‘ Familie. Die 21-Jährige lebt und studiert im vergleichsweise modernen Islamabad. Ihre Eltern gehören zum, in der Regel eher liberalen, gehobenen urbanen Mittelstand. Ihr Vater arbeitet für die UNO, die Mutter designt Kleider in der Hauptstadt.

Und Sana spielt Fußball. In aller Öffentlichkeit. Mit ihrem Klub, den 2007 von der amerikanischen Botschaft gegründeten Young Rising Stars, gewann sie bereits zwei Mal die nationale Meisterschaft. Seit 2010 ist sie außerdem die Kapitänin der pakistanischen Frauennationalmannschaft. Ihre Familie unterstützt und fördert ihre sportliche Laufbahn.

Meine Eltern machen sich höchstens Sorgen, dass durch den Fußball das Studium zu kurz kommt. Abgesehen davon aber stehen sie voll hinter mir und unterstützen meine Liebe zum Sport“, erzählt Sana. „Es ist ein Segen, so eine Familie zu haben. In der Regel kommen sie alle – Eltern, Geschwister, Tanten und Cousins –, um mich spielen zu sehen. Sie sind stolz auf mich.

Seit 2005, dem Jahr des ersten Marathons in Lahore, gibt es in Pakistan einen eigenen Ligabetrieb für Frauen. Ungefähr 16 Teams nehmen jährlich an der Meisterschaft teil, überwiegend institutionelle Werksmannschaften, wie etwa die der Eisenbahngesellschaft oder der öffentlichen Energieversorger.

„Ein Mädchen spielte heimlich“

Anders als bei den Laufwettbewerben nahmen die Mullahs vom Frauenfußball aber bislang keine Notiz. Überhaupt nimmt kaum jemand Notiz davon. Vor allem keine Sponsoren aus der Wirtschaft.

Cricket ist seit der Zeit der britischen Kolonialherrschaft in Pakistan der beliebteste Volkssport. Der Fußball interessiert die meisten höchstens alle vier Jahre während der Weltmeisterschaften. So konnte er aber immerhin noch nicht zum Politikum werden.

Die kulturellen und religiösen Eigenheiten sowie die damit verbundenen Probleme sind natürlich trotzdem spürbar. „Es gab in der Nationalmannschaft ein Mädchen, das anfangs sogar heimlich spielen musste“, erinnert sich Sana: „Ihr Vater war gestorben und ihr älterer Bruder erlaubte ihr nicht, zum Fußball zu gehen. Also schlich sie sich mit Hilfe ihrer Mutter nach der Schule aus dem Haus und ging zum Training.

Sie begann heimlich eine erfolgreiche Karriere, und als ihre Brüder sie eines Tages erwischten, konnte sie sie mit ihren Leistungen tatsächlich überzeugen. „Inzwischen unterstützen sie ihre Brüder sogar. Sturheit zahlt sich eben manchmal aus.

„Solange wir keine Burka tragen müssen“

Mit einer Mischung aus Sturheit und Gelassenheit nimmt Sana auch die Einschränkungen in Kauf, mit denen sie als Sportlerin in Pakistan leben muss. So ist es immer wieder eine Herausforderung, überhaupt geeignete Trainingsplätze zu finden, weil das entsprechende Gelände möglichst von vier geschlossenen Wänden vor den Blicken von der Straße geschützt sein soll.

Eine weit verbreitete Angst der Männer scheint zu sein, dass ihre Mädchen sich verlieben könnten und deshalb ihren Ehemann plötzlich selbst frei wählen wollen“, erklärt Sana: „Die Töchter aus solchen Familien dürfen – wenn überhaupt – nur ordnungsgemäß bedeckt aus dem Haus. Was denken die wohl, wenn Frauen plötzlich in Sportklamotten auf der Wiese herum hüpfen, während Männer dabei zusehen?

