Archiv für April 2012

Angriff auf Fan des Roten Stern Lübeck

Großeinsatz in der Fußball-Kreisklasse B: Mit etlichen Streifenwagen ist die Polizei gestern Abend zum Spiel von Phönix Lübeck II gegen Roter Stern Lübeck angerückt. Ein Fan vom VfB Lübeck, der an diesem Abend mit dem Team von Phönix sympathisierte, hatte einen Anhänger von Roter Stern Lübeck mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Quelle: Lübecker Nachrichten

Das 30-jährige Opfer klagte nach dem Vorfall über Schmerzen in der linken Gesichtshälfte, ein Arzt war nicht vor Ort. Der 41-jährige polizeibekannte VfB-Fan wurde wegen Körperverletzung angezeigt. Zu den Hintergründen der Tat ist noch nichts bekannt.

Der VfB-Fan war einer von acht Anhängern des Regionalligisten, die an diesem Abend das Kreisklassenspiel an der Travemünder Allee verfolgten. „Die Stimmung war aufgeheizt“, berichtet Polizeisprecherin Carola Aßmann. Weitere Ausschreitungen konnten die Beamten im Keim ersticken. „Die vielen Streifenwagen waren zur Sicherheit vor Ort“, sagt Aßmann.

Bereits im Oktober 2009 hatte es einen Zwischenfall bei einem Spiel von Roter Stern gegeben. Nur dank eines massiven Polizeieinsatzes konnten damals schwere Ausschreitungen im Spiel der Kreisklasse D gegen den VfB Lübeck III verhindert werden.

Neonazis in Neubrandenburg blockieren!

Boxen unter den strengen Augen der Taliban

In einem ehemaligen Hinrichtungslager der Taliban trainieren afghanische Frauen das Boxen. Eine von ihnen darf an den Olympischen Spielen in London teilnehmen. Das Land aber schaut eher verachtend zu.

Quelle: Welt Online

Mit scharfer Stimme dröhnt der Befehl des Trainers durch das Sportstadium von Kabul. „Eins. Zwei. Drei. Sprung!“, ruft Abduhl Aziz Phir, 51, einer kleinen Gruppe von Mädchen zu, die sich gerade warmlaufen. Alle tragen lange Sportanzüge und Kopftücher.

Ob sie wohl manchmal daran denken, dass hier, an dieser staubigen Stelle, vor gut zehn Jahren die Taliban noch öffentliche Hinrichtungen zur Volksbelustigung veranstalteten?

Ungewöhnlicher noch als der Ort ist auf den ersten Blick der Sport, für den die Mädchen trainieren: sie boxen. Dabei ist Afghanistan auch mehr als zehn Jahre nach dem Sturz der Taliban ein konservatives Land.

Neue Leitlinien für Frauen

Seine Tradition erlaubt es nicht, dass Frauen sich in der Öffentlichkeit exponieren ohne als Prostituierte abgestempelt zu werden. Gerade haben die obersten Religionsführer Afghanistans neue Leitlinien für das Verhalten von Frauen herausgegeben.

Viele erinnern an die Gesetze des harschen Regimes, das zwischen 1996 und 2001 herrschte: Frauen sollen weder bei der Arbeit noch auf dem Bazar oder in der Schule mit Männern zusammentreffen, und ohne einen männlichen Begleiter sollen sie keinen Bus besteigen.

Umso mehr lohnt ein Besuch bei den boxenden Frauen von Kabul. In einem kargen Gymnastiksaal liegen ein paar staubige grüne und rosa Bodenmatten, drei Sandsäcke hängen von der Decke, auf die die Sportlerinnen einschlagen können.

Erstes Gold für Afghanistan

Der Raum hat schon bessere Tage gesehen. Einer der beiden Wandspiegel hat einen langen Sprung. Darüber hat jemand ein kleines, verblichenes Farbfoto von einem Boxwettbewerb gesteckt. Darauf sind zwei Männer zu sehen. Draußen, vor dem Fenster, liegt Schnee. Eigentlich aber fällt der Trainingsraum der Mädchen eher durch das auf, was es nicht gibt: einen Boxring.

