St.Pauli: Der Spagat ging in die Hose!

Es hat über ein halbes Jahr gedauert, aber jetzt wachen die ersten St. Paulifans aus dem Aufstiegskoma langsam auf. Es ist wohl auf dem Kiez doch nicht alles Gold was glänzt, zuerst wird ein Getränk namens kalte Muschi nicht nur im Stadion feil geboten, sondern auch noch offizielles Vereinsgetränk, dann tanzen auf einmal „Frauen leicht bis gar nicht bekleidet an Stangen“ in den Logen herum und letztendlich wird überall wo es möglich ist im Stadion Werbung plaziert…

Einige Sozialromantiker aus Hamburg wollen diese Entwicklung nun mittels Unterschriftensammlung schleunigst stoppen. Das ist ungefähr so als würde man versuchen einen fahrenden Zug mit einen Stapel Taschentüchern auf den Gleisen zum entgleisen zu bringen. Die Tatsache, dass St. Pauli spätestens mit dem Aufstieg in Liga Eins genau das geworden ist, was die Mehrheit der Fans niemals wollte, ein auf Mehrwert getrimmtes Unternehmen mit angegliederter Sportabteilung, kann weder durch Unterschriften noch durch Blockaden aufgehalten werden.

Eine Revolution wäre eine Möglichkeit. Doch die haben die St. Paulianer für die beiden anderen Hauptziele, der Aufstieg in die Bundesliga und die Hansa-Kogge zu versenken, ziemlich vernachlässigt. Kein Wunder, sind sie doch kein Stück besser als jene die sie andauernd kritisieren. Ihr Verein steht an erster Stelle, dann kommt die Attitüde linker und emanzipatorischer (sprich krasser) als alle anderen Ultras in Deutschland zu sein und dann muss man ja auch noch ab und zu eine Choreo basteln…

Wo bleibt da die Zeit noch über sein eigenes Handeln nachzudenken? Uns wurde gerne vorgeworfen, dass wir St.Pauli nur kritisieren, weil wir uns damit womöglich „Fame“ erkämpfen könnten. Fragt sich, wieso die Sozialromantiker derzeit gerade so etwas wie ‚Fame‘ dringend benötigen?

Es geht einfach so nicht mehr weiter.
Wir sagen Stopp.
Seit langer Zeit wieder einmal.

Es gibt einen Punkt in der Fähigkeit eines jeden Menschen Verhältnisse hinzunehmen, an dem er nicht mehr in der Lage ist, weiterhin hinzunehmen. Weiterhin zu schweigen. Weiterhin zu hoffen und weiterhin zu warten, dass sich die Verhältnisse ohne sein Zutun verbessern. Dieser Punkt ist bei jedem Menschen an einer anderen Stelle zu finden.

Unser Punkt ist erreicht. Es reicht!

Wir alle freuen uns über das Jahr 2010 und den Aufstieg unseres geliebten magischen FC St.Pauli in die erste Bundesliga. Wir alle freuen uns darüber dass unser Stadion, das Millerntor, ausgebaut und vergrößert wird. Diese Freude war unendlich groß.

Wir alle hatten auch Angst dieses Jahr. Wie wird sich die Elf von Stani schlagen in der ersten Liga? Wie wird sich unser Stadion mit nun zwei neuen Tribünen anfühlen?
Wie wird uns der so oft medial gepredigte Spagat zwischen notwendigen Einnahmen und dem Erhalt unserer Fankultur, auf die wir alle so stolz sind, gelingen?

Das waren unsere Gedanken als die neue Haupttribüne fertig war, als wir 100 Jahre alt wurden und als wir den Aufstieg feiern konnten.

Der Spagat.
Was heißt das eigentlich?
Mit zwei Beinen zwei weit von einander entfernte Punkte einnehmen und trotzdem nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Stimmt`s? Gut. Wenn wir uns den FC Sankt Pauli vorstellen in diesem Spagat, dann stünde er mit jeweils einem Bein auf jeweils einem Sockel.

Der eine Sockel symbolisiert die Einnahmen, die nötig sind um eine erfolgreiche Mannschaft zu bezahlen, das Stadion weiter auszubauen, und nicht horrende Summen von jedem Fan zu verlangen um sich ein Spiel seines Vereins anschauen zu können.

