Archiv für August 2011

Es rappelt im Karton!

Die freie Meinungsäußerung ist ein wichtiges Gut in der demokratischen Gesellschaft. Nur zu dumm, dass gerade jene, denen es an Intellekt fehlt, die Möglichkeit sich frei zu äußern überproportional oft nutzen. Aktuell beweist dies ein ‚Thomas‘ in der sogenannten Kreuzritter-Diskussion um die Partie Roter Stern Leipzig vs. SG Leipzig-Leutzsch (SGLL)…

„Fällt euch eigentlich überhaupt nicht auf, dass vom “politisch-motivierten Verein, Roter Stern Leipzig” bisher überhaupt nix kam?!? Keine provokanten Mobi Flyer, Aufrufe, Video oder Blog Beiträge zu diesem Spiel! Scheinen ja ganz schön MOTIVIERT zu sein! Der komische Flyer oben ist auf der Seite der Leutzscher Kameraden als Startbild zu finden!!! ALSO NICHT VON RSL/BSG oder wem auch immer!!! Und die oben zitierten Blog Beiträge sind von Roter Stern Berlin und von Chemie Leipzig Fans erstellt wurden. So etwas solltet ihr in Zukunft mal dazu schreiben! Nein “urs.blogspot.com” reicht mir da nicht aus!“ Quelle.

Ob gespielt oder nicht, die Empörung ist bei Thomas ziemlich groß. Worum geht es ihm aber genau? Thomas ärgert sich verständlicher Weise über die Nebelkerzen, die von SGLL-Fans ständig gezündet werden, wenn es um ihre braune Gesinnung geht. Warum aber ist es Ihm derart wichtig darauf hinzuweisen, dass der Rote Stern Leipzig bisher keine provokante Mobilisierung zum diesem Spiel gestartet hat? Ist es Feigheit vor dem Feind?

Und wieso reicht Ihm eine normale Quellenangabe nicht aus? Was hat es mit seinem Abgrenzungsbedürfnis gegenüber dem Roten Stern Nordost Berlin sowie den Fans von Chemie Leipzig auf sich? Handelt es sich dabei einfach nur um ein Abgrenzungsbedürfnis damit die eigene Identität keinen Schaden nimmt? Wir wissen es nicht, finden es aber trotzdem äußerst bescheiden…

Kreuzzug gegen den Roten Stern

Als vor über 800 Jahren nicht nur Ritter auf den Kreuzug gen Jerusalem geschickt wurden, kam es während dieser endlosen Märsche häufig zu antisemitischen Pogromen. Schon damals wurden Verschwörungstheorien verbreitet, die, von religiösem Hass sowie dem allgemeinen Neid auf die Juden genährt, eine komplette politische Ideologie gebaren. Bei den späteren Kreuzzügen, wie der Reconquista, war die Judenfeindlichkeit sogar schon biologistisch determiniert:

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, gegen Ende der Reconquista, wurde in der spanischen Inquisition der Begriff der limpieza de sangre (spanisch für „Reinheit des Blutes“) eingeführt. Nur Christen, die nicht von zwangsgetauften Juden (Marranen) oder Muslimen (Morisken) abstammten, galten der Inquisition unter Torquemada und seinen Nachfolgern als unverdächtig. 1492, mit dem Abschluss der Reconquista, erfolgte unter den Katholischen Königen die Vertreibung der spanischen Juden.Quelle.

Aktuell wollen selbsternannte deutsche Kreuzritter aus Leipzig dem in nichts nachstehen. Sie haben den ewigen Feind in Form des Roten Stern Leipzig wiedererkannt und dementsprechend ihre Mobilisierung gestaltet. Der Anlaß ist das Landespokal-Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den Roten Stern…

Der (Kultur-)Marxismus gilt in solchen Kreisen als eine Ausgeburt der Juden. Diese hätten den Marxismus einstmals nur erfunden um die gottgegebene Ordnung sowie die nationalen Heimstätten der Völker dieser Erde im Zusammenspiel mit dem Liberalismus dem Erdboden gleich zu machen. Dagegen gilt es die volkstreuen Genossen zu mobilisieren. In Leipzig-Leutzsch übernimmt das neben der NPD auch die Fanszene der neugegründete SG Leipzig-Leutzsch…

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Fotball skal spilles I helgen!

