Knapp, knapp, knapp!

Ein schöner Tag, viele Fahnen im Wind und trotzdem fehlte etwas am Ende. Soviel können wir verraten. Alkohol war es nicht.

Am Samstag den 20.04.2013 um 12:30Uhr und bei traumhaftem Fußballwetter, war es für die „Zweite“ des roten Stern Nord-Ost Berlin wieder einmal Heimspielzeit. Der Gegner, die Berliner Amateure (FZL). Viel wurde bereits im Vorfeld der Partie gemunkelt, da im Hinspiel vor allem „des Gegners 5er“ teilweise nicht mehr nur verbal, sondern bisweilen auch darüber hinaus, mit einigen Sternen aneinander geraten war. Vor allem aber wollte man sich, für ein in der Höhe mehr als unverdientes, 1:5 Hinspielergebnis revangieren. Und so ging es nach gewonnener Seitenwahl und dem mittlerweile schon schöne Gewohnheit gewordenen Einschwörungsritual (ROTER ROTER ROTER…) hoch motiviert und sehr flott ans Werk.

So gehörte auch gleich die erste Aktion des Spiels dem Gastgeber, in Minute 1 allerdings noch in Person der geliebten Ultras, die Ihren Einzug ins Stadion mit wehenden Fahnen und Sprechgesängen zelebrierten.

Auf dem Platz begannen die Sterne derweil ungewohnt sicher und konzentriert. Wurden die ersten 15 Minuten letzte Woche noch komplett verschlafen, konnten die Anweisungen des Trainers heute von Beginn an deutlich besser umgesetzt werden und man nahm das Spiel in die eigenen Hände. Vor allem in der Hintermannschaft ließ man den Ball sicher zirkulieren und so führte in der AnfangsphaseAußer lediglich ein lang geschlagenen Ball, auf einen der schnellen Stürmer der Gäste, zu einer erwähnenswerten Halbchance der Gäste.

Die Sterne selbst kombinierten durch das eher schwach besetzte Mittelfeld immer wieder flach nach vorne und wurden vor allem durch schöne Steilpässe auf die schnellen Außenpositionen, heute besezt duch Danny (LM) und Bev (RM), immer wieder gefährlich. Konnte ein Sterne-Angriff über links nach 5 Minuten gerade noch vereitelt werden, so war es eine Minute später dann die rechte Seite, von der Bev den Ball herrlich in die Gefahrenzone 16-er brachte und Micha, heute wieder Sturmspitze, dem Ball mit der Schädeldecke so touchierte, dass der hinten dran allein gelassene Tobi nur noch einzuschieben brauchte.

Zwischenfazit: 6. Spielminute 1:0 Roter Stern, 10. Saisontor für unseren Toptorjäger Tobi (Glückwunsch), Spiel unter Kontrolle, alles nach Plan.

Auch nach dem frühen Führungstreffer wollte man sich nun nicht zurücklegen, sondern bestenfalls nachlegen und es deutete auch nichts darauf hin, dass sich an den Kräfteverhältnissen etwas ändern sollte – bis dann, nur 2 Minuten nach dem Führungstreffer ein mehr oder weniger Befreiungsschlag der Gäste aus dem Mittelfeld etwa an der Kante des 16ers aufsprang bei dem sich zuerst Innenverteidiger Stefan etwas verschätzte und anschließend Torhüter Sieben unglücklich ausrutschte, so dass der Ball kurios und völlig unerwartet in den Maschen zum liegen kam.

Betrachtet man aber den Spielverlauf bis zu diesem Zeitpunkt, so hätte dies gar kein Problem dargestellt, wäre da nicht der Eckball der Gäste eine Minute später gewesen, bei dem sich erst zwei Abwehrspieler verschätzten und der dann von einem Gegenspieler am langen Pfosten aus kürzester Distanz eingeschoben werden konnte.

DAS hatte gesessen. Und man sah einigen Gesichtern der Sterne ein „nicht schon wieder“ an. Glücklicherweise sorgten die Gäste in den folgedenen fünf Minuten nicht für weitere Gefahr und so hatte man Zeit den Schock zu verdauen und die Arbeit wieder aufzunehmen. Wenn auch bei weitem nicht mehr so selbstbewusst und souverän, konnten nun bis zum Ende der ersten Halbzeit immer wieder Möglichkeiten herausgespielt werden, die aber allesamt entweder über oder neben dem Tor endeten. Auch ein Freistoß in Minute 37, nach unnötigem Foulspiel an Daniel konnte nicht mehr für zwingende Torgefahr sorgen.

