Neulich in Berlin


ROTER STERN NORDOST BERLIN // GEGEN DISKRIMINIERUNG!


ROTER STERN NORDOST BERLIN // UNSER KIEZ


ROTER STERN NORDOST BERLIN // GEGEN DISKRIMINIERUNG!

RSNOB: Neue Aufklebermotive

Euer Lieblingsverein hat neue Aufkleber entworfen. Die Motive sind extrem schnicke geworden. Wenn Ihr welche haben wollt, wendet Euch an uns. Schreibt uns eine Mail (urs-berlin(at)gmx.net), wieso ausgerechnet Ihr die Sticker bekommen solltet. Wir werden dann die besten Einsendungen mit einem Packet Sticker prämieren.


ROTSPORT! ROTER STERN BERLIN 2013


NORDOST. LOVE SPORT.

Deine Mutter zieht Traktoren…

Wowiwostock. Es war kalt. Es war früh. Es war einfach nicht der Tag des Roten Sterns. Aber lest selber:

Samstagmorgen, kalte Temperaturen um den Gefrierpunkt und die Roten Sterne hatte den Tabellenführer Traktor Boxhagen zu Gast. Die Sterne gingen mit einem 4-4-2 ins Spiel und zeigten von Beginn an, dass man nicht zum Punkte verschenken angetreten war.

So gingen die ersten 10 Minuten mit konzentriertem und genauem Spiel an die Roten Sterne. So gab es bereits nach wenigen Minuten Torschüsse durch die beiden Stürmer Jonas und Julian. Doch in der 11. Minute dann der Schock. Ein Stürmer der Traktoren ließ sich über den zwar grätschenden aber bereits am Boden liegenden Danny fallen und der Schiedsrichter ließ sich zu einer klaren Fehlentscheidung hinreißen und pfiff Elfmeter. Kurz darauf stand es 0-1 für Boxhagen. Wie so häufig war nun die Ordnung der Sterne über den Haufen geworfen. Nun kam Traktor besser ins Spiel und erarbeitete sich einige Chancen. So konnte Sieben nach einer halben Stunde noch gerade einen Schuss aus einem Meter halten. In der 36. Minute fiel dann jedoch das 0-2 aus einem Freistoß für Boxhagen. Kurz darauf dann gleich aus einer Ecke das 0-3. Die Taktik der Raumdeckung galt damit als gescheitert. Der Rote Stern gab sich jedoch nicht geschlagen und versuchte wie gewohnt meist über lange Bälle das Sturmduo in Szene zu setzen. In der 39. Minute dann ein schöner Angriff über die rechte Seite. Bev flankt in die Mitte wo Jonas den Ball mit dem Oberkörper abtropfen lässt und somit auf Julian vorlegt welcher mit viel Gefühl und Vollspann den Ball in die linke obere Ecke schoss. Nun lebte der Kampfgeist neu auf und die Sterne erhöhten nochmal das Tempo. Kurz vor dem Pausenpfiff dann das Foul an Jonas, der im Strafraum zu Boden gerissen wurde. Die Emotionen kochten bei den Traktoren hoch, was auch an den häufigen nicht nachvollziehbaren Schiedsrichterentscheidungen lag. Tobi blieb jedoch ganz cool, nahm sich das Leder und Schoss locker rechts unten ein. So ging es mit 2-3 und neuer Hoffnung in die Pause.

Nach der Pause waren alle Nerven beruhigt und der Rote Stern wollte es nochmal wissen. Jonathan kam für Patrick. So gab es gleich nach Wiederanpfiff eine gute Torchance nach einem tollen Fernschuss von Tobi, der allerdings sehr knapp links am Tor vorbei ging. In der 48. Minute viel allerdings das nächste Tor für die Traktoren als sich ein Fernschuss wie eine Bogenlampe noch ins Tor senkte. Danach war es wieder Tobi der erneut mit einem Fernschuss sein Glück versuchte. Aber der Ball ging knapp über das Tor. In der 52. Minute dann das 2-5 für Boxhagen. In der 60. Minute gab es nach einer guten Ecke von Daniel noch einmal eine Möglichkeit für Henning, der aber vom Ball etwas überrascht nichts Verwertbares draus machen konnte. Danach war es aber wieder Boxhagen die mit dem 2-6 das letzte Tor des Spiels schossen. Danach war die Luft raus und es die Partie verflachte. Arthur kam noch für Torsten und nach einer Ecke konnte Johannes noch einmal einen Torschuss verbuchen.