Der andere Sockel sind unsere Werte, unser Verständnis von Fussball und wie wir ihn erleben wollen. Unsere Insel Sankt Pauli in einer Welt, die nur noch auf die monetäre Verwertbarkeit von allem und jedem schaut. Unsere Andersartigkeit auf dem Marktplatz Profifussball.

Und zwischen den beiden Sockeln liegt der Abgrund der Bedeutungslosigkeit. Sowohl was unsere “Andersartigkeit” angeht, als auch den sportlichen Erfolg betreffend.

So weit, so bildhaft.
Was ist nun geschehen mit uns in diesem Jahr?
Uns Sozialromantikern? Uns Garanten des einen Sockels?

Wir haben vor diesem Jahr einen Kongress mit vorbereitet, ihn mit anderen Fans und dem Verein zusammen durchgezogen und miteinander einen Konsens darüber versucht zu finden, wie weit die Lücke sein darf zwischen diesen Sockeln, die das Überleben unseres Vereins ausmachen. Das war nicht leicht, nicht für uns die so vernarrt sind in den einen Sockel und auch nicht für den Verein, der sich hauptsächlich um den anderen kümmern muss.

Aber wir haben Ergebnisse erzielt, die die Kluft zwischen beiden Standpunkten dieses Spagats definieren. Sie verorten.

Das ist eine schwierige Angelegenheit, das Verorten. Denn das geht nur anhand von Werten die einem wichtig sind, sonst hat man keinen Punkt, keine Heimat, kein Zuhause von dem man sich entfernen, oder dem man sich wieder annähern kann. Wir waren froh, dass der Verein und wir als ein Teil des Vereins solch einen Kongress überhaupt zu Wege bringen. Dass es uns allen anscheinend doch nicht egal ist wo das Geld herkommt, das nunmal nötig ist. Dass wir auf bestimmte Erscheinungen des modernen Fussballbetriebs lieber verzichten, seien sie finanziell noch so verlockend.

Alle Ergebnisse dieses Kongresses im Detail aufzuzählen würde jetzt den Rahmen sprengen, aber im Kern geht es in allen Beschlüssen darum, die Ursprünglichkeit und die Bodenständigkeit des Erlebnisses Fussball am Millerntor an die Faktoren zu binden, die die Einzigartigkeit des FC Sankt Pauli in den letzten 30 Jahren ausgemacht haben:

* soziale und politische Verbundenheit mit dem Stadtteil Sankt Pauli

* 90 Minuten Fussball ohne Firlefanz und Werbung drumherum

* Eine Zeitspanne von 5-10 Minuten vor dem Spiel, in dem die Akustik des Stadions den Fans gehört.

* Keine Verträge mit Sponsoren, die im Verdacht stehen faschistisch, rassistisch, homophob, sexistisch oder kriegstreiberisch zu agieren

* Kein Verkauf des Stadionnamens

* Keine Werbemaßnahmen, die vom Spielgeschehen ablenken

* Fan und Vereinsseitiger Dialog bei Fragen zur Umsetzung dieser Leitlinien

* Ticketverteilung im Sinne der Mitglieder

Und nun passiert in diesem Jahr etwas, womit wir zwar rechnen konnten, aber nicht rechnen wollten:

Der erste Sockel dieser Zwei wird von dem Präsidium und seinen Vereinsangestellten von Spiel zu Spiel verschoben. In kleinen Schritten, kaum merklich und doch spürbar entfernt sich der eine Sockel von dem anderen. Die Kluft wird größer und größer.

* Es wird eine Haupttribüne gebaut, die zur Hälfte aus Businessseats besteht.

* Dann werden doppelt so viele Logen gebaut wie geplant.

* Dann wird eine der Logen an eine Stripteasebar verhökert, die dort Frauen leicht bis gar nicht bekleidet an Stangen tanzen lassen dürfen.

* Dann wird die Mannschaftsaufstellung plötzlich von einem Sponsor präsentiert.

* Ein Cola-Rotwein-Ballermanngemisch darf trotz vehementer Proteste offizielles Vereinsgetränk bleiben.

* Dann werden neue Hintertor-Netze aufgehangen, die so dick sind, dass man kaum durchgucken kann, aber den Sponsorennamen gut abbilden.

* Dann darf eine Bank in einer Zugebauten Ecke des Stadions in riesigen Lettern auf grauem Beton ihren Schriftzug darbieten.

