Archiv der Kategorie 'Transfer'

Proletarier aller Länder vergnügt Euch!

Krise hier, Krise da und jetzt auch noch Bundestagswahl. Nirgends kann man richtig entspannen. Überall grinsende Hackfressen. Selbst der Profisport hält nur noch was er nicht verspricht. Systematisches Doping, ist das Stichwort!

Wir wollen dagegenhalten. Ohne Profisport, ohne Doping und natürlich ohne Hackfressen! Aber mit etwas Dressing für den Kopfsalat. Gemeinsam ist es an uns, den grauen Alltag mit Farbe vollzukleistern, der Krise unser schönstes Lächeln entgegenzusetzen. Es gilt der kategorische Imperativ: Das Glas wird gefüllt, solang er/sie nicht bricht.

Ein Potpourrie der großen Unterhaltung ist die beste Mittel gegen den Krisenkater. Deshalb läd der Rote Stern Nordost (RSNOB) und die Junge IG Bau zu einem Event der Extraklasse ein…

Basketball Challenge* Punk-Rock Konzert* Disko Disko* Copa de Futsal* Arbeiterrechte* Tombola* FIFA WM Katar 2022* Das alles versteckt in einem Wochenende: Vom 24. und 25. August 2013 im Nordosten Berlins.

In folgender Reihenfolge erwarten euch unsere Highlights:

* 12:00 Uhr – Hagenbeck Oberschule – Gustav-Adolfstraße 60 (Weißensee)
>>> Basketball Challenge*

Willkommen zur Basketball Challenge! Gespielt wird 3 on 3 nach den ungeschriebenen Streetballgesetzen. Abseits der körperlichen Ertüchtigung servieren wir am Grill kräftig gewürzte türkische Würste im Fladenbrot und kredenzen kalte Drinks gegen einen schmalen Taler. Die Teilnahme kostet nichts. Anmeldungen via basketball[at]roter-stern-berlin.de

* 17:00 Uhr – Kiki Sol – Lindowerstraße 12 (Wedding)
>>> Katar und die FIFA*

Wir müssen reden. Und zwar über das größte Sportereignis der Welt: Die FIFA-Weltmeisterschaft. In Katar werden zur Vorbereitung des Großevents Stadien buchstäblich aus dem Wüstensand gezogen. Die Arbeiter die die Stadien errichten, kommen aus aller Welt. Sie arbeiten unter schlimmsten Bedingungen. Wir haben einen Referenten der Jungen IG Bau eingeladen, um uns einen Einblick in die Situation vor Ort zu geben und einige Aktionen für Arbeiterrechte vorzustellen.

Dazu kommt Jens Weinreich. Er ist Journalist und FIFA Experte. Arbeitet seit Jahren intensiv am Thema Korruption im Sport und kann mit Fug und Recht als einer von Joseph Blatters größten Feinden betitelt werden. Mit Ihm wollen wir der Frage auf den Grund gehen, warum die FIFA scheinbar vor keiner Schweinerei Halt macht und was dran ist am Urteil der „letzter Diktator Europas“ (Zeit) zu sein.

* 20:00 Uhr – Max und Marek – Reinickendorferstraße 96 (Wedding)
>>> Mein Punk. Dein Punk*

Für den Auftakt in den Abend haben wir uns jemand ganz besonderen eingeladen. Die Haddocks aus Jena. Stilsicher Streetpunk heißt das Prinzip. Unser Serviervorschlag: Gießen Sie etwas Bier bzw. Schnaps drüber und lassen es kurz durch die Hüften ziehen. Das Ergebnis wird Sie überzeugen.

* 21:00 Uhr – Max und Marek – Renickendorfer Straße 96 (Wedding)
>>> From Disko to Disko*

Mit dabei sind unsere liebsten Hüftschwinger von Team Ram Rod der Techno-Veteran von Exquisite Berlin Mongroove, Jimmy Bondano treffsicherster Schallplattenunterhalter der Freizeit Landesliga und die beiden Musiknerds und Houseliebhaber Raver Rave und Lutzen Kemp

* Sonntag 25.08. Ab 10:00 Uhr – Hansastraße 153 (Weißensee)
>>> Copa de Futsal*

Am Sonntag wird zum Abschluss des Wochenendes von unserer Futsal AG erneut der Copa de Futsal ausgetragen. Alle Futsaler und Freunde des Spiels sind herzlich eingeladen dem Spektakel beizuwohnen.