Die junge Nationalspielerin macht sich durchaus ihre Gedanken, über die Art wie Frauen wahrgenommen und behandelt werden. Doch sie empfindet es auch als Ehre, das Trikot ihres Landes tragen zu dürfen. Und akzeptiert die speziellen Vorschriften, die sie dabei beachten muss, auch als Teil ihrer Kultur. Die Mädchen tragen während der Länderspiele Dreiviertel-Hosen, die weit über das Knie fallen, und lange Strümpfe.

Grundsätzlich zeigen wir keine Haut“, sagt Sana. „Aber die Kleider sind bequem. Solange wir nicht gezwungen werden, unpraktische Sachen wie eine Burka zu tragen, ist es für mich okay. Ich trage ja auch sonst keine eng anliegenden Kleider an öffentlichen Orten. Denn ich finde, man sollte die kulturellen Befindlichkeiten immer im Kopf behalten und entsprechende Gefühle nicht verletzen. Das scheint mir schließlich auch der einzige Weg zu sein, um überhaupt zu den Leuten durchzudringen und sie dazu zu bringen, den Frauensport in Pakistan anzuerkennen.
Eine Deutsche leistet Pionier-Arbeit

Sie selbst sieht sich in ihrer Rolle auch nicht als politische Aktivistin im Kampf gegen die Diskriminierung der Frauen. Sie habe sich ganz einfach nur „in den Fußball verliebt“. Trotzdem ist sie sich sicher, dass gerade ein Mannschaftssport, in dem Zusammenhalt und Teamgeist ebenso gefordert sind wie Durchsetzungsvermögen und Kraft, dazu beitragen kann, die sozialen Kompetenzen und das Selbstvertrauen der Frauen ebenso zu stärken wie ihre Lebensfreude.

Ganz ähnlich argumentiert übrigens auch Monika Staab. Im Auftrag der FIFA organisierte die deutsche Trainerin, die zuvor in Frankfurt unter anderem Birgit Prinz zur Weltklassespielerin geformt hat, 2007 mehrere Trainingscamps in Pakistan und betreute für einige Monate die Nationalmannschaft.

Das lief natürlich alles ganz anders ab als zu meiner Zeit in Deutschland. Und leider kamen die geplanten Länderspiele gegen Afghanistan damals auch nicht zustande. Aber wenn man merkt, dass man den jungen Frauen so viel geben kann, das Lächeln und Funkeln in deren Augen sieht, die Leidenschaft und den Einsatzwillen, dann ist das einfach umwerfend“, schwärmt die heute 50-Jährige von ihrer damaligen Aufgabe.

Sie ist sich sicher: „Wir haben dort in Pakistan etwas Tolles auf den Weg gebracht, und ich bin zuversichtlich, dass sich die Entwicklung dort fortsetzt. Denn der nationale Verband steht mittlerweile auch dahinter.

Der Erfolg der Cricket-Frauen

Das beste Beispiel für den möglichen Erfolg eines solchen Projekts lieferten erst kürzlich die Cricket-Spielerinnen aus Pakistan, die bereits seit 1997 eine eigene Nationalmannschaft aufstellen. Während die Fußballerinnen im Dezember 2010 erst zum zweiten Mal überhaupt zu einem internationalen Turnier in Bangladesch aufbrachen, kehrte die Cricketmannschaft gerade von den Asienspielen aus China zurück – mit der Goldmedaille im Gepäck.

Den Vorsitz der weiblichen Sektion im pakistanischen Cricketverband hält inzwischen übrigens Bushra Aitzaz – die mutige Läuferin vom Liberty Square in Lahore im Mai 2005.

Auf den Sieg ihrer Mannschaft angesprochen hat sie wieder ihr stolzes Lächeln auf dem Gesicht: „Frauencricket ist damit in Pakistan angekommen. Es wird wahrgenommen und akzeptiert. Wir haben immer noch nicht die gleiche Unterstützung und die gleichen Bedingungen wie unsere männlichen Kollegen. Aber trotzdem hat uns diese Goldmedaille auf eine Ebene mit ihnen gebracht.“ Selbst Staatspräsident Asif Ali Zardari habe ihr umgehend gratuliert. Negative Kommentare jedenfalls gab es seither keine mehr.