Fußball sollte am Wochenende gespielt werden!” – eine Forderung, die uns bekannt vorkommt. In Norwegen wurde nun eine solche landesweite Kampagne gestartet: “Fotballihelgen” (Fußball am Wochenende!). Auch der Kampf um Fanrechte ist international und wir senden solidarische Grüße! Aufmerksam wurden wir durch einen Artikel des hier bereits vorgestellten Netzwerkes Football Supporters Europe:

Obwohl Norwegen oft doch eher wie ein kleines Land erscheint gibt es dort Riesen-Distanzen zu überwinden wenn man zum Auswärtsspiel seines Teams reisen will, die längste beträgt fast 2000km! Seit vielen Jahren gibt es nun auch in Norwegen Montagsspiele, was für die auswärts fahrenden Fans dort vielerlei Probleme zur Folge hat. Ein Problem, das viele Fans in Europa nur allzu gut kennen: insbesondere wenn Spiele auf Montagnacht verlegt werden, bleiben viele Fans auf ihren teuren Eintrittskarten sitzen und können gar nicht erst zum Spiel fahren.

Mehr Informationen gibt es über die Webseite Fotballihelgen.no sowie auf der Facebookseite mit dem Kampagnenslogan “Fotball skal spilles I helgen!” (Fußball sollte am Wochenende gespielt werden!).

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Littmann‘ s kommender Aufstand.

Das Geschäft um den Fußball hat astronomische Ausmaße angenommen. Der Fußball solle sich mäßigen, sagt unser Kolumnist Corny Littmann im Alles-außer-Fußball-Gespräch.

Quelle: ZEIT ONLINE

ZO: Herr Littmann, in Spanien hat ein 24-jähriger Profi seine Karriere mit der Begründung beendet, dass es im Fußball nur um Geld geht.

Corny Littmann: Respekt, vielleicht stößt er eine Gehälterdebatte an. Überfällig wäre sie längst. Mancherorts hat dieses Business astronomische Ausmaße angenommen, nach Oben scheint es keine Grenze zu geben. Es profitieren Einzelne: Spieler, Funktionäre, aber auch Berater.

ZO: In der Primera Division bestreikten Fußballer den ersten Spieltag, weil sie kein Gehalt bekommen hatten. Dürfen wir mit Fußballprofis Mitleid haben?

Littmann: Wir dürfen mit allen Arbeitnehmern mitfühlen, deren Arbeitgeber vertraglichen Pflichten nicht nachkommen. In Spanien beobachten wir zudem eine krasse Spaltung im Profifußball, es gibt eine Dreiklassengesellschaft: Barcelona und Madrid sind die Oberschicht, nur sie haben eine Meisterchance. Darunter ist eine Mittelschicht von rund zehn Vereinen. Der Rest kämpft ums Überleben. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft auseinander. Das ist eine Parallele zur wirtschaftlichen Lage in diesem Land. Wie zu vielen anderen Ländern, darunter auch EU-Staaten. Vielleicht springt ja Merkel ein. (mehr…)

Diskriminierungstourette.

Roman Weidenfeller ist mal wieder ins Visier der Kritik geraten. Auslöser sollen einige – vor kurzem geäußerte – Sprüche des BVB-Keeper in Richtung Joachim Löw sein. Die allseits bekannten Antidiskriminierungsexperten von ntv wollen in diesen Aussagen Schwulenfeindlichkeit erkannt haben. Doch Tatsache ist, dass dies arg an eine böswillige Unterstellung grenzt und viel über diejenigen aussagt, die freiwillig auf diesen fahrenden Medien-Zug mit aufsprangen…

„Besonders widerwärtig“

von MARCUS BARK

Roman Weidenfeller beklagt, dass ihn Joachim Löw nicht ins DFB-Team einlädt. Vielleicht solle er „zierlicher“ werden, so der Torwart. Nun gilt er als schwulenfeindlich.

Bis zum Ferienende gilt bei Borussia Dortmund die Regelung, dass die Profis nur einmal in der Woche Autogramme nach dem Training schreiben. Am Dienstag verbrachte etwa Trainer Jürgen Klopp protokollierte 79 Minuten damit. Ganz traurig aber verließen auch am Mittwoch die vielen Kinder nicht das Übungsgelände im Dortmunder Vorort Brackel.

Roman Weidenfeller war außer der Reihe an die Bande gekommen und hatte seinen Namen auf Poster und Trikots gesetzt. Später sprach er dann über Wunschgegner für die Gruppenphase in der Champions League, die heute ausgelost wird. „Egal. Ich freue mich einfach auf geile Spiele und geile Stadien.