* Dann darf eine Werbeagentur plötzlich in einer anderen Ecke ihrer kreativen Kundschaft in selbstgebauten Containern auf Stelzen einen exklusiven Abend bereiten.

* Dann werden Toiletten zugunsten von Stellflächen für Medien kurzerhand abgeklemmt.

* Und nun werden LED Laufbänder an drei Seiten des Stadions montiert, auf die Zuschauer ihre SMS kostenpflichtig laufen lassen können.

Ihr habt es tatsächlich geschafft.

Ihr habt euren Sockel so weit verschoben das dieser Spagat in jedem Knochen, jeder Sehne, jeder Nervenzelle nur noch weh tut.

Und alles was Ihr in den letzten Monaten von uns verlangt, ist gefälligst unseren Sockel auch zu verschieben.

ABER DAS WERDEN WIR NICHT TUN!
DENN DAS WAR NICHT DIE VERABREDUNG!

Wir, die Unterzeichner, fordern:

* Keine weiteren, zusätzlichen Werbemassnahmen in den vom Fankongress verabschiedeten Zeitfenstern!

* Keine weiteren Werbeflächen auf den Tribünen!

* Kündigung von Susis Showbar Loge!

* Keine LED-Anzeigen mehr im Stadion und generell keine weiteren audiovisuellen Plätze für irgendeine Werbung während der 90 Minuten!

* Rückbau von Teilen der Business-Seats auf der neuen Haupttribüne und Umwandlung in bezahlbare Sitzplätze!

* Bereitstellung von Farbe damit die Kinder der Stadionkita ihre grauen Wände in Eigenverantwortung anmalen können!

* Keine weiteren bloßen Lippenbekenntnisse des Präsidiums und der Vermarktung, wir sind es leid!

Wenn ihr, wertes Präsidium, diesen Forderungen nicht nachkommt, werden wir in den offenen Widerstand gehen. Wir werden der immer mehr vermisste Sand im Getriebe sein, wir werden Aktionen anzetteln die euch nicht mal im Traum einfallen.

Wir werden sowohl den Verzehr wie auch den Stadionbesuch an sich boykottieren.
Wir werden Sponsoren mit Mails bombardieren, mit der Presse arbeiten, eine ausserordentliche Mitgliederversammlung beantragen.

Kurz: Wir werden alles tun, bis ihr merkt wie viele wir sind!
Wir werden alles tun bis ihr merkt, dass es mit euch, aber auch ohne euch geht.

Die Zeit der Treffen ist vorbei. Es reicht!

Sozialromantiker St.Pauli und alle Unterzeichnenden
Dezember 2010

Edit: Was sonst noch alles beim Kiezklub schief geht kann man im Logbuch des Käpt‘n nachlesen…


16 Antworten auf „St.Pauli: Der Spagat ging in die Hose!“


  1. 1 fussballvonlinks 29. Dezember 2010 um 21:50 Uhr

    es gehört schon echt eine menge sozialromantik dazu, wenn menschen denken, der fc st. pauli sei mehr als ein dienstleistungsunternehmen. auf diesem sportlichen und wirtschaflichen niveau gibt es so etwas nicht. es gibt vielleicht unterschiede in der firmenpolitik, aber im grunde gibt sich das alles nicht viel… sich über an stangen tanzenden frauen aufzuregen hat auch etwas bieder-moralisches. die frauen gehen da nur ihrer (wahrscheinlich verhältnismäßig gut bezahlten) arbeit nach und sind sich sehr bewusst darüber, was sie da tun. einzig vernünftiger kritikpunkt wäre, dass es da nicht auch tanzende männer oder andere nicht-frauen gibt… das ist halt bundesliga. wer nicht in der lage ist, so etwas auszublenden, muss halt unterklassigen fussball gucken. und so viel besser wäre es ohne kalte muschi und susis showbar auch nicht. es gibt keinen richtigen fussball im falschen. meine meinung…

  2. 2 fussballvonlinks 29. Dezember 2010 um 21:59 Uhr

    nachtrag: ich finde es enorm wichtig immer zwischen fans und verein zu unterscheiden. es sei denn es gibt wie bei tebe oder diversen alternativen kleinvereinen wie den roten sternen deutliche überschneidungen zwischen beiden. zumindest organisierte fans stehen ja fast immer und aus guten gründen in einem expliziten spannungsverhältnis zur jeweiligen vereinsführung. meine oben verlinkten verteidigungen st. paulis handelten ja auch ausdrücklich von den fans und nicht vom verein. wollte ich nur erwähnt haben…

  3. 3 afterchanges 03. Januar 2011 um 2:32 Uhr

    Immer eine Freude, hier gelegentlich vorbei zu schauen. Das „Fame“ abgreifen im Bezug auf den FCSP geht fröhlich weiter (IHR braucht den nach wie vor!), der einzige Unterschied: Ihr kündigt es vorher schon im Text an. Ein Fortschritt.