Am Ende kann man auf eine recht gute erste Halbzeit zurückblicken, in der die Roten Sterne dem Tabellenführer ordentlich Paroli boten. Die zweite Hälfte dagegen sollte lieber schnell vergessen werden.“ Quelle: Roter Stern Nordost

Stellungnahme der Ersten Mannschaft

Nach dem Verlauf der letzten Saison, einigen nicht ganz so schönen Szenen neben und auf dem Platz und v.a. dem Rücktritt unseres Trainers Falko sehen wir uns als Erste Mannschaft des Roten Sterns gezwungen, noch einmal Stellung zu den Geschehnissen zu beziehen.

Grundsätzlich wollen wir festhalten, dass wir uns über den Support von unseren Zuschauern freuen und auch hoffen, dass dieser in Zukunft nicht ausbleiben wird. Gleichzeitig scheint es aber über die Art und Weise, wie dieser Kund getan wird, unterschiedliche Vorstellungen zu geben.

Zunächst gilt für uns: wir sind Teil des Roten Sterns, teilen dessen Grundsätze und Anschauungen, auch wenn über diese – glücklicherweise – kontroverse Ansichten existieren und auch innerhalb des Vereins ausgetauscht werden. In diesem Sinne stehen wir auch voll und ganz hinter den Beschlüssen unseres Vorstands, der nicht getrennt vom Rest des Vereins, sondern als dessen zentrales Organ zu sehen ist. Seine Entscheidungen sind auch unsere; wir wollen keine Fans von uns oder einzelnen Spielern, sondern des Roten Sterns als Verein.

Zudem kam es in der Hinrunde während der Spiele, aber auch außerhalb, zu Beleidigungen unseres Trainers. Diesbezüglich leider zu spät, aber auf jeden Fall für die Zukunft: Der Trainer wird von uns als Team jede Saison demokratisch neu gewählt und erhält von uns somit die volle Legitimität auf und neben dem Platz. Dementsprechend stehen und standen wir nicht nur voll und ganz hinter ihm und verurteilen Beleidigungen ihm gegenüber in jeder Hinsicht, vielmehr ist der Trainer Teil unserer Mannschaft und gelten Verunglimpfungen ihm gegenüber auch uns. Wir dulden ein solches Verhalten in keinster Weise, egal ob auf, neben oder abseits des Platzes!

Hier scheint auch mangelnder Respekt gegenüber der ehrenamtlichen Tätigkeit in unserem Verein vorzuherrschen: als selbstorganisierter Verein ohne bezahlte Stellen sind wir auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Auch wenn es inhaltlich unterschiedliche Meinungen und auch mal Fehltritte geben kann – die Arbeit unserer jetzigen und ehemaligen Freiwilligen, die ihre Freizeit für uns und den Verein aufbringen, und insbesondere unseres Vorstandes wissen wir zu schätzen, denn ohne die ginge beim Roten Stern nichts. Deshalb fordern wir: mehr Respekt dem Ehrenamt!

Außerdem haben auch wir Vorstellungen davon, welches Verhalten neben dem Platz angebracht ist – und sexistische Sprüche wie „Schwuchtel“ oder „Fotze“ gehören da ganz sicher nicht hin. Auch wir wünschen uns mit dem Roten Stern einen Sportverein, in dem man diskriminierungsfrei Sport treiben kann – unabhängig von sozialer, kultureller oder geographischer Herkunft, von Geschlecht oder sexueller Orientierung. Und an einer völlig sinnlos aufgeheizten Atmosphäre sind wir auch nicht interessiert.