Umso bemerkenswerter, dass eines von ihnen erst kürzlich bei einem internationalen Turnier in Tadschikistan die erste Goldmedaille für Afghanistan gewonnen hat: Shabnam Rahimi, eine drahtige junge Frau mit strahlend weißen Zähnen und einer hohen, klaren Stimme.

Ein wenig traurig ist Rahimi dennoch: „Es ist schade, dass nur eine von uns nach London fahren kann“, sagt die 19-Jährige. Nicht sie wird es sein, die das islamische Land bei den Olympischen Spielen (27. Juli bis 12. August) vertritt, sondern ihre jüngere Schwester Sadaf.

Sadaf nach London gereist

Während Sadaf neulich zur Vorbereitung auf das olympische Boxturnier nach London gereist ist, steckt Shabnam mitten in den Abschlussprüfungen für die Schule: „Ich muss hier bleiben, um zu lernen.

Eines der Mädchen, die im Gymnastikraum gerade Beinübungen macht, erzählt: „Sonst trainiert Sadaf mit uns.“ Stolz schwingt in ihrer Stimme mit. Überhaupt sind sie alle hier stolz auf Sadaf Rahimi.

Ohne den ersten Faustschlag abzugeben, hat die 17-Jährige bereits jetzt Sportgeschichte geschrieben. Sie ist die erste afghanische Boxerin, die an Olympia teilnimmt – und die zweite Sportlerin ihres Landes überhaupt.

Möglich wurde das erst durch die Entscheidung des nationalen olympischen Komitees von Afghanistan, 2007 die Boxgruppe zu gründen. Ziel des NOK ist es, Stereotype infrage zu stellen und die Frauen darin zu bestärken, das zu tun, woran sie glauben.

Unterstützung durch Nicht-Regierungsorganisation

Finanziell unterstützt werden die Sportlerinnen zudem von der Cooperation for Peace and Unity (CPAU), einer Nicht-Regierungsorganisation. Deren Projekt trägt den treffenden Namen „Fight for Peace“ („Kampf um Frieden“). Aber: die finanzielle Ausstattung ist insgesamt bescheiden.

Wie bedeutsam „Fight for Peace“ ist, lässt sich bei einem Blick auf die Situation von Frauen in Afghanistan ermessen. Fernsehwettbewerbe, bei denen Frauen singen oder gar nur als Ansagerinnen auf der Bühne stehen, rufen im Land regelmäßig Empörung und moralische Entrüstung hervor.

Politikerinnen und weibliche Abgeordnete erhalten Todesdrohungen. Viele Familien verbieten heranwachsenden Mädchen selbst körperliche Betätigungen wie Gymnastik, Laufen oder Radfahren – aus Angst um die Jungfräulichkeit ihrer Kinder.

Besondere Sportkleidung

Als Zugeständnis an ihr konservatives Land wird Sadaf Rahimi bei den olympischen Wettkämpfen deshalb schwarze, blickdichte Strumpfhosen unter ihren Boxer-Shorts tragen, damit ihre Beine bedeckt sind.

Alle Entschlossenheit der jungen Boxerinnen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese kleine Gruppe liberaler, westlich orientierter Frauen in Afghanistan eine große Ausnahme ist.

Die meisten sind in diesem Land noch immer Menschen zweiter Klasse, die nur verhüllt von Kopf bis Fuß auf die Straße dürfen und daheim auf Gedeih und Verderb ihren Ehemännern und Familien ausgeliefert sind. Selbst auf dem Sportgelände in Kabul werden die Boxerinnen oft ungläubig bestaunt. Sport ist in Afghanistan Männerdomäne. Erst recht das Boxen.

Außergewöhnliche Sportliebe

Gerade bringt ein Helfer in einer Thermoskanne Wasser für die trainierenden Mädchen. Nein, sagt der junge Mann kopfschüttelnd, so etwas wie Boxen würde er seiner Schwester oder Frau garantiert nicht erlauben.

Fast alle Mädchen hier hatten anfangs Vorurteile und Widerstände zu überwinden. Doch inzwischen unterstützen die Familien die außergewöhnliche Sportliebe.

Zuerst wollte mein Vater nicht, dass ich boxe“, sagt etwa die 18-jährige Shafika. Ihre Eltern seien um die Sicherheit ihrer Tochter besorgt gewesen. Shafika erzählt: Schau dir doch die Situation im Land an, habe ihr Vater gesagt.