„Blöde Sprüche gibt es überall auf der Welt“

Auch für die Fußballerinnen gebe es mittlerweile von vielen Männern durchaus positive Reaktionen, berichtet Sana Mahmud. Offene Anfeindungen oder gar Drohungen habe sie selbst hingegen noch nicht erlebt.

Natürlich stehen manchmal auch Typen am Rand, die uns angaffen und anzügliche Bemerkungen über unsere Körper machen. Oder es kommt dieses spöttische Gerede, dass Frauen doch niemals einen Männersport wie Fußball betreiben könnten“, sagt sie – und weiß auch: „Aber diesen unsinnigen Vergleich und die blöden Sprüche gibt es wohl leider überall auf der Welt.

Und außerdem, meint Sana, sei gesellschaftlicher Wandel schließlich kein ‚instant coffee‘. Sondern ein langer, schwieriger Weg, der viel Vorbereitung und noch mehr Ausdauer verlangt. Eine Art Marathon-Lauf eben.

Ex-St.-Pauli-Profi Biermann suchte den Freitod

Spielsucht, Depressionen – Andreas Biermann hat die Schattenseiten des Fußballs kennengelernt. Der ehemalige Profi des FC St. Pauli hat sogar versucht, sich das Leben zu nehmen. In seiner Biografie erinnert sich der 30-Jährige an den Tag, der eigentlich sein letzter sein sollte.

Quelle: SPON

Nachdem er seine Schulteroperation überstanden hat, wird Andreas Biermann über Monate nicht in den Kader berufen. Er fühlt sich überflüssig. Als der FC St. Pauli am 16. Oktober 2009 bei Rot-Weiß Oberhausen antritt, steht Biermann im Kader. Die Mannschaft reist schon einen Tag vorher an und übernachtet im Hotel, Biermann teilt sich ein Doppelbett mit Rouwen Hennings.

Der Stürmer schläft, Biermann liegt mal wieder wach und spielt bis 5 Uhr morgens auf dem Laptop Fußballmanager. „Ich bin davon ausgegangen, dass ich nicht spiele. Da war es egal, ob ich die halbe Nacht am Laptop spiele. Schlafen konnte ich ohnehin kaum noch“, sagt er. Biermann wird überraschend eingewechselt, um die Defensive zu stärken, St. Pauli gewinnt. Er ist sechs Minuten lang dabei. „Das habe ich völlig emotionslos erlebt“, sagt er.

Was im Stadion los war, war mir völlig egal.“ Er feiert mit und fühlt sich dabei wie eine Puppe. Er tanzt nur mit, um nicht aufzufallen. Wenn die anderen in die Höhe springen, springt auch er hoch. Wenn die anderen singen, stimmt er mit ein. Es kommt Biermann so vor, als ob er sich zuschauen könne wie einem Fremden. Damals weiß Biermann noch nicht, dass es sein letztes Spiel als Fußball-Profi gewesen ist. Heute sagt er: „Es ist traurig, dass ich mein letztes Spiel so teilnahmslos erlebt habe. Obwohl wir gewonnen haben, konnte ich mich selbst beim Fußball nicht mehr freuen.

Nach dem Spiel fängt Biermann an zu pokern, obwohl er deprimiert ist, er verliert und zockt weiter. In den nächsten Tagen will er sich sein Geld zurückholen, er ist wie besessen davon und verliert wieder. Als er aufhört, hat er 20.000 Euro verspielt, die Ankaufsumme für das Grundstück, auf dem er seiner Familie das Haus bauen möchte.