Die Einnahmen der Veranstaltung werden an den Zug der Erinnerung gespendet. Der Zug der Erinnerung ist eine „rollende Ausstellung“, die seit 2007 durch Deutschland und Polen unterwegs ist, um an unterschiedlichen Orten an die Deportationen in der Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern. Die Ausstellung konzentriert sich vor allem auf Einzelschicksale der Verfolgten, um damit einen empathischen Zugang zu ermöglichen. Der Trägerverein der Ausstellung ist gemeinnützig und seit Jahren im Streit mit der Deutschen Bahn, die sich weigert, dem Projekt die Kosten für Trassen- und Stationsnutzung zu erlassen. Dabei sind Kosten in Höhe mehrerer 100.000 Euro angefallen.

Deine Mutter zieht Traktoren…

Wowiwostock. Es war kalt. Es war früh. Es war einfach nicht der Tag des Roten Sterns. Aber lest selber:

Samstagmorgen, kalte Temperaturen um den Gefrierpunkt und die Roten Sterne hatte den Tabellenführer Traktor Boxhagen zu Gast. Die Sterne gingen mit einem 4-4-2 ins Spiel und zeigten von Beginn an, dass man nicht zum Punkte verschenken angetreten war.

So gingen die ersten 10 Minuten mit konzentriertem und genauem Spiel an die Roten Sterne. So gab es bereits nach wenigen Minuten Torschüsse durch die beiden Stürmer Jonas und Julian. Doch in der 11. Minute dann der Schock. Ein Stürmer der Traktoren ließ sich über den zwar grätschenden aber bereits am Boden liegenden Danny fallen und der Schiedsrichter ließ sich zu einer klaren Fehlentscheidung hinreißen und pfiff Elfmeter. Kurz darauf stand es 0-1 für Boxhagen. Wie so häufig war nun die Ordnung der Sterne über den Haufen geworfen. Nun kam Traktor besser ins Spiel und erarbeitete sich einige Chancen. So konnte Sieben nach einer halben Stunde noch gerade einen Schuss aus einem Meter halten. In der 36. Minute fiel dann jedoch das 0-2 aus einem Freistoß für Boxhagen. Kurz darauf dann gleich aus einer Ecke das 0-3. Die Taktik der Raumdeckung galt damit als gescheitert. Der Rote Stern gab sich jedoch nicht geschlagen und versuchte wie gewohnt meist über lange Bälle das Sturmduo in Szene zu setzen. In der 39. Minute dann ein schöner Angriff über die rechte Seite. Bev flankt in die Mitte wo Jonas den Ball mit dem Oberkörper abtropfen lässt und somit auf Julian vorlegt welcher mit viel Gefühl und Vollspann den Ball in die linke obere Ecke schoss. Nun lebte der Kampfgeist neu auf und die Sterne erhöhten nochmal das Tempo. Kurz vor dem Pausenpfiff dann das Foul an Jonas, der im Strafraum zu Boden gerissen wurde. Die Emotionen kochten bei den Traktoren hoch, was auch an den häufigen nicht nachvollziehbaren Schiedsrichterentscheidungen lag. Tobi blieb jedoch ganz cool, nahm sich das Leder und Schoss locker rechts unten ein. So ging es mit 2-3 und neuer Hoffnung in die Pause.

Nach der Pause waren alle Nerven beruhigt und der Rote Stern wollte es nochmal wissen. Jonathan kam für Patrick. So gab es gleich nach Wiederanpfiff eine gute Torchance nach einem tollen Fernschuss von Tobi, der allerdings sehr knapp links am Tor vorbei ging. In der 48. Minute viel allerdings das nächste Tor für die Traktoren als sich ein Fernschuss wie eine Bogenlampe noch ins Tor senkte. Danach war es wieder Tobi der erneut mit einem Fernschuss sein Glück versuchte. Aber der Ball ging knapp über das Tor. In der 52. Minute dann das 2-5 für Boxhagen. In der 60. Minute gab es nach einer guten Ecke von Daniel noch einmal eine Möglichkeit für Henning, der aber vom Ball etwas überrascht nichts Verwertbares draus machen konnte. Danach war es aber wieder Boxhagen die mit dem 2-6 das letzte Tor des Spiels schossen. Danach war die Luft raus und es die Partie verflachte. Arthur kam noch für Torsten und nach einer Ecke konnte Johannes noch einmal einen Torschuss verbuchen.

