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Freiheit für die Kurve!

FCC Fans

Für den Tag nach dem Fußballländerspiel zwischen Deutschland und der Türkei (08. Oktober 2010) im Berliner Olympiastadion rufen Fanorganisationen alle Fußballfans und Interessierten dazu auf in die Hauptstadt zu kommen und ab 13 Uhr an der Weltzeit-Uhr auf dem Alexanderplatz für den Erhalt der Fankultur zu demonstrieren. „Wir wollen uns nicht nur beschweren, einklagen und fordern. Wir wollen für die Fankultur, die wir leben, werben. Wir wollen auf die Straße gehen und kundtun wie bunt, kreativ und vielseitig faszinierend Fankultur ist“, heißt es auf der eigens für die Demonstration erstellten Internetseite.

Bremen-Fans

Kreativität zeigt auch der Rapper Credo, der sich seine musikalischen Gedanken rund um das Thema Erhalt der Fankultur gemacht hat. An dieser Stelle geht ein großer Dank an den Künstler, das Lied kann im Rahmen der Mobilisierung für die Demonstration von allen Fans genutzt werden.

Erhalt der Fankultur

Demonstration am 09. Oktober 2010 in Berlin

Treffpunkt 13.00 Weltzeituhr am Alexanderplatz
>>>>>>>>>> Eröffnungskundgebung 14.00 Uhr

Organisatoren: Fan- und Ultraszenen aus Deutschland; ProFans; BAFF; Unsere Kurve

Warum jetzt eine Demo für Fankultur?

Jeder, der sich etwas regelmäßiger mit Fußball in Deutschland auseinandersetzt, wird in der letzten Saison zahlreiche Horrormeldungen aus den Medien vernommen haben, die von einer Eskalation in den Fanszenen berichteten. Zeitweilig schienen sich die Schlagzeilen zu überschlagen. Und während die halbe Nation über die Vorfälle von Bochum (Nürnbergfans durch Pyrotechnik verletzt), Berlin (Platzsturm) oder anderswo debattierte, meldeten viele Fanszenen Stadionverbotswellen: Nürnberg, Hertha, München, Hamburg, Köln, Hannover, Bielefeld und einige mehr. Es gab Strafen, die bislang im deutschen Profifußball ein Novum darstellten: Verbote von Auswärtsfahrten (Nürnberg, Köln, Rostock, Dresden) oder die Schließung einer Heimkurve (Hertha, Bochum). Für das Vergehen einiger weniger wurden ganze Fanszenen bestraft. Vermehrt wurden Einschränkungen für Fans diskutiert und teilweise umgesetzt: personalisierte Tickets, Verbote von Fanutensilien und Choreographien, Verbote eigener Fanzines und so weiter. Dies alles sind Strafen, die kein Konzept der Prävention für künftige Zwischenfälle vorweisen und die in der großen Mehrheit völlig unbeteiligte, friedliche Fußballfans treffen.

Wie sahen die Reaktionen der Fangruppen aus? Wenn überhaupt, dann gab es kleinere Aktionen (z.B. in Form von Spruchbändern) in den einzelnen Kurven selbst. Aber passierte irgendetwas von mehreren Kurven zusammen? Eine tatsächliche Fangruppenübergreifende Aktion, die öffentlich antwortet, Vorwürfe kommentiert und evtl. richtig stellt, die zeigt was Fankultur neben einigen Negativschlagzeilen in der Regel Positives ausmacht, so etwas hat es schon seit Jahren nicht mehr gegeben. Daher ist nun, nach dem Chaos der letzten Saison und dem abgeklungenen Fußballboom der WM, die Zeit gekommen am Anfang der neuen Saison 2010/2011 auf die Straße zu gehen und zu zeigen, was uns Fankultur bedeutet und wert ist.

Jetzt ist die Zeit, ein Zeichen zu setzen!

Wir wollen uns nicht nur beschweren, einklagen und fordern. Wir wollen für die Fankultur, die wir leben, werben. Wir wollen auf die Straße gehen und kundtun wie bunt, kreativ und vielseitig faszinierend Fankultur ist. Wie viele Fangruppen engagieren sich neben dem Fußball für gesellschaftliche Belange? Wie viele zeichnen sich durch soziales Engagement in ihrer Szene, ihrem Verein oder ihrer Stadt aus? Ist das der Öffentlichkeit überhaupt bekannt?