    Zu eurer „Kritik“: Natürlich ist mal wieder alles Scheiße. Ob sich Fans kritisch äußern beim FCSP oder nicht ist euch im Prinzip egal. So ritualisiert, wie hier „Argumente“ ins Feld geführt werden, das hat schon etwas von krankhaftem Beissreflex…

    Eine Revolution wäre eine Möglichkeit. Doch die haben die St. Paulianer für die beiden anderen Hauptziele, der Aufstieg in die Bundesliga und die Hansa-Kogge zu versenken, ziemlich vernachlässigt.

    Mit eurem Waffen&Panzer-Fetisch stimmt ihr natürlich einer Revolution zu, die 3. Liga habt ihr jedoch immer noch nicht überwunden, wa?
    Selbstverständlich darf auch das anschließende USP-Bashing nicht fehlen, sie MÜSSEN ja auch irgendwie untergebracht werden, von den Sozialromantikern kennt ihr schließlich niemanden. Die Kogge und der Greif – nur noch peinlich!

  4. 4 URS 03. Januar 2011 um 19:50 Uhr

    @ Fussballvonlinks

    sich über an stangen tanzenden frauen aufzuregen hat auch etwas bieder-moralisches. die frauen gehen da nur ihrer (wahrscheinlich verhältnismäßig gut bezahlten) arbeit nach und sind sich sehr bewusst darüber, was sie da tun.

    Ebenso bieder-moralisch ist es sich ständig darüber aufzuregen, dass bei diversen Sportveranstaltungen in diesem Land kaum Frauen anwesend sind, so wie Du es ständig machst. Es ist so offensichtlich, du drehst dir dein Weltbild so das es passt: Diejenigen die Du nicht magst werden wegen angeblicher sexistischer Verfehlungen angezählt, bei St. Pauli aber drückste gerne mal ein Auge zu.

    das ist halt bundesliga. wer nicht in der lage ist, so etwas auszublenden, muss halt unterklassigen fussball gucken. und so viel besser wäre es ohne kalte muschi und susis showbar auch nicht. es gibt keinen richtigen fussball im falschen. meine meinung…

    Das ist halt Bundesliga? Dachte laut deiner Theorie ist der St. Pauli immer anders? Egal in welcher Liga! Aber das gilt ja jetzt nur noch für die Fans, verstehe…

    Und wenn es keinen, wie Du neunmalklug schreibst: „keinen richtigen fussball im falschen“ gibt, dann muss man auch keinen Roten Stern Verein supporten. Der danach von Dir zitierten Unterschied zwischen Tebe/Roter Stern & Co. und dem Rest der Vereine ist unlogisch. Spock würde dich zu Recht tagelang auspeitschen für einen derartigen Müll. Und Adorno rotiert gerade im Grab!

    Vielleicht merkst du jetzt wie schräg deine Verteidigung von St. Pauli ist, wen man deine Aussagen hier zu Ende denkt!

    @ afterchanges

    Wenn du denkst, dass Du hier mit dem Konflikt Hansa vs. Pauli auch nur irgendwie ansatzweise den Punkt des Problems triffst, dann haste wohl den Schuss nicht gehört. Wie man hier nachlesen könnte sind wir recht heterogen was die Liebe zu einem der größeren Vereine betrifft…

    Natürlich ist mal wieder alles Scheiße. Ob sich Fans kritisch äußern beim FCSP oder nicht ist euch im Prinzip egal.

    Egal ist es uns nicht. Nur was ist daran so besonders? Nenne mir einen Verein (außer Hoffenheim) in der ersten drei Ligen wo die Ultras auf Schmuskurs mit dem Vorstand gehen. Den gibt es nicht! Also was soll dieses ‚Argument‘?

    Selbstverständlich darf auch das anschließende USP-Bashing nicht fehlen, sie MÜSSEN ja auch irgendwie untergebracht werden, von den Sozialromantikern kennt ihr schließlich niemanden.