Am Ende kann man auf eine recht gute erste Halbzeit zurückblicken, in der die Roten Sterne dem Tabellenführer ordentlich Paroli boten. Die zweite Hälfte dagegen sollte lieber schnell vergessen werden.“ Quelle: Roter Stern Nordost

Berlin: ‚Hatun-Sürücü-Tage’

Vom 26. Januar bis zum 07. Februar veranstaltet Türkiyemspor Berlin die ‚Hatun-Sürücü-Tage’. Im Rahmen der Tage werden ein Fußballturnier aller Kreuzberger Frauenteams und eine Podiumsdiskussion zu Frauenrollen durchgeführt.

Quelle: Türkiyemspor

Geschlechterverhältnisse beschäftigten Türkiyemspor seit langem. So unterstützte der Verein in der Vergangenheit Aktionen, die gegen Gewalt in der Familie Stellung bezogen. Durch die Installation von Frauen- und Mädchenfußballteams im Verein ergaben sich zudem in der alltäglichen Arbeit aktive Erfahrungen und Einblicke in die Lebenswelten von Berliner Frauen und Mädchen. Diese flossen in die Arbeit und vereinsinterne Diskussionen ein. Giovanna Krüger, Koordinatorin des Mädchen- und Frauenfußballs bei Türkiyemspor hebt hervor: „Dem Thema Frauenrollen in der Gesellschaft wenden sich Medien, Politik und Gesellschaft entweder ethnisch, religiös oder klassenspezifisch zu. Alle drei Zugänge sind in der täglichen Arbeit im Verein erfahrbar. Wir wollen mit der Veranstaltungsreihe ein Stück unserer Sensibilisierung in die Öffentlichkeit tragen.

Beachtlich ist die Resonanz zur Teilnahme an der Veranstaltungsreihe im Vorfeld. So spielen am 26. Januar alle in Kreuzberg beheimateten Frauenteams im Hatun-Sürücü-Cup um die vom Berliner Fußballverband gestellten Pokale. Ebenso ist die Podiumsdiskussion am 4. Februar unter dem Titel „Ich darf nicht …“ qualitativ stark besetzt. Moderiert von Breschkai Ferhad (BFV) diskutieren Fachleute aus Kultur, Politik, Religion und Sozialarbeit die Situation von Frauen im gesellschaftlichen und familiären Raum.

Zum Abschluss der Tage nimmt Türkiyemspor an Gedenkveranstaltungen für Hatun Sürücü teil, die an eine mutige Frau erinnern, die ihren eigenen Weg ging. Unterstützung erhält die Veranstaltungsreihe auch von der Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat: „Ich freue mich, dass die Mädchen- und Frauenabteilung von Türkiyemspor das Gedenken an Hatun Sürücü aufrecht erhält und junge Frauen darin bestärkt, mutig und selbstbestimmt zu sein und ihren eigenen Weg zu gehen. In unserer Stadt ist kein Platz für Gewalt gegen Frauen, unabhängig von ihren Überzeugungen, ihrer Religion oder ihrem Lebensstil. Leider gehört das nicht immer zur Realität in Berlin, und das ganz unabhängig von den kulturellen Gewohnheiten oder der Herkunft der Familie.

Terminüberblick:

Samstag, 26. Januar 2013, 14 Uhr: Kreuzberger Frauen-Hallenfußballturnier in der Blücherstraße 46-47, 10961 Berlin. Es nehmen Teams von Türkiyemspor Berlin, dem DFC Kreuzberg, dem SV Seitenwechsel, den Berliner Amateuren, den Kickerinhas, Hansa 07 sowie dem BSV Al-Dersimspor teil.

Montag, 4. Februar 2013: Filmvorführung und Podiumsdiskussion „Ich darf nicht…“ – Berliner Mädchen auf der Suche nach der eigenen Identität.
Ort: Südblock, Admiralsstraße 1-2, 10999 Berlin.