Die Demo soll ein Zeichen an alle Funktionäre und Fußballbosse sein, das ihnen klar macht, dass der Fußball nur mit uns das ist, was alle fasziniert. Sie sollen merken, was sie riskieren, wenn sie weiter den Kurs der Verdrängung unserer Fankultur fahren. Es soll aber auch ein Zeichen sein an alle Fanszenen. Uns allen muss klar werden, dass wir gemeinsam für unsere Fankultur einstehen müssen, wenn wir sie auch in der Zukunft noch leben wollen. Es soll ein Zeichen für die Fanszenen sein, mehr über ihr Dasein, ihr Tun und ihr Lassen zu reflektieren. So viele Steine legen sich die Fanszenen oftmals selbst in den Weg. Es wird Zeit zu diskutieren, aus Fehlern zu lernen und selbst zu handeln, wenn wir unsere Fankultur erhalten wollen.

Warum eine Demo in Berlin?

Unter dem Motto „Zum Erhalt der Fankultur“ fand bereits im Jahr 2002 in Berlin eine gemeinsame Demonstration von Fans verschiedenster Vereine statt und auch 2005 setzten die Fans mit einer farbenfrohen Demonstration in Frankfurt ein ausdrucksstarkes Zeichen für den Erhalt der Fankultur. Auch wenn sich seither viel in den Fankurven verändert hat und sich einige Problemfelder verlagert haben, sind die Themen und grundlegenden Probleme bis heute die gleichen geblieben. In manchen Bereichen konnten kleinere Fortschritte erreicht werden (z.B. teilweise lokale Anhörungsmöglichkeiten bei Stadionverbotsfällen), in anderen hat sich die Lage verschlimmert. Als Beispiel seien die Anstoßzeiten und späte Terminierung genannt. Wir wollen mit dieser Demo den Bogen zur Demo 2002 schlagen und das damals begonnene Engagement endlich zusammen weiterführen.

Was sind heute im Jahre 2010 konkrete Probleme von Fußballfans? Was sind Gefahren für unsere Fankultur?

Mit der folgenden Auflistung geben wir Euch einen kleinen Überblick:

Einschränkung von Fanutensilien

Fahnen, Trommeln, Megaphone, Choreographien, Banner, unabhängige Fanzines und viele andere Dinge sind Elemente von Fankultur, die ihre Kreativität und Farbe ausmachen. Leider sind viele Fans, vor allem bei Auswärtsspielen, in diesen essentiellen Punkten großen Restriktionen, Einschränkungen und Verboten ausgesetzt. Diese beruhen aber so gut wie nie auf realen Sachzwängen, sondern sind oftmals reine Schikane und Machtdemonstration. Eine unabhängige und zu Eigenverantwortung befähigte Fankultur braucht aber Luft zum Atmen. So gab es in jüngerer Vergangenheit auch schon Geldstrafen für Fans, die innerhalb ihrer eigenen Fankurve Fahnen schwenkten, deren Stocklängen geringfügig größer als die restriktiven Vorgaben der Stadionordnung waren. Oder es wurden im Vorwege schriftlich erlaubte Fanutensilien am Eingang zum Auswärtsblock spontan verboten.

Anstoßzeiten

Die Terminierung der Spieltage ist das beste Beispiel dafür, dass alle anderen Interessen denen der Geldgeber, hier also der TV-Konzerne untergeordnet werden. Für die Fans wird es dadurch immer schwieriger ihrer Mannschaft zu den Spielen zu folgen. Auch die späte Terminierung der Spieltage führt immer wieder zu großen Problemen. Dass es nicht sinnlos ist, für Belange wie Anstoßzeiten zu kämpfen, zeigt ein Beispiel der jüngeren Vergangenheit: Motiviert durch die internationale Aktion für fangerechte Anstoßzeiten „Our game – our time“, verkündete der schwedische Fußballverband eine Änderungsbereitschaft bei den Anstoßzeiten!

Wir haben aktuell eine Vielzahl an unterschiedlichen Anstoßzeiten am Spieltag. An Regelspieltagen beginnen die Spiele allein in den ersten beiden Bundesligen an folgenden Zeiten:

- Freitag um 18 Uhr und 20:30 Uhr
- Samstag um 13 Uhr, 15:30 Uhr und 18:30 Uhr
- Sonntag um 13:30 Uhr, 15:30 Uhr und 17:30 Uhr
- Montag um 20:15 Uhr.