Eine andere Frage ließ Weidenfeller nicht zu. Er ist sichtlich genervt von einem Thema, das es auf bizarre Weise zu einem Thema geschafft hat. Der Weg zeigt, dass Fußballprofis wohl doch ganz gut beraten sind, nur klinisch rein gewaschene Statements über das nächste Spiel abzugeben, das natürlich das schwierigste sei, und den Gegner, der in keinem Fall unterschätzt werden würde.

Weidenfeller, 31, hatte sich am Samstag nach dem Bundesligaspiel gegen den 1. FC Nürnberg (2:0) darüber beschwert, dass er von Bundestrainer Joachim Löw wieder keine Einladung für die deutsche Nationalmannschaft erhalten wird. „Ich hatte früher schon mal einen Spruch auf den Lippen, der sehr böse ist. Aber den verkneife ich mir lieber. Vielleicht sollte ich mir einfach die Haare schneiden. Oder etwas zierlicher werden. Ich weiß es nicht“, sagte Weidenfeller.

Die lokalen Zeitungen und auch der Spiegel berichteten online noch am Abend über den Ärger Weidenfellers, der mit seinen Äußerungen auf Ron-Robert Zieler zielte. Der 22 Jahre alte Torwart von Hannover 96, Kurzhaarfrisur und von der Statur eher schmächtig, wird die Einladung erhalten, die der Dortmunder gerne gehabt hätte. Als am Montagmorgen dann die Printausgaben der Zeitungen auf dem Markt waren, streute der Sport-Informationsdienst als Nachrichtenagentur die Zitate über das Land.

Wiederum ein Tag später veröffentlicht der Nachrichtensender n-tv einen Kommentar, in dem es heißt: „Roman Weidenfeller garniert seine Schimpftirade auf Joachim Löw mit schwulenfeindlichen Äußerungen, und keiner will’s gemerkt haben.“ Weil Weidenfeller das Wort „Jugendcamp“ erwähnt haben soll (der Verein bestreitet das), vermutet der Kommentator, dass es „bis zur kruden Verbindung von Homosexualität und Pädophilie (…) kein weiter Schritt mehr“ gewesen sei.

Weidenfellers Vorgeschichte

Die Veröffentlichung löst eine Diskussionswelle im Internet aus. Auf Weidenfellers Facebook-Seite geht es heiß her. Ein User meint: „Löw nimmt vornehmlich die jungen und unverbrauchten Jungs. Und dreimal darf man raten, warum“. Derweil wird Weidenfeller in Mails an den Verein beschimpft. „Auch deshalb haben wir nach Absprache mit Roman und seiner Anwältin mit einer Pressemitteilung reagiert“, sagte BVB-Sprecher Josef Schneck am Mittwoch.

Darin weist der Torwart zurück, sich schwulenfeindlich geäußert zu haben. Den Gegenbeweis anzutreten, ist aufgrund der vorhandenen Zitate unmöglich. Gerade daraus leitet die Initiative „Fußballfans gegen Homophobie“ jedoch Schwulenfeindlichkeit ab. „Die Äußerungen von Weidenfeller sind, gerade weil sie sich in Andeutungen ergehen, besonders widerwärtig“, schreibt sie.

Im Gespräch mit der taz äußerte sich Sprecher Christian Rudolph vorsichtiger: „Nach der Vorgeschichte Weidenfellers kann man diese Äußerungen mit Homophobie in Verbindung bringen.“ Die Vorgeschichte: Der Torwart soll einmal den dunkelhäutigen Gerald Asamoah als „schwarze“ oder „schwule Sau“ beschimpft haben. Er wurde wegen Beleidigung gesperrt, akzeptierte die Strafe. Was er gesagt hatte, wurde nie geklärt.

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DFB-Präsidium beschließt Rechtsgutachten zur Pyrotechnik

Der DFB berichtet folgendes von seiner letzten Sitzung:

„Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sich auf seiner heutigen Sitzung erstmals umfassend mit den Vorschlägen der Faninitiative „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ befasst.

Die Mitglieder des Präsidiums kamen dabei zu der übereinstimmenden Überzeugung, dass zu den komplexen bau- sowie haftungsrechtlichen und versicherungstechnischen Fragen kurzfristig Rechtsgutachten einzuholen sind. Dabei müssen auch ordnungsrechtliche Aspekte berücksichtigt werden.