„Ich wusste genau, dass er jetzt durchdreht“

Biermanns Frau Juliane stellt ihn zur Rede, sie spürt, dass ihr Mann verzweifelt ist. Unter einem Vorwand geht er zum Auto, er möchte seiner Frau die Kontoauszüge zeigen, die im Auto liegen, um sie zu beruhigen. Vorher holt er den Schlauch aus dem Hobbyraum. Biermann verlässt sein Reihenhaus in Schenefeld bei Hamburg, es ist 22 Uhr, am 19. Oktober 2009.

Juliane Biermann wartet drei, vier Minuten im Obergeschoss der Wohnung auf ihren Mann. Dann stürzt sie nach unten, eine schreckliche Ahnung hat sie ergriffen. Biermann hat seinen Wohnungsschlüssel hängen lassen, den er immer bei sich trägt, wenn er das Haus verlässt. „Ich wusste in dem Moment, dass er sich jetzt umbringen würde. Ich wusste genau, dass er jetzt durchdreht. Ich wusste, dass ich hinterher muss.

Biermann hat sofort sein Handy ausgeschaltet, was er selten macht. Juliane Biermann sucht verzweifelt nach ihrem Autoschlüssel, sie durchsucht Jacken und Taschen, alles fliegt durcheinander. Aber Biermann hat den Autoschlüssel seiner Frau mitgenommen, er möchte nicht mehr gestört werden. „Ich konnte gar nichts mehr, ich wollte nur noch gehen“, erzählt Biermann.

Er fährt ungefähr 20 Minuten stadtauswärts durch die Gegend. An einer Tankstelle hält Biermann, er holt ein paar Dosen Whiskey-Cola und fährt ziellos auf einen abgelegenen Parkplatz in Wedel, der nahe an der Elbe liegt. Biermann ist sich sicher, dass ihn hier niemand finden wird. Er legt die CD ein, Philipp Poisel, die ihm beim Sterben helfen soll. Biermann denkt an seine Kinder, Talea, die im Winter zwei wird, und Niklas, sieben Monate alt, er denkt an seine Frau Juliane. Er hat keine Angst vor dem Tod, „er würde mich frühzeitig erlösen, von dem Mist, in dem ich steckte“.

Innerlich längst gestorben

Was Biermann quält, ist vor allem der Gedanke an seine Kinder. „Sie sollten gut versorgt sein, niemand sollte mir böse sein“, erzählt er. Immer wieder lässt er den Kopf aufs Lenkrad sinken. Die letzten Jahre ziehen vorüber, elf Operationen, das Knie fühlt sich noch einmal heiß und dick an. Jetzt haben die Bakterien seinen Kopf erreicht, wo sie wüten und alle Gedanken befallen.

Biermann tippt einen Abschiedsbrief ins Handy: „Ich bin so krank und leer, vom Teufel besessen, ich kann’s mir nicht anders erklären. Ich konnte schon lange, lange keine wirkliche Freude, Trauer oder irgendetwas fühlen, ich war innerlich längst gestorben, konnte es aber verbergen. Ich hab schon seit über einer Woche nicht mehr geschlafen, immer wieder Gedanken und Vorwürfe im Kopf, ich find keine Ruhe mehr.

Inzwischen hat Juliane Biermann ihren Mann bei der Polizei als vermisst gemeldet, das Auto wird zur Fahndung ausgeschrieben. Bei der Polizei heißt es, dass Männer öfter mal für zwei, drei Tage verschwinden. Juliane Biermann ist sich sicher, dass ihr Mann nicht weggefahren ist, um wiederzukommen. Auf dem Laptop ihres Mannes findet sie E-Mails an erfolgreiche Pokerspieler. Die bittet er um Unterstützung, weil er Geld verspielt habe und seine Familie bedroht werde.

Immer wieder wählt sie Biermanns Nummer, das Handy ist nicht in Betrieb. Die Nacht vergeht, an Schlaf ist nicht zu denken. Es sind quälende Stunden, gegen sechs Uhr am 20. Oktober, es wird gerade hell, lässt Andreas Biermann den Motor an. Aber die Abgase, die er mit einem Schlauch ins Wageninnere leitet, sind zu schwach, um ihn zu töten. Irgendwann steigt Biermann aus und kippt um.