In diesem Sinne: wir freuen uns natürlich über Support und waren für den bisherigen dankbar – unter obigen Einschränkungen; eben nur, wenn ein gewisses Maß an Verantwortungsbewusstsein an den Tag gelegt wird. In diesem Sinne: macht Euch nochmal klar, liebe Zuschauer, weshalb ihr ausgerechnet den Roten Stern supported. Gerne auf eine gelungene Rückrunde mit uns: dem gesamten Roten Stern und seinen Inhalten – oder eben gar nicht.

Eure Erste Mannschaft

Quelle.

Berlin: ‚Hatun-Sürücü-Tage’

Vom 26. Januar bis zum 07. Februar veranstaltet Türkiyemspor Berlin die ‚Hatun-Sürücü-Tage’. Im Rahmen der Tage werden ein Fußballturnier aller Kreuzberger Frauenteams und eine Podiumsdiskussion zu Frauenrollen durchgeführt.

Quelle: Türkiyemspor

Geschlechterverhältnisse beschäftigten Türkiyemspor seit langem. So unterstützte der Verein in der Vergangenheit Aktionen, die gegen Gewalt in der Familie Stellung bezogen. Durch die Installation von Frauen- und Mädchenfußballteams im Verein ergaben sich zudem in der alltäglichen Arbeit aktive Erfahrungen und Einblicke in die Lebenswelten von Berliner Frauen und Mädchen. Diese flossen in die Arbeit und vereinsinterne Diskussionen ein. Giovanna Krüger, Koordinatorin des Mädchen- und Frauenfußballs bei Türkiyemspor hebt hervor: „Dem Thema Frauenrollen in der Gesellschaft wenden sich Medien, Politik und Gesellschaft entweder ethnisch, religiös oder klassenspezifisch zu. Alle drei Zugänge sind in der täglichen Arbeit im Verein erfahrbar. Wir wollen mit der Veranstaltungsreihe ein Stück unserer Sensibilisierung in die Öffentlichkeit tragen.

Beachtlich ist die Resonanz zur Teilnahme an der Veranstaltungsreihe im Vorfeld. So spielen am 26. Januar alle in Kreuzberg beheimateten Frauenteams im Hatun-Sürücü-Cup um die vom Berliner Fußballverband gestellten Pokale. Ebenso ist die Podiumsdiskussion am 4. Februar unter dem Titel „Ich darf nicht …“ qualitativ stark besetzt. Moderiert von Breschkai Ferhad (BFV) diskutieren Fachleute aus Kultur, Politik, Religion und Sozialarbeit die Situation von Frauen im gesellschaftlichen und familiären Raum.

Zum Abschluss der Tage nimmt Türkiyemspor an Gedenkveranstaltungen für Hatun Sürücü teil, die an eine mutige Frau erinnern, die ihren eigenen Weg ging. Unterstützung erhält die Veranstaltungsreihe auch von der Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat: „Ich freue mich, dass die Mädchen- und Frauenabteilung von Türkiyemspor das Gedenken an Hatun Sürücü aufrecht erhält und junge Frauen darin bestärkt, mutig und selbstbestimmt zu sein und ihren eigenen Weg zu gehen. In unserer Stadt ist kein Platz für Gewalt gegen Frauen, unabhängig von ihren Überzeugungen, ihrer Religion oder ihrem Lebensstil. Leider gehört das nicht immer zur Realität in Berlin, und das ganz unabhängig von den kulturellen Gewohnheiten oder der Herkunft der Familie.

Terminüberblick:

Samstag, 26. Januar 2013, 14 Uhr: Kreuzberger Frauen-Hallenfußballturnier in der Blücherstraße 46-47, 10961 Berlin. Es nehmen Teams von Türkiyemspor Berlin, dem DFC Kreuzberg, dem SV Seitenwechsel, den Berliner Amateuren, den Kickerinhas, Hansa 07 sowie dem BSV Al-Dersimspor teil.

Montag, 4. Februar 2013: Filmvorführung und Podiumsdiskussion „Ich darf nicht…“ – Berliner Mädchen auf der Suche nach der eigenen Identität.
Ort: Südblock, Admiralsstraße 1-2, 10999 Berlin.