Doch Shafika konnte ihre Familie überzeugen. Inzwischen sei ihr Vater sogar stolz auf sie, er nennt sie sie jetzt „ein tapferes Mädchen“. Shafika sagt: „Ich will mehr lernen und Medaillen für Afghanistan nach Hause bringen.

Boxende Schwestern

Die boxenden Schwestern Sadaf und Shabnam hatten es da einfacher. „Unser Vater war auch Boxer. Er hat uns beide immer ermutigt und unterstützt“, erzählt Shabnam. Mit Erfolg. Beim Turnier in Tadschikistan gewann ihre Schwester, die Olympiateilnehmerin, in der 54-Kilogramm-Gewichtsklasse Silber.

Wenn Shabnam über Boxen spricht, gerät sie jedes Mal ins Schwärmen: „Ich mag alles an dem Sport. Die ganze Technik, die Beinarbeit, die Taktik, die Koordination, Schnelligkeit und Schlagkunst.

Dreimal pro Woche trainieren Abduhl Aziz Phir Shabnam und die anderen rund 30 Mädchen. Was sie antreibt? „Sie wollen kämpfen, und sie wollen gewinnen“, sagt er, „jede Sportlerin will doch einmal Meisterin werden.

Hoffen auf bessere Zeiten

Er selber war einst afghanischer Meister im Boxen. „Ich sollte eigentlich 1980 zu Olympia“, sagt er. Doch zerschlug sich seine Teilnahme an den Spielen in Moskau, die natürlich auch von Afghanistan boykottiert wurden, nachdem im Dezember 1979 die Sowjetunion ins Land einmarschiert war.

Afghanistans Sportler haben schlechte Zeiten hinter sich. Nachdem die Taliban alle Frauen von Sportwettkämpfen jeder Art ausgeschlossen hatten, strich das Internationale Olympische Komitee (IOC) Afghanistan von der Teilnehmerliste.

An den Spielen in Sydney 2000 nahm daher kein afghanischer Sportler teil. Nach dem Sturz der Taliban 2001 hob das IOC die Suspendierung Afghanistans wieder auf. Zu den Sommerspielen in Athen 2004 schickte das Land zum ersten Mal eine Sportlerin: Die Läuferin Robina Muqimyar nahm am 100-Meter-Lauf teil, sie belegte den vorletzten Platz.

Läuferin verschwand spurlos

Vier Jahre später in Peking sollte die Athletin Mehboba Ahdyar Afghanistan vertreten, doch die Läuferin verschwand spurlos aus einem Trainingscamp in Italien, vermutlich um Asyl in Europa zu suchen.

Mehboba, die aus einer armen Gegend in Kabul stammte, soll wegen ihrer möglichen Teilnahme an den Spielen Drohungen erhalten haben, hieß es. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.

Boxerin Sadaf Rahimi hofft wie ihr Team und ihr Trainer, dass sie als erste Frau eine Medaille von den Spielen heimbringen kann. Die Männer haben bereits eine: Rohullah Nikpai gewann 2008 Bronze im Taekwondo. Vier Jahre später träumt er nun von Gold.

Görlitz: Neonazis beherrschen Fußballverein

Der sächsische Fußballverein Energie Görlitz steht im Verdacht ein regelrechtes Sammelbecken für lokale Neonazis zu sein, Fußball als Spielwiese und Vorwand für Rechtsextremisten … ein Hintergrundbericht vom MDR.

Tumulte in Kairo bei Port-Said-Prozess

In Kairo hat der Prozess gegen Fußballfans begonnen, die im Februar nach einem Spiel in Port Said 74 Menschen getötet haben sollen. Ultras der beiden großen Fußballvereine Kairos, Ahly und Zamalek, protestierten gegen den Hohen Militärrat.

Quelle: FAZ Online

In der Polizeiakademie von Kairo hat unter massiven Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen 75 Angeklagte begonnen, denen vorgeworfen wird, am 1. Februar im Stadion von Port Said nach dem Fußballspiel gegen Al Ahly Kairo 74 Menschen getötet und Mehrere Hundert verletzt zu haben.

