Ultras Hannover, Sektion Gaza

Drei Bilder, die eine deutliche Sprache sprechen. Zwischen den ersten beiden und dem letzten liegt ein Zeitraum von fast sechs Jahren. Entstanden sind diese Motive in irgendwelchen Blitzbirnen, die sich in Kreisen der Ultras aus Hannover aufhalten. Es bedarf nicht einmal der von Antisemit*innen vielzitierten „Antisemitismus-Keule“ (auch wenn sich diese im Gesicht der Ersteller*innen wohlfühlen würde), um dieses Handeln eindeutig zu benennen.

Das aktuellste der drei Bilder ist vor gut einer Woche in Magdeburg gemacht worden, als die Amateure von Hannover 96 dort gastierten. Die H-Amas, gesprochen Hamas, wie sie bereits seit mehreren Jahren liebevoll von ihren Fans genannt werden. Wer, wie hier bei den Hannover-Fans durch eine Zaunfahne im Fanblock geschehen, einen positiven Bezug zu einer islamfaschistischen Terrororganisation herstellt, hat nicht mehr alle Latten am Zaun.

Anfänglich wurde der offensichtliche Antisemitismus abgestritten – bis hin zu Versuchen, das eigene Tun als Provokation Jugendlicher, die „Grenzen austesten“ wollen, zu bewerten. Ein paar Stimmen aus dem Umfeld der Ultras aus Hannover distanzierten sich schon vor Jahren auf halbherzige Art und Weise. Erwartungsgemäß ohne Wirkung.

Festzuhalten bleibt, dass sowas weder eine Lapalie, noch durch irgendwas zu relativieren ist. Ausmaße wie bei Legia Warschau sind zwar noch nicht erreicht, aber ideologisch steht man offensichtlich so nah beieinander, dass man sich fast gegenseitig auf die Füße tritt.

Fans von Legia Warschau

Antisemitismus ist immer noch gesellschaftsfähig und somit auch im Mikrokosmos Fußballstadion präsent, das ist keine neue Feststellung. Diesen öffentlich zu machen, wenn er in Erscheinung tritt, ist notwendig. Wenn dann sogar über einen längeren Zeitraum so unverhohlen zur Schau gestellt wird, dass man Jüd*innen hasst, muss das Kind erst recht beim Namen genannt werden.

Ich bin eher selten ein Freund von Sanktionen, aber wenn Mechanismen wie Einlasskontrollen oder (im besten Falle) Selbstregulierung nicht funktionieren, darf auch gerne mal von höherer Stelle durchgegriffen werden.

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