18 Uhr Filmvorführung „Verlorene Ehre – Der Irrweg der Familie Sürücü“
19 Uhr PodiumsdiskussionIch darf nicht…“ – Mädchen im Spannungsfeld von gesellschaftlicher Ausgrenzung, familiären Erwartungen und kulturellen Schablonen.

Moderation: Breschkai Ferhad (Berliner Fußballverband).
Gäste: Idil Baydar aka Jilet Ayse – Schauspielerin, Matthias Deiß – Regisseur “Verlorene Ehre – Der Irrweg der Familie Sürücü”, Rabeya Müller – Liberal-Islamischer Bund e.V. , Mitglied von „HEROES Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“, Kazim Erdogan – Aufbruch Neukölln, Mitglied von Berliner Initiative gegen Gewalt gegen Frauen (BIG), Mitglied von Türkisch-Deutscher Frauenverein.

Donnerstag, 07. Februar: Gedenkveranstaltung am Gedenkstein für Hatun Sürüçü
11 Uhr: Oberlandstraße/Ecke Oberlandgarten, 12099 Berlin-Tempelhof
Veranstalter: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, u.a. mit Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Bezirksverordnetenvorsteherin Petra Dittmeyer

Betreten verboten

Wenn antirassistische Ultragruppen aufgeben, kehren die Hooligans in die Fußballstadien zurück

Quelle: junge Welt

Braunschweig, Rostock, Dresden, Aachen und Düsseldorf. Fünf traditionsreiche Fußballklubs und das gleiche Problem. Die ortsansässigen, antirassistischen Ultragruppen haben sich im Laufe der letzten zwei Jahre aufgelöst oder aus den Stadien komplett zurückgezogen. Auslöser waren gewalttätige Auseinandersetzungen innerhalb der Fanszene, initiiert zumeist von rechtsextremen Fangruppierungen.

Beim Zweitrundenspiel ihrer Alemannia im Mittelrheinpokal gegen Viktoria Köln Anfang Januar sangen die Aachen Ultras (ACU) ihrer Mannschaft das letzte Ständlein. Es war das unschöne Ende einer zweijährigen Auseinandersetzung zwischen antirassistischen Ultras und rechten Hooligans innerhalb der Aachener Fankurve. Drei Tage später verkündeten die Ultras aus Düsseldorf ihren vorläufigen Rückzug aus dem Stadion. In ihrer Erklärung beteuert die linke Gruppe, ihre »Auszeit« habe »interne und strukturellen Gründe«. Trotzdem ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, daß der Druck von rechten Hooligans auch sie zur Aufgabe zwang.

Ihren Anfang nahm diese Entwicklung im Januar 2011 mit der Auflösung der Unique Rebels (UR) aus Rostock. Ein halbes jahr lang hatten die Antirassisten versucht, sich als Teil der Fankurve von Hansa Rostock zu etablieren. Schließlich wurde den UR-Mitgliedern das Betreten der Südkurve verboten. Auch in Dresden endete der Versuch, eine explizit antirassistische Ultragruppe zu gründen, mit einem internen Blockverbot. Nach dem Zweitligaheimspiel gegen Union Berlin im August 2011 griffen organisierte, rechte Dynamofans die Solo Ultras (SU) mit Flaschen und Steinen an. Seitdem gehen die Solo Ultras ihren eigenen Weg und besuchen nur noch die Fußballspiele der Juniorenmannschaften von Dynamo Dresden.

Oder Braunschweig. Nach fast vier Jahren bei Handball, Jugend-Fußball und Wasserball kehrten Anfang Oktober 2012 die antifaschistischen Ultras aus Braunschweig auf die Ränge des Eintracht-Stadions zurück. Keine vier Wochen später mußten sie sich wieder zurückziehen. Wiederholte Angriffe durch rechte Hooligans in und außerhalb der Stadien zwangen sie dazu. Die Vereinsführung von Eintracht Braunschweig hat das nicht interessiert.