Im Anschluss daran sind die Klubs, die aufgrund ihrer Rolle als Veranstalter und der damit einhergehenden Haftungsrisiken unmittelbar betroffen sind, in den Entscheidungsprozess einzubinden. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt kann festgestellt werden, dass sich alle Überlegungen immer an der geltenden Rechtslage in Deutschland orientieren müssen und insbesondere die Vorgaben von Verwaltungs- und Ordnungsbehörden zu beachten sind.“

Weißt du noch, damals?

Hey, Fußball, bist du noch wach? Hab grade an dich denken müssen und…naja, ich schreib dir einfach mal. Weißt du noch, damals vor 30 Jahren? Eigentlich war schon auf den ersten Blick war klar, dass es was ernsteres werden sollte. Ich erinnere mich noch an jedes Detail unseres ersten Mals. Dein Duft nach Bier und Filterlosen, nach Schweiß und Staub. Es war ein unsäglich heißer Juninachmittag, als ich dir das erstemal in die Augen schaute und du einfach so zurückgelächelt hast. Ich wollte nie wieder irgendwoanders sein. Seitdem haben wir unendliche Stunden miteinander verbracht, in Reichsbahn-Zügen, Ikarus-Bussen oder auf stinkenden Motorrädern aus Zschopau, zu viert auf einem rostigen Geländer oder die blauen Sitze des zweiten Oberrings im San Siro-Stadion herunterrollend. Betrogen habe ich dich nie, das ist nicht der Grund und das weisst du ja auch. Ich schaue auch heute noch, was du so machst, selbst wenn es weh tut. (mehr…)

Der erste Punkt für die Zweite.

Weder Schienenersatzverkehr, noch die brütende Hitze und erstrecht nicht die Kopfschmerzen vom vorabendlichen Besäufnis konnten den erfolgreichen Saisonbeginn der zweiten Mannschaft verhindern. Nach 90 kampfbetonten Minuten stand es 1:1 und rund 20 begeisterte Fans konnte den ersten Punkt der Roten Sterne 2 im BFV-Spielbetrieb bejubeln…

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Der DFB und die Pyrotechnik.

Neuer Streit über Pyrotechnik im Stadion: Erst versprechen Deutschlands Fußballfunktionäre, bengalische Feuer zu legalisieren – doch nun wollen die Verbände die Zusage nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen umgehen. Ultra-Fans sind empört.

Quelle: SPON

Das Versprechen war eindeutig: Verzichten Fans und Ultras an den ersten drei Spieltagen der aktuellen Bundesliga-Spielzeit auf Pyrotechnik im Stadion, werde man Schritte zur Legalisierung von bengalischen Feuern einleiten. Abgegeben wurde das Versprechen im Frühjahr von Vertretern der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball Bundes (DFB) gegenüber einer Initiative von rund 150 Ultra-Gruppen

Der dritte Spieltag steht nun am Wochenende bevor. Bislang hielten sich die Ultras an ihr gegebenes Wort. Die beiden Verbände hingegen suchen offenbar nach Möglichkeiten, ihre Zusage zu umgehen.

Explizit darüber wollen sich nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen am Freitag hochrangige Vertreter von DFL und DFB während einer DFB-Versammlung in Frankfurt am Main unterhalten. Dort soll auf der Agenda stehen, wie man die Beibehaltung des Pyrotechnikverbots kommunizieren kann, ohne die Ultra-Gruppen vollauf gegen sich aufzubringen.

Brisanz hat das Treffen auch dadurch, dass keine der Ultra-Vertretungen als Gesprächspartner eingeladen oder über dieses Treffen informiert wurde. Auch sitzen die Personen, die damals den Ultras das Versprechen gaben, jetzt nicht am Tisch. Der DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn ist zum neugegründeten Sicherheitskomitee nach Katar gewechselt, der DFL-Fanbeauftragte Thomas Schneider weilt im Urlaub.

Vereinbarung wird auch vom DFB bestätigt

Dem Wort von Spahn und Schneider haben die Ultras bislang vertraut, nun werden sie aber mit neuen Informationen versorgt: „Inoffiziell haben wir gehört, dass die DFL am Freitag gegen eine Legalisierung stimmen wird. Offiziell hat uns dies aber noch niemand gesagt“, sagt der Sprecher der Initiative „Pyrotechnik Legalisieren“, Jannis Busse, SPIEGEL ONLINE.