An Spieltagen unter der Woche werden die Spiele ebenfalls frühzeitig angepfiffen, sodass selbst den Heimfans aufgrund der Arbeitsverpflichtungen der Stadionbesuch erschwert bis unmöglich gemacht wird. Und dieses setzt sich natürlich bis in die unteren Ligen fort.

Gegen diese Spieltagszerstückelung gab es im Vorfeld natürlich große Proteste. Natürlich wurde auf die Wünsche und Bedenken oder Argumente der Fans seitens der DFL bei der Erstellung des neuen Anstoßzeitenkonzepts keine Rücksicht genommen und stattdessen die Anstoßzeiten so gelegt, dass diese unter dem Motto „Exklusivität steigert den Preis“ optimal vermarktet werden konnten.

Kommerzialisierung

Wenn wir uns als Fans gegen die Kommerzialisierung des Fußballs oder „Gegen den modernen Fußball“ aussprechen, dann heißt das nicht, dass wir uns vor Notwendigkeiten verschließen oder das Rad der Zeit zurück drehen wollen. Wir wehren uns aber gegen eine maßlose Entwicklung, die alle anderen Interessen der Profitmaximierung unterordnet. Wir Fans sind auch ein wichtiger Teil des Fußballs, nicht mehr und nicht weniger! Und ein Teil, den man nicht in ein paar Jahren durch Geld kompensieren kann.

Es kann nicht sein, dass z. B. traditionsreiche Stadionnamen wie das Westfalenstadion Dortmund oder das Waldstadion in Frankfurt an Unternehmen verkauft werden oder die eigenen Vereinsfarben aufgrund von Marketingstrategien beliebig variiert werden. Wir, die Fans der Vereine, verlieren dadurch wichtige Identifikationsmerkmale. Aber auch die Vereine selbst und die Liga verlieren Alleinstellungs- und Identifikationsmerkmale, die den eigenen Wiedererkennungswert mindern. Im Augenblick des Verkaufs mag der Wert scheinbar gesteigert werden. Auf die Dauer werden aus wertvollen, in weiten Teilen der Öffentlichkeit mit dem jeweiligen Verein assoziierten Namen beliebig austauschbare Begriffe, die keinerlei emotionale Bindung zulassen. Es kann nicht sein, dass Vereine und Liga ihre Identitäten für Jahre aufgeben wollen, nur um einen weiteren überteuerten Spieler für zwei Jahre finanzieren zu können. Die finanziellen Löcher werden stetig weiter geschoben, die Fanwarnungen vor den Folgen sollten endlich ernst genommen werden statt stetig neue Vermarktungsoffensiven zu starten und damit den Identitätsverlust auf die Spitze zu treiben.

Weiterhin sprechen wir uns konsequent für die Beibehaltung der „50+1″-Regel aus, welche besagt, dass die Mehrheit der Vereinsanteile beim Verein selbst bleiben müssen und somit keine Investoren oder Unternehmen die komplette Kontrolle über die Fußballvereine übernehmen können. Negative Beispiele kennen wir bereits aus Österreich, wo das Unternehmen „Red Bull“ die kompletten Rechte am Verein Austria Salzburg erworben und anschließend die komplette Identität geändert hat. So wurde der Name in Red Bull Salzburg und die Vereinsfarben von lila-weiß in rot-blau geändert, um einen optimalen Markenauftritt sicherzustellen. Auch in Deutschland ist Red Bull inzwischen tätig geworden. Der Oberligaverein SSV Makranstädt wurde aufgekauft und umbenannt in „RasenBallsport Leipzig“. Mithilfe der Millionen des Getränkekonzerns ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis die selbsternannten Roten Bullen aus der „Red-Bull-Arena“ (vormals Zentralstadion) in Leipzig im deutschen Profifußball zu finden sein werden, wodurch dann eine traditionelle Mannschaft samt ihrer Fans von der Bildfläche verschwindet.

In England sind viele Vereine nach der Übernahme durch einen Investor nun hoch verschuldet. Und das ist leider nicht die einzige Folge einer wahnwitzigen Kommerzialisierung, wenn man sich z.B. die Ticketpreise anschaut (billigste Karte bei einigen Partien: 80 Euro).