    USP-Bashing? Sozialromantiker kennen wir nicht? Was geht in deinem Hirn bloß ab? Die USPler wollen die erste Garde der Paulifans sein, dann müssen sie auch als Erste einstecken können. Und die Sozialromantiker sind schon gestraft genug, dass sie anscheinend gerade aus einem Traun erwachen und feststellen müssen, dass es sich die ganze Jahre eigenlich um einen Beschiss handelte: Statt eines Traum, entpuppte sich die ganze Chose als fieser Alptraum…

    PS: Wir brauchen Fame? Stimmt! Wenn Du uns eine Videokassette mit dem Original aus dem Jahre 1980 ausleihen könntest, wären wir Dir für immer dankbar!

  5. 5 Interessierte 03. Januar 2011 um 20:31 Uhr

    @Afterchanges: URS hat überhaupt nichts mit Hansa Rostock am Hut weder mit dem Verein noch mit der aktiven Fanszene,aber das kannste nicht wissen!

  6. 6 afterchanges 03. Januar 2011 um 21:25 Uhr

    Die USPler wollen die erste Garde der Paulifans sein, dann müssen sie auch als Erste einstecken können.

    Geile Logik. Ihr zitiert ein Pamphlet einer anderen Gruppe, da jedoch USP die zahlenmäßig größte, organisierte Gruppierung darstellt müssen sie trotzdem für die Kritik an der Kampagne mit herhalten? Wie war das noch mit dem BILD-Niveau und dem „Schuss nicht gehört“?

    Egal ist es uns nicht. Nur was ist daran so besonders?

    Das bisher Initiativen, die aus der Fanszene des FCSP hervorgegangen sind erfolgreich waren (Gästeblöcke, Millerntaler, Thor Steinar-Verbot etc.) oder die Basis für gute Projekte legten, fällt hier regelmäßig unter den Tisch. Das alles wird hier nicht einmal im Ansatz erwähnt, weil es, wie von mir schon ausgeführt, gar nicht um eine kritische Auseinandersetzung geht. Und wenn der Konflikt, wie ihr behauptet, zwischen Hansa und Sankt Pauli nicht so wichtig für euch wäre, würdet ihr ihn nicht in jedem eurer bisherigen Texte zum FCSP unterbringen.

    P.S. Da nicht für. Hier noch ein Film, der nicht nur den Cineasten unter euch gefallen dürfte. Quasi wie für euch gemacht.

  7. 7 URS 03. Januar 2011 um 22:08 Uhr

    Ihr zitiert ein Pamphlet einer anderen Gruppe, da jedoch USP die zahlenmäßig größte, organisierte Gruppierung darstellt müssen sie trotzdem für die Kritik an der Kampagne mit herhalten? Wie war das noch mit dem BILD-Niveau und dem „Schuss nicht gehört“?

    Das Leben kann schon ganz schön komplex sein. Es geht in dem Text u.a. um die Sozialromantiker. Aber eben nicht ausschliesslich…

    Eine Revolution wäre eine Möglichkeit. Doch die haben die St. Paulianer für die beiden anderen Hauptziele, der Aufstieg in die Bundesliga und die Hansa-Kogge zu versenken, ziemlich vernachlässigt. Kein Wunder, sind sie doch kein Stück besser als jene die sie andauernd kritisieren. Ihr Verein steht an erster Stelle, dann kommt die Attitüde linker und emanzipatorischer (sprich krasser) als alle anderen Ultras in Deutschland zu sein und dann muss man ja auch noch ab und zu eine Choreo basteln…

    Es geht hier in diesem Abschnitt allgemein um „die St. Paulianer“ nicht konkret um die Sozialromatiker. Und bei den St. Paulianer denkt fast jeder Mensch in dieser Republik an die USPler… Desweiteren war das zitierte Transparent auch von den USPlern. Was genau bringt also dein Hirn so durcheinander?

    Das mit dem BILD-Niveau als Retourkutsche ist wirklich bitter. Den sie fällt auf Dich zurück: Du lässt nämlich Kommentare in deinem Blog nicht freischalten, weil sie auf deine komische Art Informationen zu verbreiten hinweisen und deshalb Dir natürlich nicht gefallen können. Zu den anderen Themen:

    Und wenn der Konflikt, wie ihr behauptet, zwischen Hansa und Sankt Pauli nicht so wichtig für euch wäre, würdet ihr ihn nicht in jedem eurer bisherigen Texte zum FCSP unterbringen.