An diesem Morgen fährt Juliane Biermann mit einer Freundin zum Trainingsplatz des FC St. Pauli. Sie hat nichts von ihrem Mann gehört, wenn er nicht zum Training erscheint, wäre das die Gewissheit, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Es ist 9 Uhr, unauffällig wartet Juliane Biermann am Straßenrand, ihr Mann erscheint nicht. Als Marius Ebbers am Trainingsplatz vorfährt, hält sie ihn an. Der Stürmer ist einer der wenigen im Team des FC St. Pauli, zu dem Biermann regelmäßig Kontakt hält. Ebbers ist geschockt, damit hatte er nicht gerechnet. Biermann war immer sehr ruhig, aber auch sehr kontrolliert gewesen.

Später ruft Trainer Holger Stanislawski bei Juliane Biermann an, will wissen, warum Biermann unentschuldigt beim Training gefehlt habe. Juliane Biermann bricht am Telefon in Tränen aus, erzählt Stanislawski, was passiert ist. Kurz darauf meldet sich die Polizei, Biermann liegt im Koma auf der Intensivstation des Altonaer Krankenhauses. Er befindet sich in Lebensgefahr.

Fairbrecherfresse

ich baue, sagt der fußballgott
ne arschgelochte deppmonstranz
die tritt und spuckt und stinkt wie pott
und nenne sie – na wie? maik franz

ein schwachkopfdummbatzsackgesicht
zu doof zum schifferscheißen
moral und fairness kennt er nicht
beschränkt und tumb wie tyson

ein ossi, der badenser liebt!
sag, geht es wirklich schlimmer?
wenn es noch recht und anstand gibt
wird er gesperrt für immer

via. Zwoelfzeilen

„Hamas, Hamas! Joden aan het gas!“

Nach dem Erfolg am letzten Wochenende über Ajax Amsterdam haben Spieler von Ado Den Haag – gemeinsam mit den Fans – antisemitische Sprüche bei der anschliessende Siegesparty zum Besten gegeben. Aufgedeckt wurde dies durch ein im Internet zu bestaunendes Handyvideo. Darin sind Lex Immers, 24jähriger Mittelfeldspieler, der Stürmer Charlton Vicento, Chefcoach John van den Brom und sein Assistent Maurice Steijn zu beobachten wie sie auf der Theke vor ihren Fans den Sieg „feiern“…

Der Sprechchor „We gaan op jodenjacht„–“Wir gehen auf Judenjagd“ ist leider ziemlich geläufig in holländischen Stadien. Man kann ihn vor allem dann hören, wenn es mal wieder gegen Ajax Amsterdam geht. Der Hauptstadtklub dessen Fans sich äußerst positiv auf die jüdische Vergangenheit ihres Vereins beziehen ist schon lange im Visier der Antisemiten.

Die Fans wollten es am Wochenende auch nicht bei der Judenjagd belassen. In einem weiteren Video kann ebenfalls man den Sprechchor: „Hamas, Hamas! Joden aan het gas!„–“Hamas, Hamas! Juden ins Gas!“ hören: (Minute 1.13)

Das Resultat des ‚Skandals‘ ist mehr kläglich. Der Verein belegte Immers mit einer Strafe und der Spieler gab pflichtbewußt bekannt, dass er sich in der Euphorie hat mitreissen lassen. John van den Brom, der Chefcoach, erklärte er habe ja nicht mitgesungen und sein Stürmer, Charlton Vicento, darf nicht zum nächsten U21-Länderspiel von Holland mitfahren.

Für die deutsche Presse bleibt aber eine andere Sache völlig unklar:

Unklar ist, wie viel Judenfeindschaft in den Beschimpfungen liegt – und wie viel Rollenspiel. Denn die Fans aus Amsterdam nennen sich tatsächlich selbst so. „Joden“ schmettern sie inbrünstig, wenn sie durch andere Städte ziehen. Davidsterne und Israelfahnen sind Standardaccessoires im Fanblock, besonders bei den Hooligans. Warum das so ist, weiß niemand genau.ZEIT.