Nicht nur in Braunschweig drücken die Vereinsverantwortlichen bei rechten Straftaten gerne einmal ein Auge zu. Der Fanbeauftragte von Alemannia, Lutz van Hasselt, sieht die Lage in der eigenen Fanszene ebenfalls nicht so dramatisch: »Alemannia Aachen hat sich sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell immer wieder klar gegen Rechtsextremismus und Rassismus positioniert, außerdem wurden Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund konsequent unter anderem mit Stadionverboten bestraft.« Die Realität sieht anders aus.

Seit 1999 begleiten die Aachen Ultras ihre Mannschaft durch die unterschiedlichsten Ligen. Der Konflikt mit den organisierten Neonazis und den mit ihnen sympathisierenden Personen aus den Gruppierungen Karlsbande Ultras, Alemannia Supporters und Westwall Aachen schwelt nun beinahe drei Jahre. Auf Druck der Öffentlichkeit zogen die Verantwortlichen einige halbherzige Konsequenzen. Doch selbst diese angekündigten Sanktionen gegen die rechten Schläger erwiesen sich als abgedroschene Worthülsen. Das Zaunfahnenverbot wurde für die Karlsbande Ultras zu keiner Zeit konsequent durchgesetzt. Schon zwei Monate nach Aussprache des Verbotes hing die Fahne wieder am Zaun. Statt dessen wurden die Aachen Ultras als »Nestbeschmutzer« hingestellt und als »Linksextremisten« denunziert.

Das Zusammenwirken von untätigen Vereinsführungen und wachsender Repression gegen die Ultragruppen, u.a. wegen dem Abrennen von Pyrotechnik, läßt in den Stadien eine Subkultur wieder aufleben, die man schon längst für tot erklärt hatte: die Hooligans. Im Gegensatz zu den Ultras wollen die Hooligans nicht mittels akustischem und optischem Support die eigenen Spieler anfeuern und müssen sich deshalb auch nicht konstruktiv mit der Vereinsführung auseinandersetzen. Hooligans sind Gewalt und Repression nicht fremd, sie machen einen gewichtigen Teil ihrer rebellischen Identität aus. Die Bühne, die sie für ihre Kämpfe suchen, ist nicht öffentlich, statt dessen verabreden sie sich für ihre Kämpfe an abgeschiedenen Orten.

Zwar läßt sich eine pauschale Einteilung in linke Ultras und rechte Hooligans nicht immer aufrechterhalten, aber in der Tendenz ist sie richtig. Das zeigt auch, bei aller Rivalität, die Solidarität der Ultras untereinander. Bei ihrem letzten Ausflug begleiteten rund 300 Mitglieder anderer Ultragruppen aus ganz Deutschland die Aachen Ultras, um ihre Unterstützung für deren antirassistisches Engagement zu demonstrieren. Auf ihren Transparenten waren Sprüche wie »Lieber Parasit als Antisemit« oder »Nazis Am Tivoli? Nie gesehen.« zu lesen. Nur solche gemeinsamen Aktionen der Ultras, verbunden mit der Unterstützung durch die Vereine und den DFB können den erneuten Aufmarsch der Hooligans in den Kurven verhindern.

Revolutian Black Bloc

Egypt Black Bloc on Facebook.

Keine Fußball-WM ohne Arbeitnehmerrechte

Die International Trade Union Confederation (ITUC) ruft dazu auf, sich für die Rechte der Arbeiter in Katar stark zu machen. Dort wird 2012 die Fußball-WM stattfinden und dafür werden eine Menge neuer Stadien und andere Infrastruktur gebaut. Von Wanderarbeitern die wenig Geld verdienen und das unter äußerst schlechten Bedingungen…

1,2 Millionen Beschäftigte in Katar dürfen keiner Gewerkschaft beitreten – ein Verstoß gegen das international anerkannte Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen.

94% der Beschäftigten in Katar sind Wanderarbeitskräfte ohne jegliche Rechte bei der Arbeit.

Die Wahl Katars als Austragungsort der FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2022 war kontrovers, und das Land plant, mehr als 100 Milliarden Dollar für den Bau von Stadien und anderen WM-Projekten auszugeben.

In den nächsten zehn Jahren werden Tausende zusätzliche Arbeitskräfte für diese riesigen Bauvorhaben benötigt werden.

Wir wollen, dass sich die Welt der Probleme der Beschäftigten in Katar bewusst wird: Es werden dort mehr Menschen beim Bau der WM-Infrastruktur ums Leben kommen als bei der WM Fußball spielen.