18 Uhr Filmvorführung „Verlorene Ehre – Der Irrweg der Familie Sürücü“
19 Uhr PodiumsdiskussionIch darf nicht…“ – Mädchen im Spannungsfeld von gesellschaftlicher Ausgrenzung, familiären Erwartungen und kulturellen Schablonen.

Moderation: Breschkai Ferhad (Berliner Fußballverband).
Gäste: Idil Baydar aka Jilet Ayse – Schauspielerin, Matthias Deiß – Regisseur “Verlorene Ehre – Der Irrweg der Familie Sürücü”, Rabeya Müller – Liberal-Islamischer Bund e.V. , Mitglied von „HEROES Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“, Kazim Erdogan – Aufbruch Neukölln, Mitglied von Berliner Initiative gegen Gewalt gegen Frauen (BIG), Mitglied von Türkisch-Deutscher Frauenverein.

Donnerstag, 07. Februar: Gedenkveranstaltung am Gedenkstein für Hatun Sürüçü
11 Uhr: Oberlandstraße/Ecke Oberlandgarten, 12099 Berlin-Tempelhof
Veranstalter: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, u.a. mit Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Bezirksverordnetenvorsteherin Petra Dittmeyer

Betreten verboten

Wenn antirassistische Ultragruppen aufgeben, kehren die Hooligans in die Fußballstadien zurück

Quelle: junge Welt

Braunschweig, Rostock, Dresden, Aachen und Düsseldorf. Fünf traditionsreiche Fußballklubs und das gleiche Problem. Die ortsansässigen, antirassistischen Ultragruppen haben sich im Laufe der letzten zwei Jahre aufgelöst oder aus den Stadien komplett zurückgezogen. Auslöser waren gewalttätige Auseinandersetzungen innerhalb der Fanszene, initiiert zumeist von rechtsextremen Fangruppierungen.

Beim Zweitrundenspiel ihrer Alemannia im Mittelrheinpokal gegen Viktoria Köln Anfang Januar sangen die Aachen Ultras (ACU) ihrer Mannschaft das letzte Ständlein. Es war das unschöne Ende einer zweijährigen Auseinandersetzung zwischen antirassistischen Ultras und rechten Hooligans innerhalb der Aachener Fankurve. Drei Tage später verkündeten die Ultras aus Düsseldorf ihren vorläufigen Rückzug aus dem Stadion. In ihrer Erklärung beteuert die linke Gruppe, ihre »Auszeit« habe »interne und strukturellen Gründe«. Trotzdem ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, daß der Druck von rechten Hooligans auch sie zur Aufgabe zwang.

Ihren Anfang nahm diese Entwicklung im Januar 2011 mit der Auflösung der Unique Rebels (UR) aus Rostock. Ein halbes jahr lang hatten die Antirassisten versucht, sich als Teil der Fankurve von Hansa Rostock zu etablieren. Schließlich wurde den UR-Mitgliedern das Betreten der Südkurve verboten. Auch in Dresden endete der Versuch, eine explizit antirassistische Ultragruppe zu gründen, mit einem internen Blockverbot. Nach dem Zweitligaheimspiel gegen Union Berlin im August 2011 griffen organisierte, rechte Dynamofans die Solo Ultras (SU) mit Flaschen und Steinen an. Seitdem gehen die Solo Ultras ihren eigenen Weg und besuchen nur noch die Fußballspiele der Juniorenmannschaften von Dynamo Dresden.

Oder Braunschweig. Nach fast vier Jahren bei Handball, Jugend-Fußball und Wasserball kehrten Anfang Oktober 2012 die antifaschistischen Ultras aus Braunschweig auf die Ränge des Eintracht-Stadions zurück. Keine vier Wochen später mußten sie sich wieder zurückziehen. Wiederholte Angriffe durch rechte Hooligans in und außerhalb der Stadien zwangen sie dazu. Die Vereinsführung von Eintracht Braunschweig hat das nicht interessiert.