Niemand bedeutet in diesem besonderen Fall, Herr Müller aus Hamburg. Das Ajax Amsterdam und seine Fans schon seit Jahrzehnten antisemitisch angefeindet werden ist weithin bekannt. Auch die Reaktion darauf, also diese Beschimpfungen nicht als Schande wahrzunehmen, sondern als Teil ihrer Geschichte ist nicht wirklich neu. Erstrecht nicht unverständlich.

Solidarität mit den Deviants!

Heute mal wieder etwas Slapstick aus der Provinz: Wie ein paar Wunderkerzen als Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz ausgelegt werden können, bzw. warum Uniformen dumm machen:

„Während des Regionalligaspiels zwischen dem SC Preußen Münster und dem FC Schalke 04 II […] wurde seitens der […] Münsteraner Fans mehrfach Pyrotechnik gezündet. Zur Verhinderung dieser Handlungen, die ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz darstellen wurden Polizeikräfte in einen Fanblock verlegt. Ein weiteres Zünden von Pyrotechnik wurde verhindert. Einer derjnigen(sic!), die Pyrotechnik gezündet hatten, konnte an Ort und Stelle festgenommen werden“

So schreibt das Polizeipräsidium Münster am 18. März 2011 in ihrer Pressemitteilung. Zu dem Polizeieinsatz in unserem Block möchten wir wie folgt Stellung beziehen: Zu Spielbeginn haben wir eine Wunderkerzenaktion durchgeführt. Dabei und im weiteren Spielverlauf wurden keine illegalen Feuerwerkskörper und auch keine Böller in unserem Block gezündet, wie auch auf sämtlichen Bildern klar zu erkennen ist. In der 85. Spielminute betrat eine Gruppe Polizisten unseren Block ohne Vorwarnung und Angabe von Gründen. In diesem Zusammenhang wurde, wie im Polizeibericht erwähnt, eine Person aus unseren Reihen in Gewahrsam genommen.

Der angegebene Grund aus dem Polizeibericht, weitere Pyroaktionen verhindern zu wollen, lässt sich nicht aufrechterhalten. Aufgrund der Tatsache, dass die kontrollierte Wunderkerzenaktion zu keinerlei Problemen führte, ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass nun ohne weiteren Anlass fünf Minuten vor Spielende das Zünden von Pyrotechnik verhindert werden sollte.

Ganz entschieden von uns weisen wollen wir den Vorwurf bei diesem Spiel gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben, denn bei dem verwendeten pyrotechnischem Material handelte es sich ausschließlich um legales, ganzjährig in Deutschland erhältliches Feuerwerk der Klasse I. Die Verwendung wurde im Vorfeld der Partie mit dem Sicherheitsbeauftragten des Vereins SC Preußen Münster und durch ihn mit der Einsatzleitung der Münsteraner Polizei abgesprochen und genehmigt. Somit entziehen sich der Polizeieinsatz und die Festnahme einer Person aus unseren Reihen mit daraus resultierender Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz jeglicher Grundlage.

Alternative und deeskalierende Lösungen, wie etwa den Einbezug des Sicherheitsbeauftragten, der szenekundigen Beamten, oder des Chefs des Ordnungspersonals, wurden bewusst übergangen. Ebenfalls alles andere als deeskalierend war das Auftreten der Polizeibeamten, die sich behelmt, mit gezogenem Schlagstock und Pfefferspray in der Hand einen Weg in den Block bahnten. Infolgedessen wurde mindestens eine Person durch den Einsatz von Pfefferspray schwer verletzt und musste in einer Augenklinik ambulant behandelt werden. Bevor es zum Einsatz von Pfefferspray kam, ging keinerlei Gewalt von unserer Gruppe aus.