4000 Bereitschaftspolizisten und mehrere Panzer sicherten den Gerichtssaal ab, in dem auch das Verfahren gegen den früheren Staatspräsidenten Husni Mubarak stattfindet. Der Prozess, der direkt vom ägyptischen Staatsfernsehen übertragen wurde, war aus Sicherheitsgründen von Ismailija nach Kairo verlegt worden.

Vor der Polizeiakademie protestierten die Ultras der beiden großen Fußballvereine Kairos, Ahly und Zamalek, gegen den Hohen Militärrat. Der vorsitzende Richter des Strafgerichts Port Said musste das Verfahren am Eröffnungstag zweimal unterbrechen. Gleich nach der Eröffnung riefen die Angeklagten aus ihrem Käfig: „Eins, zwei, wo ist Husni Mubarak?“ Sie spielten darauf an, dass als sie als Sündenböcke herhalten müssten, in Wirklichkeit aber das alte Regime hinter dem Gewaltausbruch im Stadion stecke. Später skandierten sie: „Wir werden wie die anderen im Stadion sterben, man enthält uns unsere Rechte vor.“ Auch danach unterbrach der Richter die Sitzung für eine halbe Stunde.

Einspruch von acht der zehn Kandidaten

Als ein Anwalt der Opfer die Namen der Getöteten verlas, rezitierten die eingesperrten Angeklagten aus Respekt vor den Opfern die Eröffnungssure des Korans. Ein Anwalt der Opfer forderte erfolglos, den Vorsitzenden des Hohen Militärrats, General Muhammad Hussein Tantawi, zu einer Vernehmung vorzuladen. Die Anklage forderte das Gericht auf, die Vorwürfe gegen das Innenministerium zu konkretisieren. Die Angehörigen der Opfer behaupten, die Sicherheitskräfte seien durch die bewusste oder unbewusste Unterlassung von Hilfe nach dem Spiel mitschuldig an dem Verbrechen.

Unterdessen erhob der salafistische Präsidentschaftskandidat Hazem Abu-Ismail, der für die Präsidentenwahl disqualifiziert wurde, schwere Vorwürfe gegen die Hohe Wahlkommission. Das Dokument, mit dem die angebliche amerikanische Staatsbürgerschaft seiner Mutter bewiesen werde, sei gefälscht, erkläre der radikale Prediger. Er forderte die Kommission, deren Sitz seine Anhänger seit Tage belagern, auf, amerikanische Originaldokumente vorzulegen. Die Kommission hatte als Beleg für ihre Behauptung einen Brief des amerikanischen Außenministeriums vom 6. April 2012 an die ägyptische Botschaft in Washington vorgelegt.

Acht der zehn Kandidaten, die die Hohe Kommission disqualifiziert hat, haben gegen die Entscheidung Einspruch eingelegt. Die Kommission will in diesen Tagen darüber befinden. Zudem will das Parlament einen Untersuchungsausschuss einsetzen, der prüfen soll, ob der Kandidat und frühere Geheimdienstchef Omar Sulaiman die zur Kandidatur erforderlichen 30.000 Unterschriften gefälscht hat. Er wurde disqualifiziert, weil die Unterschriften nicht aus allen 15 Provinzen stammen.

Neonazis in Dortmunder Sportvereinen

Der Stadtsportbund Dortmund engagiert sich gegen Rechts. Zuletzt wurden Sportvereine vermehrt Ziele rechtsradikaler Unterwanderung. Sogar der bekannte Neonazi Dennis G. hatte versucht, sich der Badminton-Abteilung eines Vereins anzuschließen. Als er aufflog, bekam er Hausverbot.

Quelle: Der Westen

Der Dortmunder Stadtsportbund (SSB) und seine Sportjugend engagieren sich gegen Rechts. Wie nötig das ist, wird aus dem aktuellen Newsletter deutlich. Der SSB schildert, wie einer der führenden Köpfe der Dortmunder Neonazi-Szene versuchte, in einem Verein im Dortmunder Westen unterzukommen.

Raffael Diers, Referent für Kinder- und Jugendprojekte beim SSB, führt das Beispiel des DJK Oespel-Kley TUS 1923 e.V. an. „Nur durch besondere Aufmerksamkeit der Verantwortlichen im Verein konnte hier verhindert werden, dass Neonazis sich in das Vereinsleben einschleichen und so möglicherweise ihr Gedankengut verbreiten.