    Wie kaputt ist dein Schädel eigentlich? Lies Dir doch mal bitte unseren ersten Text zum Thema St. Pauli noch einmal durch. Falls Du im Text wider erwarten die Worte Hansa und Rotock finden solltest, dann schenken wir Dir eine Dauerkarte für die nächsten Filme der Wilden Kerle.

    Was die positiven Aspekte des Vereins betrifft wird es bei deiner Argumentation echt komisch, denn du erwähnst fast nur Sachen die die Fans gegen die Vereinsführung durchgesetzt haben. Und was Euch Fans betrifft, so sind diese Meriten schon längst aufgebraucht. Das BAFF ist von antifaschistisch zu aktiv mutiert und desweiteren eh nur noch eine Ansammlung von Besserwissern, der Millertaler ist die Abschaffung des Geldes auf reaktionäre Weise und was die Gästeblöcke betrifft, so kannst du ja mal in Kaiserslautern nachfragen, wie das derzeit bei Pauli gehandhabt wird

  8. 8 afterchanges 03. Januar 2011 um 23:21 Uhr

    Es geht hier in diesem Abschnitt allgemein um „die St. Paulianer“ nicht konkret um die Sozialromatiker.
    Aha, der Sankt Paulianer an sich also. Bitter ist, dass ihr euch jetzt mit einer polemischen Verallgemeinerung rechtfertigen müsst. Damit bestätigt ihr die Kritik am inhaltslosen Sankt Pauli Bashing.

    Das mit dem BILD-Niveau als Retourkutsche ist wirklich bitter. Den sie fällt auf Dich zurück: Du lässt nämlich Kommentare in deinem Blog nicht freischalten, weil sie auf deine komische Art Informationen zu verbreiten hinweisen und deshalb Dir natürlich nicht gefallen können. Vollkommener Quatsch. Wisst ihr selber, muss ich nicht mehr zu sagen.

    Achso, nochmal zu Hansa Rostock (auch wenn eure anale Fixierung auf diese beiden Wörter besteht, mir reichen auch Andeutungen):

    Statt dem Gruß der Arbeiterbewegung sieht man von den Spielern des St. Pauli wie sie gegnerischen Fans mittels Finger das Durchschneiden einer Kehle andeuten
    PS: Und schon klar, Naki macht die Geste gegenüber dem gesamten Hansa-Block, die sind ja bekanntlich alle Nazihools. (URS) […] Unsere Gang stand bei dem Spiel nicht weit vom Geschehen weg. Deshalb können wir Dir guten Gewissens versichern, dass es dort das ganze Spiel über keine Nazirufe gab (RSNOBler).
    Doch die haben die St. Paulianer für die beiden anderen Hauptziele, der Aufstieg in die Bundesliga und die Hansa-Kogge zu versenken

    Lautern? Wie Sven Brux damit umgeht ist definitiv kritikwürdig.

    Das BAFF ist von antifaschistisch zu aktiv mutiert und desweiteren eh nur noch eine Ansammlung von Besserwissern Das könnt ihr wirklich besser beurteilen, schließlich lauft ihr ja so gerne mit denen bei karnelvalähnlichen Zuständen durch Berlin.

  9. 9 ring2 04. Januar 2011 um 9:23 Uhr

    Das passt unserem GF aber zu gut in das Konzept, dass die Propaganda, dass Fussballvereine in der 1. Liga sich eben nach Schema F, DP vermarkten lassen müssen, hier unhinterfragt übernommen wird.

    Die Sozialromantiker, und das ist die nächste Falle, in die Du tappst, werden von BILD, Mopo und Co. immer gerne mit USP gleichgesetzt, weil man sie so in weiten Teilen der Öffentlichkeit gleich in die richtige Schublade bekommt.

    Ansonsten hege ich fuer echte Kulturanstrengungen in anderen Vereinen einen Heidenrespekt, denn da ist es noch schwerer.