Dass es nach wie vor triftige Gründe für eine Beibehaltung des Verbots gibt, ist auch Busse bewusst: Schließlich sind die Feuer eine potentielle Gefahr für andere Zuschauer. In der Debatte geht es denn auch lediglich um die Lockerung des bundesweiten Pyrotechnikverbots, erlassen durch den DFB. „Wir wollen, dass der DFB sein Pyro-Verbot so lockert, dass wir die Technik lokal, in Rücksprache mit den einzelnen Vereinen und Sicherheitskräften, umsetzen können“, sagt Busse. Dies sei auch der Kern des Versprechens der beiden Verbände gewesen: „Ihr zeigt uns, dass ihr euch disziplinieren könnt, und wir gewähren euch Pilotprojekte, bei denen ihr in Stadien kontrolliert eure Pyros abbrennen könnt“, zitiert Busse die Vereinbarung, die in dieser Form auch von Seiten des DFB bestätigt wurde.

Zur Umsetzung solcher Pilotprojekte gehört allerdings ein erheblicher Aufwand. Es müsste zusätzliches Sicherheitspersonal, eventuell sogar Sprengstoffexperten, zu den einzelnen Fußballspielen geladen werden. Die Sicherheitsbehörden und die Feuerwehr der jeweiligen Stadt müssten mit dem Abbrennen der Leuchtelemente einverstanden sein. Zudem wäre es notwendig, einen separaten Bereich in den Stadien einzurichten, in dem sicher und kontrolliert gezündelt wird. Als Letztes müsste die Schuldfrage bei einem etwaigen Unfall durch den Einsatz von Pyrotechnik juristisch völlig neu geregelt werden.

„Erwartungshaltung der Ultras ist groß“

Eine einheitliche Lockerung des Pyrotechnikverbotes sei gar nicht möglich, weil jedes Bundesland eigene polizeiliche Regelungen habe, sagen Sicherheitsexperten. Zudem gibt es massive Bedenken, ob es in deutschen Stadien überhaupt Tribünen gebe, wo man die Feuer gefahrlos entzünden kann.

Jannis Busse hat für viele dieser Vorwürfe Gegenargumente parat. Er arbeitet mit seiner Initiative „Pyrotechnik Legalisieren“ seit längerem an dem Thema. Auch er war seinerzeit überrascht, dass die beiden deutschen Fußballverbände überhaupt so schnell einem solchen Pakt zustimmten. „Die Erwartungshaltung in der Ultras-Szene ist jetzt natürlich groß. Wir haben unseren Teil der Abmachung eingehalten, jetzt hoffen wir, dass die uns gegebenen Versprechen ebenfalls eingehalten werden.

Falls dies nicht passiere, sagt Busse, könne man nicht voraussagen, wie die Szene reagieren wird. „Wir werden weiterhin dazu aufrufen, keine Böller oder Leuchtspuren im Stadion abzubrennen. Aber die Bengalos gehören dazu. Sie erzeugen Stimmung und Atmosphäre. Ich gehe davon aus, dass sie nach Ablauf unseres Versprechens auch wieder eingesetzt werden“, sagt Busse.

DFB-Vize Rainer Koch wollte „erst die Sitzung am Freitag abwarten“, bevor er einen Kommentar abgebe. Die DFL sagte, sie stehe „nach wie vor in regen Gesprächen mit den Vereinen“. Dort herrsche aber ein „differenziertes Meinungsbild zum Thema Pyrotechnik“. Von einer schnellen Aufhebung des Verbots ist jedenfalls nichts zu hören. Stattdessen soll es eine erneute Prüfung durch Sicherheitsexperten geben.

Für die Ultras wird dies wohl nur ein schwacher Trost sein.

Fans aufgepasst! Pakour beim Roten Stern.

Der Rote Stern Nordost bietet ab sofort auch die Sportart Parkour an!

„Am Samstag, den 20.08.11 um 16 Uhr am S-Bahnhof Landsberger Alle findet unser erstes Parkourtraining statt. Wir treten mit dem Ziel an sämtliche Hindernisse zu überwinden und den kürzesten und/oder effizientesten Weg von A zum selbstgewählten Ziel B zu suchen. Wir machen seit ca. 2 Jahren Parkour, fühlen uns jetzt in der Lage Neueinsteiger anzulernen und würden uns freuen mit euch zu trainieren.

Ausnahme: bei Regen findet das Training nicht statt und wird verschoben.“

Wenn Ihr noch keine konkrete Vorstellung von Parkour habt, dann schaut Euch hier einmal einen der besten und verrücktesten Parkour-Sportler bei der Arbeit an. Vorhang auf für Damien Walters…