Der 1. Vorsitzende der DJK Oespel-Kley macht in einem anliegenden Schreiben deutlich, in welcher Weise Sportvereine betroffen sein können. Es war Dennis G., einer der Hauptakteure der rechten Szene und einer der mutmaßlichen Rädelsführer des Überfalls auf die 1. Mai-Kundgebung vor drei Jahren, der in der Badminton-Abteilung auftauchte.

Er hatte einige Male zur Probe trainiert; war aber noch nicht Vereinsmitglied“, so Kremer. Seine wirkliche Identität ist durch einen Zufall deutlich geworden. Durch die Vereinserweiterung sind neue Sportler nicht sofort aufgefallen. Mitte März gab es für G. umgehend Hausverbot. Man hat ihm gesagt, er sei unerwünscht und er solle die Räume verlassen, was er ohne Widerspruch getan habe.

Das Verhalten war „abgebrüht

Der Verein vermutet, dass G. aus agitatorischen Gründen an seinem neuen Wohnort soziale Kontakte knüpfen wollte. „Abgebrüht“, so Kremer, sei dies gewesen, weil der DJK Oespel-Kley schon lange international und gegen Rechts ausgerichtet sei.

Der Vorsitzende appelliert an andere Vereine, wachsam zu sein. Wichtig sei schnelles und konsequentes Handeln, falls jemand auffällig würde. Vereine, ist Kremer überzeugt, werden durch vielfältige Aktionen für ein menschliches Miteinander sowie durch ein Anti-Nazi-Konzept für die Gruppierungen uninteressant.

Der DJK Oespel-Kley plädiert dafür, ein Handlungskonzept stadtbezirksübergreifend zu entwickeln. Der SSB, so Raffael Diers entwickelt derzeit mit anderen Gruppen auch dazu ein Positionspapier.

Gegenprotest

Die Sportjugend im Dortmunder Stadtsportbund (SSB) arbeitet derzeit mit anderen Jugendverbänden zusammen. Ziel sei es, ein Konzept zu entwickeln, wie Gegenveranstaltungen zu rechtsradikalen Aufmärschen aussehen könnten und was sie dürfen. Fragen oder Anregungen zu diesem Thema sind per Mail möglich.

Dem Stadtsportbund sei wichtig, seine Mitgliedsvereine zu besonderer Aufmerksamkeit anzuregen und für die potenziellen Gefahren zu sensibilisieren, heißt es in dem aktuellen Newsletter

Wegen Ahmadinedschad: Freundschaftsspiel abgesagt

Weil Irans Machthaber Mahmud Ahmadinedschad die Vereinigten Arabischen Emirate provoziert hat, ist ein für heute festgelegtes Freundschaftsspiel zwischen den VAE und Iran abgesagt worden. Erneut zeigt sich: Am Golf ist Fußball die Fortsetzung von Politik.

Quelle: 11.Freunde

Wieder einmal hat es Irans Präsident Ahmadinedschad ganz nach oben in die Negativschlagzeilen geschafft. Irgendwie scheint er sich dort wohl zu fühlen. Vergangene Woche reiste er nach Abu Musa. Das klingt zuerst recht harmlos. Abu Musa ist eine 12 Quadratkilometer große Insel zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie liegt strategisch in der Nähe der Straße von Hormus, der Ölader der westlichen Welt. Der Iran und die USA messen gerade ihre Kräfte in dieser fragilen Region. Ein Besuch des iranischen Präsidenten erregt da Aufsehen. Denn das Eiland, das seit 1971 von Teheran kontrolliert wird, wird ebenfalls von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht. Wem die Insel gehört, ist bis heute nicht geklärt, eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht.

Nun reiste Irans Präsident auf die kleine Insel und schlug laute, nationalistische Töne an. »Der Persische Golf gehört zu Persien und ist eine innere Angelegenheit«, betonte Ahmadinedschad. Die arabischen Golfmonarchien sind ohnehin extrem besorgt vor dem Hegemonialanspruch des Regimes von Teheran. Der Besuch und die Wortwahl Ahmadinedschad sind daher keine vertrauensbildende Maßnahmen. Entsprechend pikiert sind die Herrscher vom Golf. Aber wie soll man auf diese Provokation regieren? Die Scheichs zeigen sich innovativ und lassen den Fußball sprechen.