  10. 10 fussballvonlinks 04. Januar 2011 um 16:27 Uhr

    und zum richtigen fussball im falschen: da war ich wirklich etwas ungenau. abgesehen davon, dass es am vereinsfussball als ganzen sicher auch einiges auszusetzen gibt (z.b. binäre geschlechtertrennung), bezog ich mich auf den profifussball. das habe ich nicht explizit genug gesagt. lest, was ich geschrieben habe noch einmal so, und eure kritikpunkte (die andernfalls berechtigt wären) lösen sich in logikwölkchen auf.

    dass ich allerdings jemals den verein fc st. pauli als leuchtendes beispiel dargestellt habe (zumindest in den letzten jahren), weise ich entschieden zurück. ich gehe da schon viel zu lange hin. dieser illusion bin ich beraubt. was bei st. pauli besser ist als anderswo, ist nur besser, weil es erkämpft wurde. gegen oft entschiedenen widerstand der vereinsführung.

    dass ich allerdings an einen sich alternativ gerierenden sportverein bei einem freizeitfussballturnier andere maßstäbe anlege als bei einem dem verwertungsdruck unterworfenen bundesligaverein, finde ich jetzt nicht wirklich verwerflich. außerdem werden hier äpfel mit karotten verglichen. einzigeer überschneidungspunkt: es geht beides mal um frauen. wenn das als gleichsetzungsmerkmal ausreicht, ist wirklich struktureller sexismus am werke…

  11. 11 URS 04. Januar 2011 um 18:31 Uhr

    @ Fussballvonlinks

    Es geht ein jedes mal um Fussball, Du Blitzmerker. Und die Frauenfrage hast Du ja beides Mal ins Spiel gebracht, weswegen das mit dem strukturellen Sexismus, wenn es denn so wäre, auf Dich zurückfallen müsste.

    dass ich allerdings an einen sich alternativ gerierenden sportverein bei einem freizeitfussballturnier andere maßstäbe anlege als bei einem dem verwertungsdruck unterworfenen bundesligaverein, finde ich jetzt nicht wirklich verwerflich.

    Verstehe man das richtig, dass ein Verein der sich gerade gegründet hat, im Osten der Republik es nicht nur subjektiv schwerer hat und eine ganz andere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit hat, nämlich keine, mit anderen Maßstäben gemessen werden muss? Recht haste! Nur das deine rosarote Brille in dieser Sache etwas vollkommen verkehrt herum wahrnimmt. St. Pauli hat die besten Vorraussetzung als ‚alternativ gerierender‘ Verein: ‚Linksalternatives‘ Kiez im Rücken, ein Haufen Kohle aus dem Merch, große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, Trainingsplätze zu hauf usw…

    Der RSNOB dagegen baut etwas aus dem Nichts auf, wird ständig von solchen Vollpfosten wie Dir verleumdet und hat kaum Kohle. Es handelt sich also wirklich um Äpfel und Birnen. Nur das St. Pauli der faule Apfel ist, und nicht der RSNOB wie Du es gerne behauptest.

    @ ring2

    Wer Lesen kann ist klar im Vorteil. Wir setzten die Sozialromantiker nicht mit den USPlern gleich.

    @ afterchange

    Äußerst interessant wie Du mit deinem Namen bei uns auf eine anale Fixierung kommst. Es ist ja wohl eher so, dass Du mittels Deiner komischen Art der Textexegese versuchst etwas in unsere Motivation hineinzugeheimnissen nur damit Deine Arschbacken sich endlich wieder etwas lösen können…

    Zuerst einmal bei uns heißt es St. Paulianer. Das bedeutet – bei uns – die Gesamtheit der Fans. Was Du also in Deinem Wahn als polemische Verallgemeinerung wahrnimmst ist einfach nur eine normale Formulierung für unsere Kritik an der Allgemeinheit der St. Pauli Fans. Da staunste wa!

    Was die Kommentare betrifft, so wissen wir einzig und allein, dass einige unsere Kommentare auf Deinem Blog nicht veröffentlicht wurden. Was daran Quatsch sein soll musst du erklären.

    Achso, nochmal zu Hansa Rostock (auch wenn eure anale Fixierung auf diese beiden Wörter besteht, mir reichen auch Andeutungen): Statt dem Gruß der Arbeiterbewegung sieht man von den Spielern des St. Pauli wie sie gegnerischen Fans mittels Finger das Durchschneiden einer Kehle andeuten

    Wer Lesen kann, man man man: Im Text steht nix von Hansa Rostock, wenn Naki diese Geste woanders gemacht hätte, wäre sie auch im Text aufgetaucht, das es um den Vergleich mit der Arbeiterfaust von Ippig ging. Und wenn Du schon dermassen fertich bist und nun Sachen aus den Kommentaren heranziehen musst, dann kann man mit Fug und Recht deine Methoden als BILD-Methoden bezeichnen…

    Lautern? Wie Sven Brux damit umgeht ist definitiv kritikwürdig.

