Kreuzzug gegen den Roten Stern

Als vor über 800 Jahren nicht nur Ritter auf den Kreuzug gen Jerusalem geschickt wurden, kam es während dieser endlosen Märsche häufig zu antisemitischen Pogromen. Schon damals wurden Verschwörungstheorien verbreitet, die, von religiösem Hass sowie dem allgemeinen Neid auf die Juden genährt, eine komplette politische Ideologie gebaren. Bei den späteren Kreuzzügen, wie der Reconquista, war die Judenfeindlichkeit sogar schon biologistisch determiniert:

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, gegen Ende der Reconquista, wurde in der spanischen Inquisition der Begriff der limpieza de sangre (spanisch für „Reinheit des Blutes“) eingeführt. Nur Christen, die nicht von zwangsgetauften Juden (Marranen) oder Muslimen (Morisken) abstammten, galten der Inquisition unter Torquemada und seinen Nachfolgern als unverdächtig. 1492, mit dem Abschluss der Reconquista, erfolgte unter den Katholischen Königen die Vertreibung der spanischen Juden.Quelle.

Aktuell wollen selbsternannte deutsche Kreuzritter aus Leipzig dem in nichts nachstehen. Sie haben den ewigen Feind in Form des Roten Stern Leipzig wiedererkannt und dementsprechend ihre Mobilisierung gestaltet. Der Anlaß ist das Landespokal-Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den Roten Stern…

Der (Kultur-)Marxismus gilt in solchen Kreisen als eine Ausgeburt der Juden. Diese hätten den Marxismus einstmals nur erfunden um die gottgegebene Ordnung sowie die nationalen Heimstätten der Völker dieser Erde im Zusammenspiel mit dem Liberalismus dem Erdboden gleich zu machen. Dagegen gilt es die volkstreuen Genossen zu mobilisieren. In Leipzig-Leutzsch übernimmt das neben der NPD auch die Fanszene der neugegründete SG Leipzig-Leutzsch…

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14 Antworten auf „Kreuzzug gegen den Roten Stern“


  1. 1 RSL Fan 30. August 2011 um 21:36 Uhr

    Die SGLL sollte man nicht weiter beachten.
    In spätestens zwei Jahren gibt es sie entweder nicht mehr
    oder sie sind nichts anderes als ein kleiner Verein
    der vor 50 bis 150 Menschen spielt.

  2. 2 tee 31. August 2011 um 14:01 Uhr

    erst bastian mit seiner deutung der „deutschritter“, nun hier mit „kreuzritter“. reicht es denn nicht, das zu kritisieren, was da ist? muss denn immer noch schlimmeres reingedeutet werden?!

  3. 3 tee 31. August 2011 um 14:02 Uhr

    und dann gleich der kurzschluss des antisemitismus! ist das eigentlich schon pathologisch?!?!

  4. 4 URS 31. August 2011 um 14:53 Uhr

    Wenn man keine Ahnung hat, Tee, dann sollte man sich damit nicht auch noch brüsten…

    Zum Thema: Die Ritter waren eine militärische Formation die sich erst durch Kreuzzüge endgültig zu einem wichtigen Element im Krieg entwickelt haben. Außerdem sollte man wissen, dass der Begriff Kreuzzug auch auf andere militärische Aktionen ausgeweitet wurde, deren Ziel nicht unbedingt das Heilige Land war. So wie zum Beispiel die ‚Rückeroberung‘ von Spanien und die Christianisierung der Slawen im Baltikum.

    Und mit dem Abflauen von Kreuzzüge, kamen dann auch andere militärische Formationen zum Einsatz wie z.B. die Musketiere oder die Konquistadore… Der Ritter ist somit ein militärisches Symbol aus der Zeit der Kreuzzüge. Und das die christliche Judenfeindlichkeit in den Zeiten der Kreuzzüge einen ihrer Höhepunkte hatte, lernt man sogar auf deutschen Schulen. Wer hier also einen ideologisch motivierten Kurzschluß hatte, sollte doch nun abschliessend geklärt sein…

  5. 5 tee 31. August 2011 um 19:22 Uhr

    da ist kein ritter zu sehen, darum geht es. und schon gar kein kreuzritter. aber die logische kette imponiert, weiter so!

  6. 6 Bier 31. August 2011 um 21:57 Uhr

    Fußballfans trinken Bier aus Bechern! Von Tee war nie die Rede!

  7. 7 Chemiker 01. September 2011 um 18:20 Uhr

    URS

    Meinst Du das ehrlich ? Ich bin ja BSG-er, aber hier muss ich langsam echt lachen. Ich verachte die SGL, diese Aktion mit dem Flyer denen nun vorzuwerfen, nee, da hörts bei mir auf. So ä Kindergarten…*brüll*

  8. 8 Rote Limo 01. September 2011 um 18:30 Uhr

    Es gibt aber auch Fußball Fans die keinen Alkohol mögen.

    Zum Bild. Ich kenne den Typen auf dem Bild noch von früher.
    Der hatte nichts mit Kreuzzügen oder so zu tun. Der war nur gegen Schwule und Lesben und bewarf Selbige vom Pferd aus mit Wattebällchen und Tampons

  9. 9 Angelika Lindner 01. September 2011 um 19:25 Uhr

    Dicker geht wohl nicht mehr aufzutragen, oder? Was soll diese geistlose Aufwertung eines organisierten Zusammenschlusses von schon als Greise zur Welt gekommenen?

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