Stadionverbote

Stadionverbote werden meist schon bei Aufnahme eines Verfahrens, also VOR dem Beweis der Schuld des Betroffenen, vergeben. Offiziell sind sie eine Präventivmaßnahme, die verhindern soll, dass jemand im Stadion gewalttätig wird, de facto stellen sie eine Strafe dar. Auf der einen Seite existieren Betroffene, die beweisen müssen, dass sie unschuldig sind, was während eines Ermittlungsverfahrens durch die Polizei sehr schwer ist. Denn Informationen an Betroffene gibt diese selten und ungern Preis. Ganz im Gegensatz zu ihrer Freizügigkeit bei der Weitergabe von Halbwahrheiten an die Vereine oder den DFB. Auf der anderen Seite sind vermehrt jugendliche Fans betroffen, die wegen Lappalien aus dem Stadion und von ihren Freunden ausgesperrt werden. Obwohl es theoretisch in den Richtlinien die Möglichkeit zu Bewährungsauflagen gibt, wird leider nur selten davon Gebrauch gemacht. Somit sind diese oftmals mit einer überzogenen und unverhältnismäßigen Strafe konfrontiert. Dadurch wird das Vertrauen in den Rechtsstaat und auch die Gerechtigkeit allgemein erschüttert und die Betroffenen werden in nicht unerheblichen Maß kriminalisiert. Sie finden sich vor den Stadiontoren wieder, wo ein von Fans und Polizei gleichermaßen gepflegter gewalttätiger oder pseudo-gewalttätiger Habitus existent ist und eine Alternative zur grauen Tristesse darstellt. Dass Gewalt schon lange nicht mehr in den übermäßig überwachten Stadien stattfindet, widerspricht ebenfalls der Mär vom präventiven Charakter der Stadionverbote. Stadionverbote vermindern nicht die Gewalt, sie schüren sie. Außerdem widersprechen Stadionverbote rechtsstaatlichen Grundsätzen und sind keine Lösung für die Probleme des Fußballs. Sie sind selbst ein Problem.

Datei Gewalttäter Sport

Die Datei Gewalttäter Sport ist eine riesige Datensammlung von Fans, unabhängig davon, ob sich diese etwas zu Schulden haben kommen lassen oder nicht. So reicht es zum Beispiel eine einfache Personalienfeststellung aus, um in die Datei aufgenommen zu werden. Der eintragende Beamte muss nur annehmen, dass derjenige vielleicht irgendwann auffällig werden könnte. Diese Eintragung hat dann allerdings einen ganzen Rattenschwanz an negativen Auswirkungen. So kann sie im Extremfall Grundlage für Ausreiseverbote, Meldeauflagen, Stadtverbote oder für so genannte Gefährderansprachen sein, bei denen Fans durch Besuche durch Polizeibeamte zu Hause oder bei der Arbeit bewusst in ihrem sozialen Umfeld bloßgestellt werden sollen. Wenn die Bundesrepublik ein Sozialstaat sein will, widerspricht sie sich mit diesem Verhalten. Anstatt die Verantwortung für scheinbare „Problemfälle“ zu übernehmen, wird diese weiter geschoben und mehr noch, es wird durch solches Vorgehen dafür gesorgt, dass betroffene Personen nahezu gänzlich aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Vor allem stellt die Eintragung eine Stigmatisierung bei beispielsweise Grenz- oder gewöhnlichen Verkehrskontrollen dar. Dabei muss man sich vor Augen führen, dass sie meist auf vagen Verdachtsmomenten und subjektiven Einschätzungen beruht und man selber über eine Eintragung nicht informiert wird. Die Datei wurde auf dem Rechtsweg über mehrere Instanzen als unzulässig eingestuft und erst durch eine nachträgliche Rechtsverordnung des Bundesrates am Tag der Urteilsverkündung vor dem Bundesverwaltungsgericht legitimiert. Dabei spricht es Bände, dass eine Debatte im Bundestag vermieden worden ist, um diese Änderung vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Mittlerweile sind über 11.000 Personen in der Datei gespeichert.