    Und wo ist die Kritik auf deinem Blog? Warum behauptest Du hier, dass die Gästepolitik bei Pauli so dufte ist?

    Das könnt ihr wirklich besser beurteilen, schließlich lauft ihr ja so gerne mit denen bei karnelvalähnlichen Zuständen durch Berlin.

    Siehste mal. Das BAFF ist ganz böhse! Damit hätten wir dieses blöde Argument von Dir auch entzaubert. Was bleibt also von Deinem alternativen St. Pauli am Ende übrig? Ein Haufen warmer Mhytosscheiße die immer wieder mit euren fixen Ideen aufgewärmt wird…

  12. 12 fussballvonlinks 04. Januar 2011 um 20:03 Uhr
  13. 13 afterchanges 05. Januar 2011 um 0:08 Uhr

    Was die Kommentare betrifft, so wissen wir einzig und allein, dass einige unsere Kommentare auf Deinem Blog nicht veröffentlicht wurden. Was daran Quatsch sein soll musst du erklären.

    Lasse ich erneut nicht so stehen, jeder eurer Kommentare wurde bei mir freigeschaltet.

    Und wenn Du schon dermassen fertich bist und nun Sachen aus den Kommentaren heranziehen musst, dann kann man mit Fug und Recht deine Methoden als BILD-Methoden bezeichnen…

    Habt ihr eigentlich noch eine andere Platte auf Lager? Es hat nix mit „fertich“ oder einem ähnlichen Zustand zu tun, wenn ich Kommentare eurer vermeintlichen Mitglieder zitiere, um den Bezug zu Hansa zu verdeutlichen.

    Warum behauptest Du hier, dass die Gästepolitik bei Pauli so dufte ist?
    Weil es sich meines Wissens nach um den ersten Vorfall dieser Art handelt (Lautern). Ansonsten haben viele Kurven von dem Konzept profitiert und beachtliche Choreografien hingelegt. Zudem übernahmen zahlreiche Vereine in Deutschland das Modell. Ich finde das gut, dass Fans in manchen Blöcken über die Länge von Fahnen oder den Einsatz eines Megaphons nicht mehr am Eingang diskutieren müssen. Inwieweit dies relevant für Fanszenen ist zeigt sich dann dadurch, ob sie gegen die Auflage des Vereins „Kein Pyro“ verstoßen oder nicht.

  14. 14 URS 05. Januar 2011 um 18:34 Uhr

    @ afterchange

    Jetzt biste aber komplett durch den Wind: Folgendes hast Du behauptet, falls Du dich nicht mehr daran erinnert kannst: „Und wenn der Konflikt, wie ihr behauptet, zwischen Hansa und Sankt Pauli nicht so wichtig für euch wäre, würdet ihr ihn nicht in jedem eurer bisherigen Texte zum FCSP unterbringen.

    „Ihr“ bezieht sich auf die Verfasser des Textes, und da sind wir uns einig, dass war die URS. Danach verlinkten wir unseren ersten Text zu diesem Thema: Coole Kids tragen keine St. Pauli-Merchandise. Obwohl auch eine Aktion eines St.Pauli-Spielers in Rostock bei einem Spiel gegen Hansa Bestandteil des Textes ist, wird Hansa Rostock nicht mit einem Wort erwähnt. Erst in den Kommentaren, erklärt ein gewisser „RSNOBler“ (Du erkennst vielleicht den Unterschied) die versammelte Pauli-Meute auf, dass sich Naki nicht gegen Nazihools wie behauptet gewendet hat, sondern gegen ganz normale Fans…

    So, deine Beweisführung kann man also gerne mit der oft als böhse verteufelten BILD gleichsetzen. Du reimst Dir etwas zusammen, was dein Weltbild schon aufrecht erhält und umgehst somit die Wahrheit mit großen Schritten einzig mit dem Ziel des eigenen Seelenheils. Ende.

  1. 1 In the rich man’s world… « URS – Ultras Roter Stern Pingback am 26. Februar 2011 um 20:10 Uhr
  2. 2 Danke, Bayern, Danke… « URS – Ultras Roter Stern Pingback am 09. Mai 2011 um 15:12 Uhr
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