»Ein Freundschaftsspiel sollte zwischen Freunden stattfinden«

Die United Arab Emirates Football Association sagte umgehend das Freundschaftsspiel zwischen den beiden Staaten ab. Das Spiel war für heute angesetzt. Was hat eine Insel mit Fußball zu tun, kann man sich hier fragen. Eine ganze Menge, würde hier wohl Yousself Abudullah antworten. Der Generalsekretär der Football Association sagte am vergangenen Wochenende: »Ein Freundschaftsspiel sollte zwischen Freunden stattfinden. Wie sollen wir nun ein solches Spiel nach dem Besuch bestreiten?« Es sind klare Worte, die Abudullah wählt. Im Klartext heißt es so viel wie: Wir sind keine Freunde mehr, nun sind wir Feinde.

Somit ist der zweite Schritt wohl nur eine logische Schlussfolgerung: die Emirate zogen ihren Botschafter in Teheran zurück. Außenminister Scheich Abdullah bin Zayed al-Nahyan bezeichnete dies eine »Verletzung der Souveränität« und beklagte, dass der Iran die beiderseitigen Bemühungen zur Verbesserung des bilateralen Verhältnisses zunichte mache. Anstelle des Fußballspiels, treffen sich nun die GCC-Staaten an diesem Dienstag um den umstrittenen Besuch auf der Insel Abu Musa zu besprechen.

Aber der Iran wäre nicht der Iran, wenn er nicht gegen die Absage des Spiels ordentlich wettern würde. Eine Beschwerde wollen sie bei der FIFA einreichen, melden offizielle Stimmen des iranischen Fußballsverbandes. Schon 2010 sagte Nigeria ein Freundschaftsspiel gegen den Iran aus politisch motivierten Gründen ab. Die Mannschaft reiste nicht zum Gastspiel in Teheran an. Damals verwehrte sich die FIFA der politischen Intervention in ein Freundschaftsspiel. Nigeria musste für die Vorbereitungskosten des Iran aufkommen und 300.000 US-Dollar an den iranischen Fußballverband zahlen.

Wie politisch darf Fußball sein?

Gut, dass das Spiel zwischen dem Iran und den VAE in Dubai stattfinden sollte. Kompensationszahlungen kann der Iran diesmal kaum geltend machen. Es bleibt am Ende höchstens die Frage: wie politisch darf Fußball sein? Wer bestimmt, wer Freund oder Feind ist? Im Falle der VAE ist man sich auf jeden Fall einig: Nachdem die Fußball-Föderation das Spiel absagte, zog das Emirat den Botschafter zurück. So wird Politik gemacht. Aber wäre es nicht sinnvoller gewesen, die Rivalität auf dem Platz auszutragen? Dafür fehlte es den VAE aber wohl am Mut.

Sie finden sich gerade einmal auf Platz 121 der Weltrangliste wieder, hätten sogar auf ihre sechs wichtigsten Spieler verzichten müssen. Der Iran, in der Weltrangliste auf Platz 51, muss sich hier nicht verstecken: vier von sieben Spielen hat es gegen die VAE in der Vergangenheit gewonnen. Ironischerweise gewannen die VAE erst ein Spiel gegen den neu erklärten Feind: zu Hause 1997, 3:1 in einem Freundschaftsspiel.

BS: Keine Eintracht mit Nazis!

Die Initiative gegen rechte (Hooligan) – Strukturen veranstaltet am 14.04.2012 ab 10:00 Uhr in der Sporthalle der IGS Franzsches Feld in Zusammenarbeit mit der DGB-Jugend ein antifaschistisches Fußballturnier um auf die Problematik rechter Strukturen und Gewalt in und um das Braunschweiger Eintrachtstadion aufmerksam zu machen.