Jedes Jahr kommen in Katar nahezu 200 nepalesische Arbeitskräfte ums Leben. Katar weigert sich jedoch, die Zahl der Beschäftigten, die bei der Arbeit sterben oder verletzt werden, zu veröffentlichen.

Jedes Jahr kommen zudem Hunderte weitere Arbeitsmigranten aus Indien, Sri Lanka, Pakistan und Bangladesch in Katar ums Leben oder werden verletzt.

Die Gesetze des Landes untersagen es Wanderarbeitskräften, in Katar eine Gewerkschaft zu gründen und Tarifverhandlungen zu führen, um bessere Löhne sowie gesunde und sichere Arbeitsbedingungen auszuhandeln.

Lasst nicht zu, dass Eure WM-Mannschaft in einem Stadion der Schande spielt.

Helft uns, das Stadion jetzt zu füllen und lasst Katar wissen, dass es 2022 keine Fußball-WM ohne Arbeitnehmerrechte geben wird.

Quelle.

Video über die Arbeitsbedingungen in Katar.

Der Nürnberger Fußballclub und seine nationalsozialistische Vergangenheit

Der FCN setzt sich mit seiner Geschichte während der Nazi-Zeit auseinander. Ehrengast Evelyn Konrad begeistert die Gäste mit ihrem Charme.

Quelle: Münchner Abendzeitung

Nürnberg – Tolle Veranstaltung am Dienstagabend beim 1. FC Nürnberg. Der Club gedenkt am Valznerweiher seinem dunkelsten Kapitel der Vereinsgeschichte – dem unrühmlichen Verhalten des sonst so Ruhmreichen gegnüber jüdischer Vereinsmitglieder während der NS-Zeit. „Der 1. FC Nürnberg ist ein Verein mit großer Tradition, der sich mit seiner Geschichte auseinandersetzt“ eröffnete Sportvorstand Martin Bader den Abend. „Dazu gehören aber nicht nur die vielen Erfolge und Titel, sondern auch die dunklen Seiten der Vereinshistorie.“ Als einer der ersten Fußballvereine Deutschlands beschloss der FCN im Jahre 1933 einstimmig den Ausschluss aller Anhänger jüdischen Glaubens aus dem Verein. Zuvor war bereits Trainer Jenö Konrad, von 1930 bis 1932 Trainer beim Club, nach einem Hetzbericht im Nazi-Blatt „Der Stürmer“ über Nacht mit seiner Frau und Tochter Evelyn aus der Noris geflüchtet.

Eben diese Evelyn, heute 84 Jahre allt, ließ es sich nicht nehmen, als Ehrengast der Veranstaltung eigens nach Nürnberg zu reisen. Aus New York, wohin ihre Eltern 1940 nach einer Odysee durch Europa übersiedelten. Und die redegewandte Dame, immerhin seit 81 Jahren zum ersten Mal wieder in Nürnberg, verzauberte mit ihren Anekdoten aus dem Leben ihres „Vatis“ die anwesenden 250 Gäste. „Er war in seiner Lebensanschauung ein äußerst eleganter Mensch, sehr belesen. Ich habe viel von ihm gelernt.

Bei seiner Flucht aus Nürnberg im August 1932 hinterließ Jenö Konrad dem FCN noch eine Autogrammkarte, auf der er den legendären Spruch „Der Club war der erste. Und muss der erste werden“ niederschrieb. Grund für die Nürnberger Ultras, daraus für das Derby gegen den FC Bayern eine beeindruckende Choreografie zu erstellen, die auch den Grundstein der gestrigen Veranstaltung legte. „Ich wusste nichts von der Choreografie der Club-Fans. Ich kann nicht einmal sagen, wie sehr dankbar ich dafür bin. Das ist unglaublich“, so Evelyn Konrad gerührt, nachdem sie Videoaufnahmen von der aufwendigen Erstellung der Choreografie durch die Ultras gesehen hatte. Nicht die einzige Impression, die die 84-Jährige mit in ihre Heimat USA nehmen wird. „Ich habe mir die Stadt angesehen, unter anderem auch den Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse. Es hat mich sehr beeindruckt, wie wunderbar sich Nürnberg inzwischen als Stadt der Menschenrechte präsentiert.