Polizeiliche Einsatztaktik

Die Art und Weise, wie einzelne Beamte sich gegenüber Fans verhalten, führt in der Regel zu Frustration, Aggression und Eskalation auf Seiten der Fans. Diese Eskalation wird teilweise bewusst in Kauf genommen. Auch die Einsatztaktik spiegelt oftmals den „Fußballfan als Feindbild“ wieder. Die Polizei schafft sich ihre Problemfans selber. Der Alltag der Fans besteht besonders auf Auswärtsfahrten aber auch bei Heimspielen aus engen Polizeikesseln, ständigen Kontrollen und Schikanen sowie Aggressionen und Provokationen. Der Corpsgeist der Polizei schützt dabei nicht nur dieses Vorgehen sondern auch Gewalttätigkeiten und Übergriffe gegen Fans. Dass dies nicht nur unbegründete Vorwürfe von Fußballfans selbst sind, kann man z.B. aus Berichten der Menschrechtsorganisation Amnesty International entnehmen, die im Rahmen der Untersuchung von unaufgeklärten Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland, auch Ausführungen über rechtswidrige Gewalt von Polizisten bei Fußballspielen machen.

Wie wurde bislang mit diesen Themen umgegangen?

Es gab Demos, lokale oder bundesweite Aktionen und vieles mehr. Und seit einigen Jahren auch grundsätzlich Gespräche mit dem DFB und der DFL. Viele dieser Probleme wurden auf dem so genannten „Leipziger Fankongress“ im Jahr 2007 thematisiert, der vom DFB ausgerichtet wurde. Die Ergebnisse dieses Kongresses, die in den verschiedenen Arbeitsgruppen entstanden sind, sollten in der darauf eingerichteten so genannten „AG Fandialog“ thematisiert werden. In dieser AG Fandialog saßen neben DFB und DFL ebenso Fanvertreter von ProFans, BAFF und Unsere Kurve. Der Charakter dieser Veranstaltung spricht Bände über die Art und Weise, wie mit den Faninteressen umgegangen wird. Zwar gab es viele Lippenbekenntnisse, eine wirkliche Verbesserung trat in keinem der genannten Problemfelder auf. Ein wirklicher Dialog zwischen gleichberechtigten Gesprächspartnern fand nicht statt. Vielmehr diente die Veranstaltung anscheinend dazu, dass sich DFB und DFL als gesprächsbereit und fannah hinstellen konnten.

Aber auch wir Fans müssen auf unserer Seite Versäumnisse und Fehler einräumen. Eine jetzt einsetzende selbstkritische Diskussion über die eigenen Handlungsweisen hätte schon viel früher einsetzen müssen. Dies müssen wir ganz klar eingestehen. Parallel zu einer Diskussion über die erwähnten Probleme, denen wir Fans ausgesetzt sind, muss jetzt innerhalb der verschiedenen Fanszenen eine selbstkritische Reflexion der eigenen Handlungsweisen stattfinden und Konsequenzen haben. Wir sind uns bewusst, dass Freiheit auch Verantwortung mit sich bringt. Noch einmal: Diese Demo soll auch ein Zeichen an uns Fanszenen sein! Wir möchten betonen, dass wir weiter auf Dialog setzen wollen. Wir sind ein Teil des Fußballs und wollen, dass man uns zuhört und uns ernst nimmt.

Die Demo ist erst der Anfang

Unser Vorhaben ist es, den Einsatz „Zum Erhalt der Fankultur“ gemeinsam fortzusetzen. Unter diesem Motto soll mit der Demo eine Kampagne ins Leben gerufen werden, bei der jede Fan eingeladen ist mitzuwirken. Es wird eine Internetseite eingerichtet auf der künftig über sämtliche Beiträge und Aktionen für diese Kampagne berichtet wird, auf der ihr Neuigkeiten im Einsatz für Fanrechte erfahren – und Euch als Unterstützter eintragen lassen könnt. Informiert Euch auf: www.erhalt-der-fankultur.de. Macht mit bei künftigen Aktionen. Beteiligt euch an Diskussionen. Berichtet in euren Fankurven davon. Erzählt davon in euren Familien und bei euren Freunden. Lasst uns gemeinsam die Sache voranbringen.

KEIN KICK OHNE FANS! ZUM ERHALT DER FANKULTUR!