Die Darstellung des Fußballstadions als unpolitischer Raum trifft in der Gesellschaft und in den meisten Fanszenen auf große Akzeptanz – in der Realität führt es aber dazu, dass Nazis und rechte Hooligans sich ungestört bewegen und agieren können. In den schlimmsten Fällen kommt es zu diskriminierenden und menschenverachtenden Äußerungen oder sogar Gewalt. Doch überall wo Nazis versuchen sich breit zu machen muss klar sein: Nazis raus!

Die Hooligangruppe „Kategorie Braunschweig (KBS)“ ist in der Vergangenheit immer wieder durch Einschüchterungsversuche und teils gewalttätige Übergriffe auf Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen oder sich gegen rechte Strukturen engagieren, aufgefallen. Aber auch andere rechte Gruppen wie die „Fette Schweine/Hungerhaken (FS/HH) “, „Exzess Boys“ oder sogar die Nazi-Kameradschaft „Burschenschaft Thormania“ stellen einen Teil der Fan- und Hooliganszene dar.

Keine Eintracht mit Nazis / Gemeinsam gegen rechte Gewalt!

Wir wollen eine Fankultur mit einem antifaschistischen Grundkonsens – ohne Nazis, rechte Hooligans oder sexistischen Mist!

Verbringt gemeinsam mit uns den Tag bei lockerem Fußball, Informationsveranstaltungen und -ständen, Vorträgen und leckerem Essen. Ab Abend findet dann außerdem die „Keine Eintracht mit Nazis“-Party im Nexus statt. Dort spielen auf: Supershirt und Feine Sahne Fischfilet. Danach folgt elektronische Tanzmusik mit Si.Kurd (Krisentrauma), AhoiBoi (ULTRNX) und Endi (Egotronic).

Kein Fußball den Faschisten!

// 14.04.2012 // 10:00 Uhr // Sporthalle IGS Franzsches Feld // Grünewaldstraße 12 // 38104 Braunschweig //

Wenn ihr Lust habt, mitzuspielen oder Fragen habt, wendet euch an unsere Kontaktadresse(nonazisbs@riseup.net).

Das Teilnahmefeld ist leider begrenzt, deswegen meldet euch schnellstmöglich an. Eure Mannschaft sollte mindestens 5 Mitspieler*innen haben und es wäre wünschenswert, wenn ihr in gemixten Teams antretet.

[via]

Das Prinzip Sippenhaft

13.032 Personen sind als Sport-Gewalttäter registriert. Oft trifft es Unschuldige. Die Datensammelwut ist unverhältnismäßig und intransparent, kommentiert C. Spiller.

Quelle: Zeit.Online

Fußballfans haben derzeit einen schlechten Ruf. Zu Unrecht, wie selbst Innenminister Hans-Peter Friedrich kürzlich feststellte. „99,9 Prozent der Fans sind friedlich. Das dürfen wir bei unseren Maßnahmen nicht aus den Augen verlieren, sie müssen angemessen, zumutbar und gerecht sein“, sagte er. Klingt vernünftig, nur halten sich die staatlichen Sicherheitsorgane nicht daran.

Eine zentrale Maßnahme gegen Fan-Gewalt, die Datei Gewalttäter Sport, widerspricht dem Minister in jedem Punkt. Sie ist unangemessen, unzumutbar und ungerecht.

13.032 Personen sind in der zentralen Verbunddatei gespeichert, erklärte die Bundesregierung am Dienstag. All diese Personen sollen vor, während und nach Fußballspielen durch Gewalt oder andere Delikte auffällig geworden sein. Das reicht von der Beleidigung bis zum Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz.

Die Zahl klingt dramatisch, ist sie aber nicht. Wer schaut, wie sie zustande kommt, erkennt warum: Es kann jeden Besucher eines Fußballspiels treffen. Es reicht, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Verdächtig ist schon, wer sich nur in der Nähe eines begangenen Deliktes aufhält. Wer in einem Block steht, aus dem ein Böller geworfen wird oder in dem es eine Rangelei mit Ordnungskräften gibt, muss damit rechnen, seine Personalien angeben zu müssen und später in der Datei zu landen, auch wenn er mit dem Vorfall nichts zu tun hat. Es herrscht das Prinzip Sippenhaft.