Nicht nur in Braunschweig drücken die Vereinsverantwortlichen bei rechten Straftaten gerne einmal ein Auge zu. Der Fanbeauftragte von Alemannia, Lutz van Hasselt, sieht die Lage in der eigenen Fanszene ebenfalls nicht so dramatisch: »Alemannia Aachen hat sich sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell immer wieder klar gegen Rechtsextremismus und Rassismus positioniert, außerdem wurden Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund konsequent unter anderem mit Stadionverboten bestraft.« Die Realität sieht anders aus.

Seit 1999 begleiten die Aachen Ultras ihre Mannschaft durch die unterschiedlichsten Ligen. Der Konflikt mit den organisierten Neonazis und den mit ihnen sympathisierenden Personen aus den Gruppierungen Karlsbande Ultras, Alemannia Supporters und Westwall Aachen schwelt nun beinahe drei Jahre. Auf Druck der Öffentlichkeit zogen die Verantwortlichen einige halbherzige Konsequenzen. Doch selbst diese angekündigten Sanktionen gegen die rechten Schläger erwiesen sich als abgedroschene Worthülsen. Das Zaunfahnenverbot wurde für die Karlsbande Ultras zu keiner Zeit konsequent durchgesetzt. Schon zwei Monate nach Aussprache des Verbotes hing die Fahne wieder am Zaun. Statt dessen wurden die Aachen Ultras als »Nestbeschmutzer« hingestellt und als »Linksextremisten« denunziert.

Das Zusammenwirken von untätigen Vereinsführungen und wachsender Repression gegen die Ultragruppen, u.a. wegen dem Abrennen von Pyrotechnik, läßt in den Stadien eine Subkultur wieder aufleben, die man schon längst für tot erklärt hatte: die Hooligans. Im Gegensatz zu den Ultras wollen die Hooligans nicht mittels akustischem und optischem Support die eigenen Spieler anfeuern und müssen sich deshalb auch nicht konstruktiv mit der Vereinsführung auseinandersetzen. Hooligans sind Gewalt und Repression nicht fremd, sie machen einen gewichtigen Teil ihrer rebellischen Identität aus. Die Bühne, die sie für ihre Kämpfe suchen, ist nicht öffentlich, statt dessen verabreden sie sich für ihre Kämpfe an abgeschiedenen Orten.

Zwar läßt sich eine pauschale Einteilung in linke Ultras und rechte Hooligans nicht immer aufrechterhalten, aber in der Tendenz ist sie richtig. Das zeigt auch, bei aller Rivalität, die Solidarität der Ultras untereinander. Bei ihrem letzten Ausflug begleiteten rund 300 Mitglieder anderer Ultragruppen aus ganz Deutschland die Aachen Ultras, um ihre Unterstützung für deren antirassistisches Engagement zu demonstrieren. Auf ihren Transparenten waren Sprüche wie »Lieber Parasit als Antisemit« oder »Nazis Am Tivoli? Nie gesehen.« zu lesen. Nur solche gemeinsamen Aktionen der Ultras, verbunden mit der Unterstützung durch die Vereine und den DFB können den erneuten Aufmarsch der Hooligans in den Kurven verhindern.

Revolutian Black Bloc

Egypt Black Bloc on Facebook.

Keine Fußball-WM ohne Arbeitnehmerrechte

Die International Trade Union Confederation (ITUC) ruft dazu auf, sich für die Rechte der Arbeiter in Katar stark zu machen. Dort wird 2012 die Fußball-WM stattfinden und dafür werden eine Menge neuer Stadien und andere Infrastruktur gebaut. Von Wanderarbeitern die wenig Geld verdienen und das unter äußerst schlechten Bedingungen…

1,2 Millionen Beschäftigte in Katar dürfen keiner Gewerkschaft beitreten – ein Verstoß gegen das international anerkannte Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen.

94% der Beschäftigten in Katar sind Wanderarbeitskräfte ohne jegliche Rechte bei der Arbeit.