Halbzeitstand: 1:2 aus Sicht der Sterne trotz einer der vielleicht besten ersten Halbzeiten dieser Saison; außerdem kommt Johannes für Micha.

Hälfte zwei glich im wesentlichen der ersten. Die Sterne arbeiteten heute nach ihren Möglichkeiten wirklich konzentriert und konnten dies auch in eine absolute Spielüberlegenheit ummünzen, während die Gegner nur noch durch lange Befreiungsschläge, in die Hälfte des roten Sterns kam. Die Sterne hingegen spielten variabel sowohl über die Außen, als auch durch die Mitte und konnten sich wie so oft nur nicht mit dem ersehnten Tor belohnen. In Minute 53 dann der nächste Rückschlag. Nach einem umstrittenen Freistoß aus dem linken Halbfeld kommt es zum Durcheinander im Strafraum und ein Berliner Amateur schaltet erkennt die Situation als erster und erhöht somit auf 1:3.

Diesmal wurde jedoch auch nach dem Gegentreffer kompromisslos weiter gekämpft. Das Mittelfeld wurde nun vom Gegner bis fast an den 16 Meter-Raum aufgegeben und die sechser Daniel und Tobi hatten immer wieder viel Raum, um die Bälle zu verteilen oder selbst zum Abschluss zu kommen – so geschen z.B. in Minute 57, als ein Schuss von Daniel aus 20 Metern die Finger des Torhüters streift und nur ganz knapp rechts unten vorbei zur Ecke fliegt.

Aber wie auch schon in Halbzeit eins sind die Chancen nicht so recht zwingend. In der 67. Minute schaltete sich dann aber der wieder genesene und stark aufspielende rechte Verteidiger Georg S über rechts mit in die Offensive ein. Nach wunderschönem Flachpasspiel schickt Georg Daniel auf den Weg an die Grundlinie. Dieser nutzt die Gelegenheit um in den Sechzehner zu ziehen, zwei Gegner zu umkurven und auf den dritten aufzulaufen. Der Schiri wertet die Aktion des Verteidigers als stoßen und zeigt auf den Punkt. Nur noch 2:3. Achso ja – Mr. 100% natürlich – Tobi mit Saisontreffer Nummero 11.

Nun sollte also wenigstens noch ein Pünktchen her, Zeit war ja genug, doch der Gegner zog sich jetzt noch weiter zurück undvverteidigte mit Mann und Maus das eigene Tor. Auch die Umstellung auf eine Dreierkette und die Einwechslung von Jörg für Karl, der heute ebenfalls, wie auch die gesamte Abwehrkette eine tolle Leistung zeigte, führten letztlich nicht zum gewünschten Erfolg. Die letzte wirklich erwähnenswerte Situation war wohl noch eine etwas ungestüme Aktion von Torhüter Sieben, der als letzter Mann den letzten verbliebenen gegnerischen Stürmer bei einem Konter zu Fall brachte, damit eine klare Torchance verhinderte, aber von einem sehr guten Schiedsrichter gnädigerweise nur mit Gelb bedacht wurde – was jedoch sicher auch der Tatsache geschuldet war, das es bereits die 89. Minute war und auch der Gegner nicht protestierte.

Nach hart umkämpften 90 Minuten war dann auch Schluss und die Sterne belohnten sich und ihre Fans leider wieder einmal nicht für eine tolle Leistung. Dennoch war eine klare Steigerung des Teams zu sehen und die Stimmung war trotz der Niederlage so gut wie lange nicht nach einem Spiel. Last but not Least bliebe zu erwähnen, dass der Gegner (wohl wieder erwarten) eine sehr faire und sportliche Leistung gezeigt hat und man mit shake-hands den Platz gemeinsam verlassen konnte. Auch hier also eine absolute Steigerung. Also weiter so Sterne denn… „macht nichts – es gibt schlimmeres…