Abschließend fordern wir, dass sich der Verein hinter uns stellt und den Polizeieinsatz gegen uns in seiner Unverhältnismäßigkeit verurteilt und hinterfragt. Wir wünschen den Verletzten aus unseren Reihen eine rasche Genesung und bedanken uns bei Allen, welche sich uns gegenüber solidarisch zeigen und gezeigt haben.

DEVIANTS ULTRAS im März 2011.

Ägypten: Gedenken an die Verstorbenen.

Darüber, dass bei den Massenprotesten gegen Hosni Mubarak ägyptische Fußball-Ultras eine wichtige Rolle gespielt haben, hatten wir ja schon berichtet (1,2). Nun, bei den ersten Spielen nach Mubaraks Rücktritt gedachten die Fans von Al-Ahly und Zamalek den Menschen, die bei den Demonstrationen gegen das Regime ihr Leben ließen…

Zur Sonne. Zur Freiheit! Nummer 7

EDITORIAL.

Zum Mitschreiben: Leider folgen viele falschen Vorbildern und lern‘s nie. Das Publikum zu rocken, dass auf einer anderen Frequenz liegt. Was uns nicht betrifft, da man unsere Ideen liebt! Und Sachen sieht, die sich der Vorstellungskraft vieler Linker entzieht.

Der Magen knurrt wie Sau, ich hau ab aus meinem Bau. Verschließ die Tür, ziehe durchs Revier, markiere hier und da mal, dass wir da warn…

Refrain? Refrain, äh ja egal, der Refrain ist fett, der Refrain ist fett: Und wenn alle Stricke reißen, dann sind wir endlich den Galgen los. Oder so ähnlich. Herbert: Wo ist bloß das nächste Bier? Danke, …ey Adelskrone yeah, Prost!

Zwei Monate keine Sonne. Zwei Monate keine Freiheit! Sorry Mädels, wir waren in der inneren Emigration. Ein gesunder Winterschlaf ist bekanntlich die Voraussetzung für ein erfolgreiches Jahr. Wer denkt, dass man einfach immer alles bekommt im Leben, wenn man nur bereit ist immer einen Fick zu geben: Der liegt eindeutig daneben! Auch wir leiden unter dem Boykott der ersten Mannschaft. Auch wir wollen mit jedem, dem der Stern am Herz liegt, Freundschaft.

Genug der schlechten Reime, jetzt gibt es, jawohl, Klartext: Der Boykott gilt noch. Die Gründe sind beim Ultra eures Vertrauens nachzufragen. Aber wer denkt jetzt Trainer, Spieler oder andere Verantwortliche mit Haßtriraden belegen zu können, der täuscht sich gewaltig!!

War sonst noch etwas? Lybien bleibt grün, Württemberg wird es und in Tschernobyl lernen sie gerade japanisch. Völkerverständigung auf höchstem Niveau: Der Kapitalismus macht es möglich.

Zum Heft: Rechtschreibfehler und Formulierungsfallen sind absichtlich eingebaut um den Leser zu irritieren. Wir setzen natürlich unsere Arbeitersportserie fort, es gibt Kommentare zu den Themen Liebig 14, Extremismusdoktrin und am Ende wird noch eine Menge literarische Finesse in unserem Fortsetzungsroman geliefert.

Noch Fragen? Nö! Ultras Roter Stern (B)

INHALTSVERZEICHNIS

Seite 3
Das Ende der Überparteilichkeit: 1928
Arbeitersport in Deutschland. Teil Vier.

Seite 7
Schönes Leben. Schicke Läden.
vollzitiert von teilnahmebedingungen.blogsport.de

Seite 12
Deutsche Demokraten.
Foul gegen Linksaußen. Faul gegen Rechtsaußen.

Seite 14
Der.Die.Das. Wieso.Weshalb.Warum
Der Neid, die Gier und das Unverständnis… Teil EinsPunktDrei

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