Nun wäre es das Mindeste, dass solche Einträge gelöscht werden, wenn den Betroffenen keine Straftat nachgewiesen werden kann. Doch das passiert nicht. Die Daten können gespeichert bleiben, die Daten von Unschuldigen. Zudem wissen die Betroffenen oft nicht, dass ihre Daten überhaupt erhoben worden sind, legen deswegen keine Rechtsmittel dagegen ein. Einige bemerken gar nicht, dass sie auf der Liste stehen. Sie könnten es erst merken, wenn sie bei Verkehrskontrollen besonders ausführlich kontrolliert werden, sie an der Grenze zum Urlaubsland wieder heimgeschickt werden oder, im Extremfall, an ihrem Arbeitsplatz Besuch von einem Beamten erhalten, der sie darauf hinweist, sie mögen sich beim Fußballspiel am Wochenende doch benehmen. Gefährderansprache nennt man das.

Lorenz Caffier, seit Januar der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, plant nun sogar, Gesichtsscanner einzusetzen, um Erfassten den Zutritt ins Stadion zu verwehren. Sein Bundesland, Mecklenburg-Vorpommern, tüftelt an einer Machbarkeitsstudie. Ein Albtraum für Fans und Datenschützer.

Schon vor zwei Jahren geriet die Gewalttäter-Datei, die seit 1994 existiert, in die Kritik. Betroffene klagten auf die Löschung ihrer Daten, mehrere Gerichte gaben ihnen recht. Kurz bevor das Bundesverwaltungsgericht in letzter Instanz über das Thema entscheiden sollte, wurde im Bundesrat flugs ein entsprechendes Gesetz durchgewinkt, dass die Datensammelei legitimiert.

Die Sicherheit in den Stadien ist ein hohes Gebot, eine entsprechende Datei kann ein wichtiges Instrument sein – allerdings nur, wenn die Bedingungen stimmen. Nur die Daten von strafrechtlich verurteilten Personen dürfen gespeichert werden. Zudem muss jeder über seine Aufnahme in die Datei informiert werden. Sonst treibt der Staat einen Keil zwischen sich und die friedlichen Fans. Die 99,9 Prozent.

Italien: Profi gesteht absichtliches Eigentor

Manipulation in der Serie A in Italien: Der ehemalige Verteidiger des AS Bari, Andrea Masiello, hat zugegeben, für Geld absichtlich ein Eigentor geschossen zu haben. Nun muss der Fußballprofi mit einer Haftstrafe rechnen.

Quelle: SPON

Andrea Masiello hat die Wettmanipulation des Erstligaspiels zwischen dem AS Bari und US Lecce gestanden. Der Verteidiger gab zu, in der vergangenen Saison bei seinem alten Verein sein Eigentor zum 0:2 im Lokalderby absichtlich geschossen zu haben. Dafür hätten er und zwei Komplizen von einem Mann aus dem Umfeld des Clubs aus Lecce rund 250.000 Euro in bar erhalten. Dies berichteten übereinstimmend mehrere italienische Zeitungen am Dienstag unter Berufung auf Protokolle der Staatsanwaltschaft in Bari.

Staatsanwalt Antonio Laudati hatte den jetzt für den Serie-A-Club Atalanta Bergamo spielenden Profi zusammen mit weiteren Personen in der Nacht zum Montag verhaften lassen. Gegen insgesamt rund 20 Männer, darunter zahlreiche frühere Bari-Spieler, leitete er Ermittlungsverfahren ein. Laudati zufolge wurden in den vergangenen zwei Spielzeiten nachweislich Baris Spiele gegen Udinese, Lecce, Bologna und Cesena manipuliert. Außerdem stünden die Partien gegen Palermo und den CFC Genua unter Verdacht.

Atalanta Bergamo hat Masiello umgehend suspendiert. Der in die Serie B abgestiegene AS Bari erklärte, nichts von den Manipulationen gewusst zu haben. „Wir wurden betrogen“, sagte Baris Generaldirektor Claudio Garzelli. Auch US Lecce wies jegliche Beteiligung an der Ergebnismanipulation zurück.

Dennoch drohen beiden Clubs Punktabzüge. Masiello und seine Komplizen müssen mit langen Sperren und mehrjährige Haftstrafen rechnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen die Bildung einer kriminellen Vereinigung mit dem Ziel des Sportbetrugs vor.