Zum Schluss der Veranstaltung sorgte sie dann noch einmal für ein erfreutes Raunen in der Runde. Nachdem ihr Martin Bader die Ehrenurkunde für ihren 1978 verstorbenen Vater Jenö überreichte, verabschiedete sich Evelyn Konrad auf ihre charmant-witzige Art vom 1. FC Nürnberg: „Der Vati war bescheiden, ich bin es nicht. Dürfte ich auch Mitglied beim Club werden?

Fußballfans sind (keine) Antisemiten?

Schon komisch. Eigentlich kam es einem beinahe ja so vor, als wäre nur Herr Augstein in der Top Ten des Simon Wiesenthal Centers gelandet. Doch neben dem Irren aus Teheran und anderen bekannten antisemitischen Vollpfosten haben es die europäischen Fußballfans ebenfalls in die Top Ten geschafft. Darüber konnte man bisher eher weniger lesen. Und warum die Einschätzung völlig gerechtfertigt ist, beweisen gleich einige Fans in der Kommentarspalte bei den 11. Freunden:

„Hast du dir mal überlegt, warum Kassam-Raketen fliegen? Vlt. hängt es damit zusammen, dass die Israelis, also gleich Juden (->Antisemit?) die Agressoren sind, welche permanent weiter Siedlungsbau betreiben und somit Land okkupieren? Die vertriebenen Palästinenser vegetieren dann in Zeltlagern vor sich bin. Die Palästinenser werden im Gazastreifen isoliert, verelenden und verhungern.“ Quelle.

„Wer sich mal ein bisschen länger mit dem Thema beschäftigt und mal etwas tiefer geht, wird rausfinden, das der Antisemitismus größtenteils durch die Juden selber geschürt wird. Es ist beispielsweise vorgekommen, dass israelische Amtsträger sogar Juden als Antisemiten bezeichnet haben, weil diese den israelischen Staat kritisiert haben. Antisemitismus wäre in unserer heutigen Welt kein Thema mehr (zumindest in Europa und den USA) wenn die Juden nicht selbst alles israelkritische als Antisemitismus bezeichnen würden.“ Quelle

„Endlich mal jemand dem dieses Weichspülgelaber nicht den Blick auf die Fakten verdreht hat. Egal welches Land dieser Welt das solche Schweinereien begehen würde wäre wohl schon dem Erdboden gleich gemacht worden, aber die USA-Lobbyisten aus Israel dürfen sich alles erlauben und gegen wirklich jedes Menschenrecht verstoßen das existiert. Und auch wenn man selber den Holocaust ( auch wenn die Schweinerien da erwiesenermaßen extrem, unmenschlich und nichts zu rechtfertigen waren) erlebt hat macht es das nicht besser wenn man selber dann „menschenverachtende Politik“ betreibt und traurigerweise auch noch von den „Großmächten“ dabei unterstützt wird.“ Quelle

„Sollen die Feinen Israelis doch im Fußball in Asien mitspielen. Ma sehen ob die in den Länder- und Vereinsspielen gegen Irak, Iran, Syrien, Afghanistan oder im Besonderen gegen Ägypten mehr Spaß haben als mit uns „Antisemitischen“ Europäern“ Quelle

Der Anlaß für diesen antisemitischen Shitstorm ist ein lesenswertes Interview mit Dr. Shimon Samuels vom Simon Wiesenthal Center über die Einschätzung der europäischen Fußballfans…

Zwickau: Mit solidarischen Grüßen!

Am 11. Dezember wurde in der Zwickauer Lokalausgabe der »Freien Presse« von rassistischen Vorfällen in den unteren Spielklassen berichtet. Im Vorfeld hatte sich die SG Schönfels dazu entschlossen in die Öffentlichkeit zu gehen, da der Schönfelser Spieler Isaquito Giehler „inzwischen bei fast jedem Spiel“ rassistisch beleidigt wird.

Die Mitglieder von Marienthal United 08 wollten diesen Hilferuf nicht ungehört lassen und schrieben Isaquito und seinem Verein einen Brief, welchen wir an dieser Stelle veröffentlichen:

Hallo Isaquito,

als erstes wünschen wir Dir und Deinem Team noch alles Gute für das neue Jahr.