Die Wahl Katars als Austragungsort der FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2022 war kontrovers, und das Land plant, mehr als 100 Milliarden Dollar für den Bau von Stadien und anderen WM-Projekten auszugeben.

In den nächsten zehn Jahren werden Tausende zusätzliche Arbeitskräfte für diese riesigen Bauvorhaben benötigt werden.

Wir wollen, dass sich die Welt der Probleme der Beschäftigten in Katar bewusst wird: Es werden dort mehr Menschen beim Bau der WM-Infrastruktur ums Leben kommen als bei der WM Fußball spielen.

Jedes Jahr kommen in Katar nahezu 200 nepalesische Arbeitskräfte ums Leben. Katar weigert sich jedoch, die Zahl der Beschäftigten, die bei der Arbeit sterben oder verletzt werden, zu veröffentlichen.

Jedes Jahr kommen zudem Hunderte weitere Arbeitsmigranten aus Indien, Sri Lanka, Pakistan und Bangladesch in Katar ums Leben oder werden verletzt.

Die Gesetze des Landes untersagen es Wanderarbeitskräften, in Katar eine Gewerkschaft zu gründen und Tarifverhandlungen zu führen, um bessere Löhne sowie gesunde und sichere Arbeitsbedingungen auszuhandeln.

Lasst nicht zu, dass Eure WM-Mannschaft in einem Stadion der Schande spielt.

Helft uns, das Stadion jetzt zu füllen und lasst Katar wissen, dass es 2022 keine Fußball-WM ohne Arbeitnehmerrechte geben wird.

Quelle.

Video über die Arbeitsbedingungen in Katar.

Der Nürnberger Fußballclub und seine nationalsozialistische Vergangenheit

Der FCN setzt sich mit seiner Geschichte während der Nazi-Zeit auseinander. Ehrengast Evelyn Konrad begeistert die Gäste mit ihrem Charme.

Quelle: Münchner Abendzeitung

Nürnberg – Tolle Veranstaltung am Dienstagabend beim 1. FC Nürnberg. Der Club gedenkt am Valznerweiher seinem dunkelsten Kapitel der Vereinsgeschichte – dem unrühmlichen Verhalten des sonst so Ruhmreichen gegnüber jüdischer Vereinsmitglieder während der NS-Zeit. „Der 1. FC Nürnberg ist ein Verein mit großer Tradition, der sich mit seiner Geschichte auseinandersetzt“ eröffnete Sportvorstand Martin Bader den Abend. „Dazu gehören aber nicht nur die vielen Erfolge und Titel, sondern auch die dunklen Seiten der Vereinshistorie.“ Als einer der ersten Fußballvereine Deutschlands beschloss der FCN im Jahre 1933 einstimmig den Ausschluss aller Anhänger jüdischen Glaubens aus dem Verein. Zuvor war bereits Trainer Jenö Konrad, von 1930 bis 1932 Trainer beim Club, nach einem Hetzbericht im Nazi-Blatt „Der Stürmer“ über Nacht mit seiner Frau und Tochter Evelyn aus der Noris geflüchtet.

Eben diese Evelyn, heute 84 Jahre allt, ließ es sich nicht nehmen, als Ehrengast der Veranstaltung eigens nach Nürnberg zu reisen. Aus New York, wohin ihre Eltern 1940 nach einer Odysee durch Europa übersiedelten. Und die redegewandte Dame, immerhin seit 81 Jahren zum ersten Mal wieder in Nürnberg, verzauberte mit ihren Anekdoten aus dem Leben ihres „Vatis“ die anwesenden 250 Gäste. „Er war in seiner Lebensanschauung ein äußerst eleganter Mensch, sehr belesen. Ich habe viel von ihm gelernt.