Kommt zur Demo am 09. Oktober 2010 um 13.00 Uhr auf den Alexanderplatz in Berlin!
Die Demonstration wird von Fans für Fans organisiert. Wir bitten Euch um eine friedliche Teilnahme. Es sollte klar sein, dass übertriebene Feierei sowie sinnfreies oder beleidigendes Skandieren bei dieser Veranstaltung fehl am Platz ist und unserem Anliegen schadet! Weiterhin möchten wir auf den antirassistischen Grundkonsens der Fanorganisationen hinweisen, der natürlich auch für die Teilnahme an der Demo gilt. Wer sich daneben benimmt, wird von der Demo ausgeschlossen.

Quelle.

Mars Attacks

Im Sozialismus an den ich glaube, arbeitet jeder für den anderen, jeder teilt seine Belohnung, so sehe ich den Fußball, so sehe ich das Leben.

Der legendäre Trainer Bill Shankly pflegte eine Art an den Tag zu legen, die vielen seiner Zeitgenossen auf den Sack ging. Nur Fans des FC Liverpool und Anhänger einer gewissen sozialistischen Arbeitertradition im Fußball konnten damals etwas mit ihm anfangen. Seine rigorose Auslegung des Sportes ohne dabei die Fans zu vergessen, lies ihn aber den heutzutage berühmtesten Satz des englischen Fußball aussprechen:

Es gibt Leute, die denken Fußball ist eine Frage von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist.

Beide Zitate sind unser Leitstern für den kommendem Sonnabend. Wer sie nicht auswendig rezitieren kann, sollte lieber schon einmal vorsorglich im roten Büchlein über die Kulturrevolution nachlesen. Denn ohne Kultur, keine Revolution! Und zum Abschluß hier noch ein Original Shankly:

I want to build a team that´s invincible, so they have to send a team from bloody Mars to beat us!

Noch Fragen?

RSC: 12 auf einen Streich.

Am 03. Juli 2010 wird der erste bundesweite Rote Stern Cup (RSC) in Berlin ausgetragen. An diesem Tag werden neben den Vereinen Türkiyemspor Berlin, FC Internationale, THC Franziskaner vor allem 12 Roter Stern Vereine (Altenburg, Nordost Berlin, Flensburg, Halle, Hofheim, Leipzig, Lübeck, Pankow, Senftenberg, Wehringhausen und ein Fanclub von den Berliner Eisbären) diejenige Mannschaft auszuspielen, die am Ende den Roter-Stern-Wanderpokal mit nach Hause nehmen kann.

Bereits in den Jahren 2007 und 2008 veranstaltete der Rote Stern Altenburg einen lokalen Roter-Stern-Cup, der aber leider im letzten Jahr ausfiel. Der Rote Stern Nordost möchte mit dem diesjährigen Cup diese Tradition wieder aufleben lassen und hofft damit ein Zeichen zu setzen, dass in Zukunft jedes Jahr solch ein Event stattfindet.

Einige der Roter Stern Vereine werden auf der Kampagnenseite ‚love sport – hate neonazism!‘ vorgestellt. Dort erklärt zum Beispiel der Präsident vom Roten Stern Wehringhausen, Uli Schäfer, seine Motivation einen eigenen Sportverein zu betreiben: „Mit 17 Jahren sind wir fast erwachsen, aber immer noch Rot, immer noch anders, immer noch kritisch und immer noch nicht verdorben. Wir sind ein Sportverein und wollen ein gutes Beispiel sein, wie man ohne allzu viel Vereinsmeierei dennoch für eine breite Gruppe Menschen viel erreichen kann. Spielen muss Spaß machen ist unsere Devise und ganz wichtig dabei ist: Sport ohne Spacken“. Noch Fragen?

Los geht das ganze Spektakel am 03. Juli um 10 Uhr im Stadion Buschallee. Hier findet Ihr noch das Plakat, den Jingle und die Internetwerbung

Nichts und niemand ist vergessen!

Nur fünf Monate, nachdem die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 den Tag der nationalen Erhebung feierten, gewann am 9. Juni der Boxer Johann Trollmann in Berlin die Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht. Tage später wurde ihm jedoch der Meistertitel wieder aberkannt, denn Trollmann war ein Sinto und passte nicht in das rassistische Weltbild der Nationalsozialisten. Sie werteten seinen Boxstil als „zigeunerhaftes Herumflitzen“ und „undeutsch“ ab und verschleppten Trollmann 1938 in das Arbeitslager Hannover-Ahlem.