Mit Wut und Betroffenheit reagierten wir auf den »Freie Presse«-Artikel, in dem über Deine Situation bei Fußballspielen berichtet wurde. Wut verspürten wir, weil es uns ankotzt wenn ein junger Mensch beim Fußball oder anderswo, nur wegen seiner Hautfarbe dumm angemacht wird. Betroffen reagierten wir, weil wir solche Erlebnisse auch aus eigenem Erleben kennen.

Wir gründeten unser Fußballteam vor vier Jahren mit der Motivation ohne Nazis, und damit frei von jeglicher Diskriminierung, kicken zu wollen. Allein dieses offene Bekenntnis reicht manchem Gegner aus, um uns zu beleidigen oder regelrecht die Pest an den Hals zu wünschen.

Deshalb möchten wir Dir Mut machen am Ball zu bleiben und Dir den Spaß am Fußball nicht nehmen zu lassen. Gerade auch der Schritt mit den angesprochenen Problemen an die Öffentlichkeit zu treten, erfordert aus unserer Sicht viel Courage.

Um zu zeigen, dass hinter unseren Worten auch ernst gemeinte Taten stecken, möchten wir Dich und die SG Schönfels zu einem Freundschaftsspiel einladen. Bei diesem könnten wir, wenn beide Teams damit einverstanden sind, eine Spendenkasse herumgehen lassen und die Einnahmen an eine Initiative für Opfer rassistischer Übergriffe spenden.

Außerdem werden wir im April zu den »Tagen für Demokratie und Toleranz« ein Streetsoccerturnier auf dem Zwickauer Hauptmarkt organisieren. Bei diesem reichen 4-8 Spieler für ein Team. Da könntest Du also einfach mit ein paar Freunden mitkicken.

Bei beiden Veranstaltungen müsstest Du keine rassistischen Beleidigungen oder Attacken fürchten und falls sich doch Idioten verirren, schreiten wir gemeinsam ein. Wir hoffen Du freust Dich über unseren Brief und wünschen Dir für die Zukunft alles Gute beim kicken und allem anderen was Du sonst noch anpackst.

Mit solidarischen Grüßen
Marienthal United 08 & ‚Roter Baum‘ Zwickau

Brandenburg: Rechtes Engagement in Sportvereinen registriert

Die Chefin des Verfassungsschutzes in Brandenburg hat Sportvereine aufgefordert, sich stärker mit dem Thema Rechtsextremismus auseinanderzusetzen. Neonazis versuchten, das Vereinsleben zu beeinflussen. „Der Sport hat sich lange Zeit sehr schwergetan, weil man sich für unpolitisch gehalten hat“, sagte Winfriede Schreiber in einem Interview. „Mehr und mehr erkennen die Vereine, dass sie sich zur Demokratie bekennen müssen.“ Viele hätten inzwischen in der Satzung ein klares Bekenntnis verankert. Dies werde jedoch nicht immer konsequent in der Praxis umgesetzt – oft aus wirtschaftlichen Gründen.

Quelle: MOZ

Uns macht seit Jahren eine Fangruppe des Fußballclubs Energie Cottbus wegen ihrer rechtsextremistischen Bezüge erhebliche Sorge“, erläuterte Schreiber. „Doch der Verein hat sich noch nicht durchringen können, deutlich dagegen vorzugehen. Da spielen sicherlich Dinge wie Jahreskarten oder Sponsorengelder eine Rolle.“ (1) Jüngst ist insbesondere die Kickboxszene in der Lausitz wegen rechtsextremistischer Mitglieder in Verruf geraten. (1,2) Laut Schreiber seien Mitglieder der mobilen Beratungsdienste derzeit in Cottbus im Kickboxverein im Einsatz, „um zu erreichen, dass man dort mit der notwendigen Sensibilität und Konsequenz an das Thema herangeht“.

Während die NPD in Brandenburg kaum Fuß fassen kann, wächst die Neonazi-Szene laut Verfassungsschutz weiter. Im Jahr 2011 hatten die „Freien Kräfte“ – parteiunabhängige, gewaltbereite Neonazis – etwa 410 Mitglieder. Diese Anzahl sei weiter gestiegen, sagte Schreiber.