Bei seiner Flucht aus Nürnberg im August 1932 hinterließ Jenö Konrad dem FCN noch eine Autogrammkarte, auf der er den legendären Spruch „Der Club war der erste. Und muss der erste werden“ niederschrieb. Grund für die Nürnberger Ultras, daraus für das Derby gegen den FC Bayern eine beeindruckende Choreografie zu erstellen, die auch den Grundstein der gestrigen Veranstaltung legte. „Ich wusste nichts von der Choreografie der Club-Fans. Ich kann nicht einmal sagen, wie sehr dankbar ich dafür bin. Das ist unglaublich“, so Evelyn Konrad gerührt, nachdem sie Videoaufnahmen von der aufwendigen Erstellung der Choreografie durch die Ultras gesehen hatte. Nicht die einzige Impression, die die 84-Jährige mit in ihre Heimat USA nehmen wird. „Ich habe mir die Stadt angesehen, unter anderem auch den Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse. Es hat mich sehr beeindruckt, wie wunderbar sich Nürnberg inzwischen als Stadt der Menschenrechte präsentiert.

Zum Schluss der Veranstaltung sorgte sie dann noch einmal für ein erfreutes Raunen in der Runde. Nachdem ihr Martin Bader die Ehrenurkunde für ihren 1978 verstorbenen Vater Jenö überreichte, verabschiedete sich Evelyn Konrad auf ihre charmant-witzige Art vom 1. FC Nürnberg: „Der Vati war bescheiden, ich bin es nicht. Dürfte ich auch Mitglied beim Club werden?

Das Uefa-Glücksrad

Die Uefa belegte Ajax Amsterdam mit einer Geldstrafe von 10.000 Euro. Der Grund: Fans hatten beim Champions-League-Spiel gegen Manchester City ein »provokantes« Banner gezeigt. Ein Kommentar über die Absurdität von Strafen.

Quelle: 11.Freunde

Manchmal ist die Uefa gnadenlos. Als Nicklas Bendtner im EM-Spiel gegen Portugal seine Unterhose entblößte, müssen einige Funktionäre regelrecht Schnappatmung bekommen haben. Denn auf dem Bund der Hose stand der Name einer Wettfirma. Tags darauf verhängte der Verband gegen den Spieler eine Strafe von 100.000 Euro. Rio Ferdinand twitterte danach: »Uefa, meinst du das ernst? Alle Rassismus-Strafen zusammen ergeben nicht diese Summe.«

Das stimmt so natürlich nicht. Trotzdem wirkte diese Summe astronomisch im Vergleich zu Strafen, die die Uefa in den Tagen und Monaten zuvor wegen rassistischen Verhaltens aussprach. Dabei ist die Uefa stets vorne mit dabei, wenn es um Initiativen und Slogans gegen Rassismus geht.

»Nicht verantwortlich für gesellschaftliche Entwicklungen«

Wenn es allerdings konkret wird, ist das Problem keines, das die Uefa lösen kann oder will. Vor der EM 2012 tobte etwa Michel Platini, weil Mario Balotelli ankündigt hatte bei rassistischen Schmähungen den Platz zu verlassen. »Denken Sie, ich bin verantwortlich für die Rassisten in Europa, in England oder Frankreich?«, sagte er in einem Interview mit dem »Guardian«. Und dann: »Wir sind nicht verantwortlich für gesellschaftliche Entwicklungen.«

Als die holländische Mannschaft ihr erstes Training in Krakau abhielt, wurden ihre dunkelhäutigen Spieler von polnischen Fußballanhängern mit rassistischen Schmähungen bedacht. Die Uefa dementierte die Berichte zunächst und behauptete, die Rufe hätten keine politische Motivation gehabt.

Strafen – wie mit dem Glückrad erdreht

Erst als sich Mark van Bommel im »De Telegraaf« zu Wort meldete (»Wir haben die Affenlaute gehört und wir können das nicht akzeptieren«), kündigte der Verband eine Untersuchung des Falles an. Später im Turnier verhängte man noch eine Strafe gegen die kroatischen Fans wegen rassistischer Gesänge im Spiel gegen Italien mit einer Geldstrafe von 80.000 Euro. Eine Summe, die erscheint wie mit dem Glückrad erdreht. Dennoch möchte man meinen: Mehr als nichts. Allerdings betrug die Strafe immer noch 20.000 Euro weniger als die, die Bendtner für seine Unterhosen-Lappalie berappen musste.