1944 wurde er im KZ Neuengamme ermordet. Damit seine Geschichte nicht in Vergessenheit gerät und die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma aufgearbeitet wird, hat die Künstlergruppe BEWEGUNG NURR und Florian Göpfert, unterstützt von der Amadeu Antonio Stiftung, ein temporäres Denkmal im Viktoriapark in Kreuzberg initiiert.

Eingeweiht wird es am 9. Juni ab 18 Uhr. Bis Mitte Juli informiert ein Begleitprogramm über Trollmann und über den Völkermord an den Sinti und Roma. Mehr Informationen im Internet findet Ihr hier…

Spiele der Woche *19

*Altenburg

Sonnabend, 15.05.2010 // 13:00
SV Roter Stern Altenburg II vs. SV Rositz IV
Waldspielplatz Altenburg // Zwickauer Straße 70 // 04600 Altenburg

Sonntag, 16.05.2010 // 13:00
TSV Monstab-Lödla II vs. SV Roter Stern Altenburg I
Sportplatz An der Kippe // Am Sportplatz // 04617 Monstab

*Berlin

Sonnabend, 15.05.2010 // 10:30
Schwerhörigen SC vs. Roter Stern Nordost Berlin I
H.-Rosenthal-Sportanlage KR2 // Kühler Weg 12 // 14055 Berlin

Sonnabend, 15.05.2010 // 21:00
Futsal FC vs. Roter Stern Futsal
FU-Sporthalle // Königin-Luise-Str. 47 // 14195 Berlin

*Flensburg

Sonntag, 16.05.2010 // 11:00
FC Rabel 06 II vs. Roter Stern Flensburg
Kieholm Sportanlage // Hafferholz 2 // 24376 Hasselberg

*Halle

Mittwoch, 12.05.2010 // 18:00
TSG Kröllwitz vs. Roter Stern Halle
Sportplatz Donnersberg // Am Donnersberg 13 // 06120 Halle (Saale)

Sonnabend, 15.05.2010 // 15:00
Turbine Halle II vs. Roter Stern Halle
Sportplatz Turbine // Zum Saaleblick 11/12 // 06114 Halle (Saale)

*Hofheim

Freitag, 14.05.2010 // 20:00
Roter Stern Hofheim vs. Taunus Neuenhain
KR Hofheim // Zeilsheimer Str. 57 // 65719 Hofheim am Taunus

*Leipzig

Mittwoch, 12.05.2010 // 18:00
TSV 1862 Schildau vs. Roter Stern Leipzig
Sportplatz Schildau // Kurzwalder Straße 3 // 04889 Gneisenaustadt Schildau

Mittwoch, 12.05.2010 // 18:00
Roter Stern Leipzig II vs. SV Lok Leipzig-Nordost
ELO Großfeld // Bornaische Str. 187 // 04279 Leipzig

Sonnabend, 15.05.2010 // 15:00
Turbine Leipzig vs. Roter Stern Leipzig II
Turbine Großfeld 1 // Goethesteig // 04279 Leipzig

Sonnabend, 15.05.2010 // 15:00
SV Leipzig Nordwest vs. Roter Stern Leipzig
Nordwest Großfeld 1 // Merseburger Str. 187 // 04179 Leipzig

Sonntag, 16.05.2010 // 13:00
SV West 03 Leipzig II vs. Roter Stern Leipzig III
West 03 Großfeld // Friesenstr. 14 // 04177 Leipzig

*Lübeck

Sonntag, 16.05.2010 // 10:45
Roter Stern Lübeck vs. FC Dornbreite IV
Schönböken 2 // Steinrader Damm // 23556 Lübeck

*Sudenburg

Samstag, 15.05.2010 // 13:00
HSV Medizin II vs. Roter Stern Sudenburg II
Guts-Muths-Stadion Pl.2 // Harsdorfer Str. 47 // 39110 Magdeburg

Samstag, 15.05.2010 // 15:00
BSV 79 vs. Roter Stern Sudenburg I
Sportplatz Büchnerstraße // Zetkinstr. 17 // 39114 Magdeburg

*Wehringhausen

Donnerstag, 13.05.2010 // 13:00
Kickers Hagen vs. Roter Stern Wehringhausen
Dahmsheide HP // Heidbrache 14 // 58097 Hagen

Sonntag, 16.05.2010 // 13:00
FC Kurdistan vs. Roter Stern Wehringhausen
Sportzentrum Helfe Nebenplatz // Am Bügel 20 // 58099 Hagen