Immerhin hat Michel Platini seine Meinung bezüglich Spielern, die nach rassistischen Vorfällen den Platz verlassen, überdacht. Gestern, zwei Wochen nachdem Kevin-Prince Boateng im Testspiel gegen Pro Patria wegen rassistischen Schmähungen den Platz verlassen hatte, sagte er: »Das ist wunderbar, das hat mir wirklich sehr gut gefallen.« Michel Platini widersprach damit Sepp Blatter, der die Aktion von Boateng missbilligte.

Und doch: So ganz beisammen scheint die Uefa immer noch nicht. Momentan geistert ein Foto durchs Internet, auf dem ein Banner zu sehen ist, dass Ajax-Fans während der Champions-League-Partie gegen Manchester City am 24 Oktober 2012 hochhielten. Darauf ist ein zur Comicfigur stilisierter Scheich zu sehen. Dieser hält einen Geldbeutel in der Hand, er ist durchgestrichen. Darunter halten andere Fans ein Banner mit der altbekannten Aufschrift »Against modern football« hoch.

So weit, so harmlos. Eigentlich.

Denn die Uefa hat Ende letzter Woche eine Strafe von 10.000 Euro gegen den Verein verhängt. Der Banner, auf dem weder der Verband noch eine Person namentlich angegangen wurde, sei »unangemessen« und »provokativ« gewesen, außerdem könne er »Unruhen« im Stadion auslösen. Unruhen? Provokation? Diesem Denkmuster zufolge dürfte man kein einziges Fußballspiel in der Premier League mehr anpfeifen, ohne dass man Minderjährigen in der ersten Reihe die Ohren zuhält.

10.000 Euro wegen weiterer Banner?

Im Internet wird nun spekuliert, dass nicht diese zwei Banner zur Strafe führten, sondern andere Transparente, die ebenfalls während des besagten Spiels hochgehalten wurden. Darauf stand etwa: »80 Euro für ein Auswärtsticket sind lächerlich!« Auf anderen Transparten konnte man die Namen von Klubs lesen, die wie Manchester City von externen Geldgebern gebuttert werden – etwa Red Bull Salzburg oder FC Chelsea. Darunter sah man ein kleineres Transparent mit der Aufschrift: »Fuck you!« War es also das, was den Verband so erzürnte, dass er diese irrwitzige Geldstrafe aussprach?

Heute nahm der Verband auf Anfrage von 11FREUNDE Stellung. »Die Strafe wurde wegen dem Cartoon und dem Slogan ›Against modern football‹ verhängt. Das ist alles«, sagte ein Verbandssprecher. Was daran »provokativ« sei und warum das Banner nicht unter die Meinungsfreiheit fällt, wird nicht beantwortet. Wurde also wieder das Strafen-Glücksrad gedreht? Oder fällt es nicht unter die Redefreiheit, weil die »Grenzen des Jugendschutzes erreicht« sind? Gibt es gar als »geheim klassifizierte Informationen« weiter? Übt es »übermäßige Kritik an eigenen (…) Staatsvertretern wie Staatsoberhaupt«? Ja, durchaus.

Die Strafe für den FC Malaga

Doch einigen wir uns darauf: Das Banner ist hochgradig skandalös, weil es verleumdend ist. Schließlich wird der Uefa mit dem Banner auch eine Handlungsunfähigkeit in Sachen »Financial Fairplay« unterstellt. Dabei hat sie erst vor Weihnachten mit großem Tamtam den FC Malaga wegen Verstößen für ein Jahr vom Europapokal ausgeschlossen und mit einer Geldstrafe von 300.000 belegt. Der FC Malaga! Fünfter in der spanischen Liga, größter Erfolg der Vereinsgeschichte: UI-Cup-Sieger 2002. Der spanische Klub musste als Exempel dafür herhalten, dass die Uefa es ernst meint. Oder auch nicht.

Man darf sich also weiter wundern. Und festhalten: Die Uefa ist zumindest für fußballgesellschaftliche Entwicklungen selbst verantwortlich.